Compliance-Reform ab Juli: Registrierkassen und digitale Zahlungen Pflicht
27.06.2026 - 13:28:35 | boerse-global.de
Zum 1. Juli 2026 treten in Deutschland zahlreiche Änderungen in Kraft.
Die Renten steigen um 4,24 Prozent. Wer 1.000 Euro Rente bezieht, bekommt ab Juli 42,40 Euro mehr. Gleichzeitig verschieben sich die Altersgrenzen: Versicherte der Geburtsjahrgänge Anfang Februar bis Anfang März 1960 können mit 66 Jahren und vier Monaten in Rente gehen. Für besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren (Geburtsjahrgang Dezember 1961) liegt die Grenze bei 64 Jahren und sechs Monaten.
Minijobber können Rentenversicherung wechseln
Ab Juli können Minijobber ihre Befreiung von der Rentenversicherungspflicht einmalig widerrufen. Nötig ist ein schriftlicher Antrag beim Arbeitgeber.
Steuer-App und neue Fristen
Rund 11,5 Millionen ledige und kinderlose Arbeitnehmer sowie Rentner können ihre Steuererklärung künftig per App erledigen. Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026 – wer einen Steuerberater beauftragt, hat bis zum 30. April 2027 Zeit.
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Der Kampf gegen Umsatzsteuerbetrug wird verschärft. Geplant sind eine Registrierkassenpflicht und die Verpflichtung für Betriebe, mindestens eine digitale Zahlungsoption anzubieten. Im Gegenzug entfällt die papierhafte Belegpflicht. Der Schaden durch Steuerbetrug liegt laut Bundesfinanzministerium jährlich zwischen 10 und 15 Milliarden Euro.
Aus Bürgergeld wird Grundsicherungsgeld
Das Bürgergeld wird zum 1. Juli in „Grundsicherungsgeld“ umbenannt. Die Karenzzeit für Vermögen entfällt – Ersparnisse werden sofort berücksichtigt. Die Freibeträge sind nach Alter gestaffelt: 5.000 Euro für unter 30-Jährige, bis zu 20.000 Euro für Personen ab 51 Jahren.
Die Reform stellt die Arbeitsaufnahme vor Qualifizierungsmaßnahmen. Wer zumutbare Arbeit ablehnt oder Pflichten verletzt, dem drohen Kürzungen von 30 Prozent für drei Monate – bis zum kompletten Leistungsentzug. Auch die Missbrauchskontrollen werden ausgeweitet.
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Fliegen wird günstiger – und digitaler
Die Ticketsteuer sinkt zum Juli deutlich. Auf Kurzstrecken fallen statt 15,53 Euro nur noch 13,03 Euro an. Mittelstrecken kosten 33,01 Euro statt 39,34 Euro, Langstrecken 59,43 Euro statt 70,83 Euro.
Der Bundestag verabschiedete am 26. Juni das Infrastruktur-Zukunftsgesetz. Es stellt den Ausbau von Flughäfen unter „überragendes öffentliches Interesse“. Zudem wird die biometrische Fluggastabfertigung ermöglicht – freiwillig per Gesichtserkennung. Der Flughafenverband ADV begrüßte die Planungssicherheit, forderte aber mehr technologische Offenheit, etwa für den Online-Check-in.
Was sich sonst noch ändert
- Pflege: Der Mindestlohn für Hilfskräfte steigt auf 16,52 Euro pro Stunde.
- Onlineshopping: Für Sendungen aus Nicht-EU-Staaten unter 150 Euro Warenwert wird eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Kategorie fällig.
- Artenschutz: Die Jagdzeit für Wölfe beginnt am 1. Juli und dauert bis zum 31. Oktober.
- Verkehr: Der Handel mit Flensburg-Punkten wird verboten – Verstöße kosten bis zu 30.000 Euro.
- Kultur: Der Kölner Dom verlangt ab Juli Eintritt: 12 Euro pro Besucher.
