Cyber, Resilience

Cyber Resilience Act: exida stellt Software für automatische Risikoberichte vor

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
exSILentia CRA automatisiert Risikobewertungen und Unterlagen, ersetzt laut exida aber nicht die Prüfung der gesetzlichen Konformität.
Ein minimalistisches, helles Industrielabor mit leeren Arbeitsplätzen und technischer Ausstattung im unscharfen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Sicherheitsunternehmen exida hat am 4. November 2026 die Software exSILentia CRA vorgestellt. Das produktbezogene Werkzeug für Bedrohungs- und Risikoanalysen enthält eine vorinstallierte Risikomatrix, Abhilfemaßnahmen nach EN IEC 62443 und erstellt automatisch die nach Anhang VII des Cyber Resilience Act vorgeschriebene technische Dokumentation.

Mit der Lösung reagiert der Anbieter auf den wachsenden Druck auf Hersteller vernetzter Geräte im Vorfeld der EU-weiten Vollanwendung der neuen Cybersicherheitsregeln.

Automatische Berichte und strenge Fristen

Die neue Software ist direkt in die Plattform des Anbieters integriert und ab sofort verfügbar. Wie das Unternehmen klarstellt, garantiert der reine Einsatz des Werkzeugs jedoch noch keine rechtliche Konformität mit dem Cyber Resilience Act.

Ziel der Entwicklung sei es vor allem, Ingenieuren und Entwicklern bürokratischen Aufwand abzunehmen, damit diese sich auf ihre Kernprodukte statt auf juristische Detailfragen konzentrieren können, erklärte CTO Iwan van Beurden. Weder ein Verkaufspreis noch detaillierte Zuordnungstabellen zur Norm EN IEC 62443 wurden veröffentlicht.

Die regulatorischen Anforderungen der Europäischen Union setzen die Industrie bereits unter Zeitdruck. Zwar gilt der Rechtsakt erst ab dem 11. Dezember 2027 vollständig, doch nach Artikel 14 sind Meldepflichten für aktiv ausgenutzte Schwachstellen und schwerwiegende Sicherheitsvorfälle bereits seit dem 11. September 2026 in Kraft.

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Zudem müssen Hersteller die technischen Dossiers nach Anhang VII über einen Zeitraum von zehn Jahren aufbewahren. Das in Sellersville im US-Bundesstaat Pennsylvania ansässige Unternehmen exida bezeichnet sich als die weltweit erste Zertifizierungsstelle für IACS-Cybersicherheit aus dem Jahr 2011. Derzeit ist das Unternehmen noch keine Benannte Stelle für den Cyber Resilience Act, strebt diese Akkreditierung jedoch an.

Zunehmende Werkzeuge im Compliance-Markt

Der Vorstoß von exida reiht sich in eine Reihe neuer Branchenlösungen ein, die Hard- und Softwareherstellern die Einhaltung der Vorschriften erleichtern sollen. Copla stellte ein entsprechendes Rahmenwerk vor, das Sicherheits- und Schwachstellenanforderungen in handhabbare Aufgaben aufteilt und Vorlagen für Dokumentation sowie EU-Konformitätserklärungen bietet.

Dieses System ergänzt Standards wie NIS2, DORA, ISO 27001, SOC 2 und PCI DSS. Ab dem 11. Dezember 2027 droht Unternehmen ohne gültige CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung der Verlust des Zugangs zum EU-Binnenmarkt; bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Zudem verlangt die seit dem 11. September 2026 wirksame Meldepflicht Frühwarnungen an die ENISA und nationale CSIRTs innerhalb von 24 Stunden sowie vollständige Berichte binnen 72 Stunden.

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Auch andere Technologieanbieter bauen ihre Dienste aus. Miraxia Edge Technology aus Kyoto, 1997 als Matsushita System Techno gegründet und seit 2020 eine Tochter von Winbond mit 200 Millionen Yen Kapital, bietet Lösungen zur Schwachstellenpflege an.

Neben maßgeschneidertem Support offeriert das Unternehmen ein Festpreispaket mit zehn Einzelmodulen für Prozesse, Software-Stücklisten und Monitoring ab 1 Million Yen pro Modul ohne Steuern oder als Jahresflatrate ab 4 Millionen Yen ohne Steuern.

Gleichzeitig erweitert Rockwell Automation seine Plattform SecureOT um Werkzeuge zur Inventarisierung und Bewertung für den Cyber Resilience Act sowie die Maschinenverordnung. Nach einer unternehmenseigenen Analyse sehen sich fast zwei von fünf Herstellern durch regulatorische Änderungen gefordert, während 63 Prozent langfristige Cyberrisiken erwarten.

Laut Rick Kaun, Global Director Cybersecurity Services bei Rockwell Automation, stehen Erstausrüster unter starkem Druck, ihre Konformitätsbereitschaft zeitnah und lückenlos nachzuweisen.

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