CSRD-Reform, Zahl

CSRD-Reform: Zahl der Berichtspflichtigen sinkt um 92 Prozent

22.06.2026 - 21:10:07 | boerse-global.de

EU-Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstandards entlastet Unternehmen massiv. Bankenverband prognostiziert drastischen Rückgang der Berichtspflichtigen.

CSRD-Reform: 92 Prozent weniger Berichtspflichten für Firmen
CSRD-Reform - Abstrakte Darstellung von Datenflüssen und Transparenz im Finanzmarkt, mit leuchtenden Linien und Knoten über einem Börsenparkett. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Bankenverband rechnet mit rund 92 Prozent weniger betroffenen Unternehmen.

Regulatorische Entlastung bei Nachhaltigkeitsberichten

Die Überarbeitung der EU-Nachhaltigkeitsstandards ESRS und VS verschiebt die Compliance-Landschaft grundlegend. Künftig sollen nur noch acht Prozent der bisherigen Unternehmen unter die direkte Berichtspflicht fallen.

Anzeige: Wer die drastische Senkung der Berichtspflicht um 92 Prozent für sich nutzen will, findet in diesem kostenlosen Report die entscheidenden Hebel – von den neuen CSRD-Schwellenwerten bis zum freiwilligen ESRS-Standard. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern

Der freiwillige Standard gewinnt dabei an Bedeutung. Er soll helfen, Datenlücken für Kreditinstitute zu schließen. Die Kreditwirtschaft drängt auf eine schnelle Finalisierung und hohe Praxistauglichkeit der neuen Regeln.

Parallel dazu treiben Unternehmen ihre Governance-Strukturen voran. Der GRC-Plattformanbieter Optro (vormals AuditBoard) expandiert in den APAC-Raum. Das neue Zentrum in Singapur reagiert auf die steigende Nachfrage nach KI-gestützten Kontrollsystemen.

Goldman Sachs überschreitet Schwelle bei Gerresheimer

Mehrere börsennotierte Unternehmen meldeten deutliche Veränderungen in ihren Aktionärsstrukturen. Bei der Gerresheimer AG überschritt die Goldman Sachs Group die Stimmrechtsschwelle von zehn Prozent.

Das Institut betonte: Der Schritt erfolgte im Rahmen der üblichen Kundenbetreuung. Strategische Ziele oder eine Einflussnahme auf Organe oder Kapitalstruktur seien nicht beabsichtigt.

Auch bei der Semperit AG Holding gab es eine Erhöhung der Anteile. Die B&C Privatstiftung hält nach einem freiwilligen öffentlichen Angebot nun 63,45 Prozent der Stimmrechte. Mitte Juni wurden über eine Million Aktien übertragen.

Bei HelloFresh meldete Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG einen Stimmrechtsanteil von 5,03 Prozent. Das entspricht einem Bestand von acht Millionen Aktien.

RWE und OHB starten Kapitalerhöhungen

Die RWE Aktiengesellschaft beschloss die Platzierung von rund 74 Millionen neuen Aktien. Das entspricht etwa zehn Prozent des Grundkapitals.

Mit dem Erlös soll die Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion auf 55 Prozent aufgestockt werden. Der Kaufpreis liegt bei rund 3,6 Milliarden Euro. Als Ankerinvestoren beteiligen sich die Qatar Holding (QIA) und die Norges Bank mit insgesamt rund einer Milliarde Euro.

Die OHB SE führt ebenfalls eine Kapitalerhöhung durch. Bis zu 1,7 Millionen neue Aktien werden zu einem Preis von 300 Euro angeboten. Das Bezugsrechtsangebot für Freefloat-Aktionäre läuft vom 25. Juni bis zum 8. Juli. Die Familie Fuchs bleibt mit über 60 Prozent Mehrheitsaktionärin.

Dax-Konzerne kaufen eigene Aktien zurück

Anzeige: Bankenverband rechnet mit 92 Prozent weniger Berichtspflichtigen – doch ohne den freiwilligen Standard drohen Datenlücken bei Kreditinstituten. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre ESG-Daten strategisch aufbereiten und regulatorische Risiken minimieren. ESG-Datenlücken-Strategie jetzt sichern

Zahlreiche Konzerne nutzten die vergangenen Wochen für den Erwerb eigener Anteile. Die Deutsche Post AG kaufte zwischen dem 17. und 19. Juni insgesamt 566.363 Aktien zurück. Seit Programmstart Anfang April liegt das Gesamtvolumen bei knapp fünf Millionen Papieren.

Die Deutsche Börse AG setzte ihr Rückkaufprogramm fort und erwarb Mitte Juni 80.000 eigene Aktien. Ähnliche Aktivitäten meldeten die Daimler Truck Holding AG mit über 384.000 Aktien sowie die Scout24 SE und die Westwing Group SE.

Solche Maßnahmen optimieren häufig die Kapitalstruktur und unterstreichen die Liquidität der Unternehmen. Für Investoren kündigt sich zudem der Finanzbericht der The Social Chain AG für das zweite Quartal an. Veröffentlichungstermin ist der 30. Juni.

de | wirtschaft | 69605801 |