CSDDD: Unternehmen bekommen bis Juli 2029 Zeit für Umsetzung
06.06.2026 - 13:15:40 | boerse-global.de
Unternehmen bekommen mehr Zeit für die Umsetzung.
Zeitplan verschiebt sich
Die im März 2026 in Kraft getretene Omnibus-I-Richtlinie hat die Fristen nach hinten korrigiert. In Österreich müssen Unternehmen die CSDDD bis zum 26. Juli 2028 umsetzen. Auf EU-Ebene gilt ein einheitlicher Starttermin: der 26. Juli 2029. Betroffen sind dann zunächst Großkonzerne mit über 5.000 Mitarbeitern und mehr als 1,5 Milliarden Euro Nettoumsatz.
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Deutschland ist bereits einen Schritt weiter. Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gilt seit 2023 und 2024 und wirkt als Treiber für die gesamte Region. Denn deutsche Unternehmen geben ihre Pflichten an Zulieferer weiter – auch im Ausland. Die Sanktionen sind happig: Bußgelder von bis zu 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind möglich.
Weniger Bürokratie bei der Berichterstattung
Die EU-Kommission will die Wirtschaft entlasten. Ihr Entwurf für die überarbeiteten Berichtsstandards ESRS 2.0 sieht vor, die Kosten um rund 30 Prozent zu senken. Die Zahl der geforderten Datenpunkte soll um etwa 70 Prozent sinken.
Konkret sind zwei Erleichterungen geplant: ein vereinfachter Standard für CSRD-pflichtige Unternehmen und ein freiwilliger Standard für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die Omnibus-I-Richtlinie hat die Schwellenwerte für die CSRD-Pflicht auf 450 Millionen Euro Umsatz und 1.000 Mitarbeiter angehoben. Bestimmte finanzielle Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten müssen erst ab 2030 gemeldet werden.
KI hilft bei der Datenerfassung
Die komplexen Anforderungen treiben technologische Lösungen voran. Das Berliner Climate-Tech-Startup forward earth erhält Fördermittel für ein KI-gestütztes System. Es soll CO?-Emissionsdaten entlang der gesamten Lieferkette automatisch erfassen – mit Fokus auf die sogenannten Scope-3-Emissionen.
Parallel dazu fordert EU-Handelskommissar Maroš Šef?ovi? ein neues Diversifizierungsinstrument für sensible Sektoren wie Mikrochips und Seltene Erden. Der Hintergrund: Die Abhängigkeit von China liegt bei Seltenen Erden bei über 90 Prozent. Der EU-Gipfel Mitte Juni wird voraussichtlich über Reaktionen auf globale Überkapazitäten und das Handelsdefizit mit China beraten – das lag 2025 bei rund 360 Milliarden Euro.
Weitere Compliance-Herausforderungen
Die Lieferkettenthematik ist nicht die einzige Baustelle. Deutschland hat Anfang Juni 2026 die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie versäumt. Das könnte künftig richtlinienkonforme Auslegungen durch nationale Gerichte und Entschädigungsansprüche bei Lohnungleichheit nach sich ziehen.
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Und dann ist da noch NIS-2: Das Umsetzungsgesetz zur Cybersicherheit steht kurz vor dem Inkrafttreten. Ab Ende 2025 oder Anfang 2026 gelten strengere Risikomanagement- und Meldepflichten für Unternehmen ab 50 Mitarbeitern.
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