Condor-Piloten erhalten ab 2028 sieben Prozent mehr Gehalt
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 14:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVertrag sichert Condor-Piloten bis 2029 ab
- Die Vereinigung Cockpit vereinbarte mit Condor einen Tarifvertrag bis Ende September 2029.
- Rund 67 Prozent der stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder stimmten dem Zukunftspaket zu.
- Das neue Freizeitmodell soll längere Erholungszeiten nach Einsätzen ohne Teilzeit ermöglichen.
Condor und Piloten vereinbaren Tarifvertrag bis 2029
Condor und die Vereinigung Cockpit haben einen langfristigen Tarifvertrag für die rund 1.000 Pilotinnen und Piloten geschlossen. Die Vereinbarung gilt bis Ende September 2029 und sieht bis dahin Kündigungsschutz vor.
Sieben Prozent mehr Gehalt ab 2028
Die Beschäftigten erhalten erst ab Oktober 2028 eine Gehaltserhöhung um 7 Prozent. Bis dahin gelten Nullrunden.
Dem sogenannten Zukunftspaket stimmten nach Angaben der Gewerkschaft rund 67 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder zu. Es umfasst nach Darstellung der Vereinigung Cockpit neben den befristeten Einsparungen auch wesentliche und langfristig wirksame Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.
Mehr Erholung nach den Einsätzen
Ein neues Freizeitmodell soll den Pilotinnen und Piloten nach ihren Einsätzen mehr zusammenhängende Erholungszeit ermöglichen. Dafür sollen sie künftig nicht mehr wie bislang zwingend auf Teilzeitarbeit ausweichen müssen.
VC-Präsident Andreas Pinheiro erklärte, aus einer ursprünglichen Einsparforderung sei ein Gesamtpaket mit dauerhaften Verbesserungen und Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen entstanden. Auch unter wirtschaftlichem Druck seien Lösungen möglich, wenn sich die Beteiligten auf Augenhöhe begegneten.
Seitenhieb auf Lufthansa
Pinheiro verwies damit zugleich auf die schwierigen Tarifverhandlungen für deutsche Flugbetriebe im Lufthansa-Konzern. Dort läuft weiterhin eine Mediation, nachdem die Schlichtung mehrerer Einzelkonflikte ohne Ergebnis geblieben ist und die Auseinandersetzungen von Streiks begleitet wurden.
Condor erklärte, die vereinbarten Maßnahmen sollten unter anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Wettbewerbsfähigkeit stärken und den eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzen.
Der Tarifabschluss bei Condor verbindet kurzfristige Einsparungen mit einer langfristigen Vereinbarung. Für die rund 1.000 Pilotinnen und Piloten bedeutet das zunächst Gehaltsverzicht, zugleich erhalten sie bis Ende September 2029 Kündigungsschutz und zusätzliche planbare Erholungszeiten.
Die Gehaltserhöhung um 7 Prozent wird erst ab Oktober 2028 wirksam. Damit verschiebt Condor die finanzielle Mehrbelastung in eine spätere Phase, während das Unternehmen Planungssicherheit für den laufenden Wachstumskurs gewinnt. Das Freizeitmodell zielt zugleich auf die Arbeitsbelastung im Cockpit: Zusammenhängende Erholung soll künftig möglich sein, ohne dass Beschäftigte dafür zwingend Teilzeit wählen müssen.
Signal an den Luftverkehr
Der Abschluss steht im Kontrast zu den festgefahrenen Tarifkonflikten im Lufthansa-Konzern. Während bei Condor ein von der Gewerkschaft mitgetragener Vertrag zustande kam, laufen dort nach ergebnislosen Schlichtungen und Streiks weiterhin Vermittlungsbemühungen. Für Reisende schafft der Condor-Vertrag zunächst vor allem mehr Verlässlichkeit im Flugbetrieb, weil der tarifliche Konflikt bis 2029 befriedet ist.
Für die Beschäftigten bleibt entscheidend, wie sich die vereinbarten Verbesserungen im Alltag auswirken und ob die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens tatsächlich gestärkt wird. Der mit 67 Prozent angenommene Vertrag zeigt zugleich, dass die Zustimmung trotz der vereinbarten Nullrunden mehrheitlich vorhanden war.
