Crowne Plaza Frankfurt: Arbeitsgericht weist Eilantrag gegen Schließung ab
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Arbeitsgericht Frankfurt hat am Mittwoch einen Eilantrag des Betriebsrats sowie der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zurückgewiesen. Die Arbeitnehmervertreter hatten versucht, die Schließung des Hotels Crowne Plaza im Frankfurter Stadtteil Niederrad auf juristischem Weg zu verzögern. Mit der Entscheidung des Gerichts bleibt der Kurs des Hotelbetreibers vorerst bestehen, das Haus aufgrund technischer Mängel stillzulegen.
Der Hotelbetrieb in Niederrad ist bereits seit Montag eingestellt. Wie der Betreiber Novum Hospitality mitteilte, erfolgte die Räumung des Gebäudes infolge einer ausgefallenen Sprinkleranlage. Ein Weiterbetrieb sei aus Sicherheitsgründen nicht mehr verantwortbar. Die technische Störung mache die Wiederaufnahme des Beherbergungsbetriebs unmöglich, hieß es zur Begründung der Maßnahme.
Interessenausgleich und personelle Konsequenzen
Trotz der rechtlichen Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht gibt es auf Ebene der Arbeitnehmervertretung Bestrebungen, die Folgen der Schließung für die Beschäftigten zu regeln.
Der Gesamtbetriebsrat des Crowne Plaza Frankfurt legte einen Interessenausgleich vor. Dieser sieht eine Schließung des Hotels spätestens zum 30.09.2026 vor. Die Abwicklung des damit verbundenen Sozialplans soll laut vorliegenden Informationen in den nächsten Wochen erfolgen.
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Die Situation zwischen der lokalen Betriebsratsspitze und der Arbeitgeberseite ist indes von erheblichen Spannungen geprägt. Nach Angaben der NGG wurden der Vorsitzende des örtlichen Betriebsrats sowie dessen Stellvertreterin fristlos entlassen. Diese personellen Maßnahmen verschärfen den Konflikt um das Ende des Hotelstandorts zusätzlich.
Konflikt zwischen Betreiber und Eigentümer
Hinter der kurzfristigen Schließung steht ein Streit zwischen dem Betreiber Novum Hospitality und dem Eigentümer der Immobilie, dem französischen Anlageunternehmen Praemia.
Novum Hospitality wirft dem Eigentümer vor, seit Jahren bekannte Mängel am Gebäude nicht behoben zu haben. Dabei wurden insbesondere Defekte an den Aufzügen, der Lüftungsanlage und dem Pool sowie fortwährende Wasserschäden angeführt. Aufgrund dieser Versäumnisse habe der Betreiber den laufenden Mietvertrag vorzeitig gekündigt.
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Das Unternehmen Praemia wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass die Schließung eine einseitige Entscheidung des Betreibers gewesen sei. Dem Eigentümer liege zudem keine behördliche Anordnung vor, die eine sofortige Einstellung des Betriebs notwendig gemacht hätte.
Laut Praemia waren für den 23. und 30.09. Gespräche zwischen den Parteien geplant, um die Situation der Immobilie zu erörtern. Während der Betreiber auf die mangelnde Sicherheit verweist, sieht der Eigentümer die Verantwortung für die aktuelle Eskalation beim Management des Hotels.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie der Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter umgesetzt wird und ob der Rechtsstreit um die fristlosen Kündigungen der Arbeitnehmervertreter weitere Kreise zieht. Eine kurzfristige Wiedereröffnung des Crowne Plaza Frankfurt gilt nach der aktuellen Gerichtsentscheidung und dem Zustand der Brandschutztechnik als ausgeschlossen.
Mehr zum Thema bei FAZ: „Crowne Plaza Frankfurt: Betriebsrat wollte Schließung des Hotels juristisch verzögern“
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von FAZ.
