CO2-Regulierung: 120 Millionen Euro Strafe pro verfehltem Prozentpunkt
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 02:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Vorstandsvorsitzende von Daimler Truck und amtierende ACEA-Präsidentin sieht die europäische Nutzfahrzeugbranche durch die strengen CO2-Regulierungen der EU existenziell bedroht. Die wirtschaftliche Stabilität der Hersteller stehe auf dem Spiel.
Milliardenrisiko bei verfehlten Klimazielen
Die EU fordert: Bis 2030 müssen die CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge um 43 Prozent sinken – Basis ist das Jahr 2019. Schwere Lkw und Busse verursachen über 25 Prozent der Treibhausgasemissionen im europäischen Straßenverkehr. Um die Vorgaben zu erreichen, müssten laut Branchenberechnungen bis 2030 rund 35 Prozent aller Neuzulassungen elektrisch oder mit Wasserstoff fahren.
Die Realität sieht anders aus: 2025 lag der Anteil elektrischer Neuzulassungen bei gerade einmal zwei Prozent. Rådström betont: Die Quoten hängen massiv von externen Faktoren ab, die die Hersteller kaum beeinflussen können.
Strafzahlungen fressen Gewinne auf
Pro verfehltem Prozentpunkt CO2-Ziel drohen 120 Millionen Euro Strafe – und bei zehn Prozent wäre der gesamte operative Gewinn von Mercedes-Benz Trucks weg. Wie Sie Ihre Flotte rechtzeitig umstellen und Strafen vermeiden, zeigt dieser Report mit konkreten Checklisten. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern
Die finanziellen Risiken sind enorm. Pro verfehltem Prozentpunkt bei den CO2-Zielen drohen Strafzahlungen von 120 Millionen Euro. Für Mercedes-Benz Trucks bedeutet das: Schon bei einer Zielverfehlung von zehn Prozent wäre der gesamte operative Gewinn weg.
Zum Vergleich: Das Segment Mercedes-Benz Trucks erwirtschaftete 2025 ein EBIT von 698 Millionen Euro – nach 922 Millionen im Vorjahr. Der Jahresumsatz lag stabil bei rund 20 Milliarden Euro. Die drohenden Strafen könnten die Rentabilität des gesamten Bereichs infrage stellen.
Infrastruktur und Kosten als Bremsklötze
Die Ladeinfrastruktur ist unzureichend, die Kostenparität fehlt – warum der Umstieg auf E-Lkw für viele Speditionen noch nicht rentabel ist. Unser Report liefert einen Kostenvergleichsrechner und einen 5-Schritte-Plan zur EU-konformen Flottenumstellung – trotz widriger Rahmenbedingungen. Flottenumstellungs-Plan jetzt sichern
Warum stockt der Absatz emissionsfreier Lkw? Rådström nennt zwei Hauptgründe: Die Ladeinfrastruktur ist unzureichend, und die Kostenparität fehlt. Diesel-Fahrzeuge sind für Speditionen noch deutlich günstiger im Betrieb. Hinzu kommen die geringen Margen vieler Transportunternehmen – hohe Investitionen in neue Technologien sind für sie kaum stemmbar.
Die Daimler-Truck-Chefin fordert daher eine Überprüfung der CO2-Regulierung. Ihr Vorschlag: Die strengen Grenzwerte an den tatsächlichen Infrastrukturausbau koppeln und der Industrie mehr Zeit für den Übergang geben. Ohne Anpassung der Rahmenbedingungen, so Rådström, sei die Wettbewerbsfähigkeit der Branche am Standort Europa nicht zu halten.
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