Soziales, Schuldnerberatung

Creditreform befürchtet starke Zunahme der Privatüberschuldung

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 06:07 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform schlägt Alarm: Immer mehr Menschen in Deutschland könnten in diesem Jahr in eine finanzielle Schieflage geraten. Gründe seien anhaltender Kostendruck und die angespannte Lage am Arbeitsmarkt – das Risiko für eine Überschuldungswelle wächst spürbar.

Creditreform warnt vor Überschuldungswelle
Creditreform (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Ein Schritt zu viel – und das Kartenhaus wankt: Gerade Haushalte, die kaum finanzielle Reserven besitzen, werden schon bei kleinen zusätzlichen Ausgaben aus der Bahn geworfen.

Krisenherde und Reaktionen

Auch das Bundesverbraucherschutzministerium schätzt die Lage als besorgniserregend ein. Der steigende Anteil überschuldeter Bürgerinnen und Bürger lässt die Politik aufhorchen. Eine Ministeriumssprecherin unterstreicht, wie ernst man die alltäglichen Sorgen der Betroffenen nimmt und verweist auf verschärfte Regelungen rund um Kreditvergabe. Künftig – also von 2026 an – will der Bund zudem mehr Geld in die Schuldnerberatung stecken, damit Betroffene schneller Hilfe finden.

Polarisierte Lösungsansätze

Doch während die einen präventive Sozialmaßnahmen fordern, setzt die Politik teils unterschiedliche Schwerpunkte: Die Unionsfraktion plädiert für spürbare Entlastungen bei den Steuern. Ihr Verbraucherschutzexperte Sebastian Steineke meint, dass Menschen gar nicht erst in die Schuldenklemme geraten sollten – die geplante Steuerreform ab 2027 könne vor allem mittlere und kleine Gehälter entlasten. Außerdem solle das Kartellamt entschlossener gegen versteckte Preiserhöhungen durchgreifen.

Schuldnerberatung und Mietdebatte

Anders sieht das Till Steffen von den Grünen. Angesichts der rapide steigenden Zahlen von Überschuldeten – inzwischen sei angeblich jeder zwölfte Erwachsene betroffen – fordert er einen massiven Ausbau der Schuldnerberatung, und zwar frei zugänglich und unabhängig. Dazu gehört für ihn auch mehr Mieterschutz: Die Umlage der Grundsteuer auf Mieter müsse abgeschafft werden, das entlaste sofort und koste den Staat kein Geld. Ein Detail, das oft untergeht: Kleine Ansatzpunkte wie diese können im Alltag vieler Menschen einen Riesenunterschied machen.

Creditreform prognostiziert für Deutschland einen weiteren Anstieg der Überschuldungszahlen, insbesondere durch steigende Lebenshaltungskosten und einen schwächelnden Arbeitsmarkt. Die Bundesregierung reagiert mit strengeren Regeln für Kreditvergabe, sowie geplanten finanziellen Mitteln für bessere Schuldnerberatung von 2026 bis 2029. Während CDU/CSU steuerliche Entlastungen und mehr Marktkontrolle fordern, betonen die Grünen die Notwendigkeit kostenfreier Schuldnerberatungen und Mieterschutz, einschließlich einer Abschaffung der Umlage der Grundsteuer auf Mieter.

Aktuelle Entwicklungen und Stimmen (Recherche Juni 2024)

Tatsächlich bestätigen Medienberichte die derzeitige Belastung vieler Verbraucher. Die taz meldet, dass insbesondere Alleinerziehende und Menschen im Niedriglohnsektor von finanzieller Überforderung betroffen sind, zumal günstige Kredite seltener und Lebenshaltungskosten gestiegen sind. (Quelle: taz.de) Die FAZ berichtet, dass Beratungsstellen vielerorts am Limit arbeiten, während Forderungen nach gezielten Hilfen für besonders gefährdete Gruppen laut werden. (Quelle: faz.net) Zeit Online hebt hervor, dass flexible (und zum Teil digitale) Angebote der Schuldnerberatung seit Corona-Zeiten zwar ausgebaut wurden, aber nicht alle Menschen erreichen – die Hürde, sich Hilfe zu suchen, bleibt oftmals hoch. (Quelle: zeit.de)

  • - Die taz berichtet aktuell, dass vor allem Alleinerziehende und Menschen im Niedriglohnsektor von der Überschuldungswelle betroffen sind und warnt außerdem vor der sinkenden Verfügbarkeit günstiger Kredite bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten. Beratungsstellen fordern eine gezielte Unterstützung besonders gefährdeter Gruppen und einen Ausbau der Präventionsmaßnahmen. Quelle: taz.de.
  • - Nach Angaben der FAZ sind viele Schuldnerberatungsstellen bereits überlastet, und die Zahl der Ratsuchenden steigt. Die Berater beklagen, dass insbesondere junge Erwachsene und Rentner oft zu spät Hilfe suchen, und fordern einen deutlich niederschwelligeren Zugang zu unabhängiger Beratung. Quelle: faz.net.
  • - Zeit Online hebt hervor, dass digitale Beratungsangebote seit der Pandemie zwar erweitert wurden, aber insbesondere ältere Menschen oder Menschen mit mangelnder digitaler Kompetenz kaum von diesen profitieren. Trotz zunehmender Öffentlichkeitsarbeit bleibt die Hemmschwelle, sich professionelle Unterstützung zu holen, sehr hoch. Quelle: zeit.de.

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