Commerzbank, BaFin

Commerzbank ruft BaFin an: UniCredit-Beteiligung 34,37 Prozent umstritten

05.06.2026 - 14:41:02 | boerse-global.de

Commerzbank zweifelt UniCredit-Beteiligungsmeldung an und bittet BaFin um Prüfung der Anteilsberechnung.

Commerzbank schaltet BaFin im Streit mit UniCredit ein
Commerzbank - Abstrakte Darstellung von Finanzregulierung und Governance mit Zahnrädern und digitalen Netzwerken, die Präzision und Sicherheit symbolisieren. 05.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund ist ein Streit mit der italienischen Großbank UniCredit über die Höhe deren Beteiligung.

Das Mailänder Institut hatte gemeldet, seinen Anteil an der Commerzbank auf insgesamt 34,37 Prozent erhöht zu haben. Davon entfallen 7,6 Prozent auf angediente Anteile. Die Commerzbank-Führung hält diese Angaben für potenziell irreführend.

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Zweifel an der Berechnung

Das angediente Volumen stamme maßgeblich von Banken und Derivategenparteien der UniCredit selbst, so die Einschätzung des Frankfurter Instituts. Die Commerzbank bittet die BaFin nun um eine formale Prüfung der gemeldeten Zahlen.

Vorstandschefin Bettina Orlopp warnte vor einer möglichen Wertvernichtung durch eine feindliche Übernahme. Die Commerzbank-Aktie reagierte verhalten: Sie schloss bei 36,67 Euro mit einem leichten Plus.

Strengere Regeln für die Finanzbranche

Der Fall spielt sich in einer Phase verschärfter Regulierung ab. Die bevorstehende 9. MaRisk-Novelle und das Bundesbank-Begleitgesetz (BRUBEG) verlangen von den Instituten deutlich detailliertere Compliance-Risikoanalysen.

Die Aufsichtsbehörden achten zunehmend auf die Durchgängigkeit von Kontrollsystemen. Dass Versäumnisse teuer werden können, zeigte sich im Februar 2026: Die EZB verhängte gegen Crédit Agricole ein Bußgeld von 7,55 Millionen Euro wegen Mängeln bei der Steuerung von Klimarisiken.

KI hilft bei der Compliance

Um die komplexen Anforderungen wie den Digital Operational Resilience Act (DORA) zu stemmen, setzen Marktteilnehmer auf Technologie. Anfang Mai gründeten PwC Deutschland und das KI-Unternehmen Aleph Alpha das Joint Venture creance.ai. Es soll KI-gestützte Lösungen für das Management von Drittparteienrisiken entwickeln.

Beratungsunternehmen wie KPMG plädieren dafür, Risikomanagement, Compliance und interne Kontrollen zu einem integrierten Steuerungssystem zu verknüpfen. Ziel ist Transparenz in Echtzeit – etwa durch digitale Zwillinge. Solche autonomen Entscheidungssysteme müssten jedoch unabhängig geprüft werden.

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Entlastung beim ESG-Reporting

Während die Anforderungen an IT-Resilienz und Governance steigen, zeichnet sich bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung eine Entlastung ab. Die EU-Kommission hat mit dem Vorschlag ESRS 2.0 eine Reduzierung der Pflichtangaben um 60 Prozent und der Datenpunkte um über 70 Prozent angekündigt. Die Berichtskosten könnten um rund ein Drittel sinken.

Neue Pflichten für Unternehmen

Parallel dazu müssen Firmen das NIS-2-Umsetzungsgesetz umsetzen. Seit Anfang 2026 betrifft es Unternehmen ab 50 Mitarbeitern oder einem Umsatz von über zehn Millionen Euro in regulierten Sektoren. Zu den Pflichten gehören die Registrierung beim BSI sowie strikte Meldewege und Fristen für Sicherheitsvorfälle.

Zusätzlich hat das Bundeskabinett im Mai eine Novelle des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) beschlossen. Die Klagefrist wird von zwei auf vier Monate verlängert, die Antidiskriminierungsstelle gestärkt. Für viele Unternehmen bedeutet das neue Anpassungen in den internen Compliance-Richtlinien.

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