CO2-Grenzausgleich, Produktgruppen

CO2-Grenzausgleich: 200 Produktgruppen ab Januar 2028 erfasst

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 23:29 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU verschärft ihren CO2-Grenzausgleich drastisch. Ab 2028 sind hunderte neue Produktgruppen betroffen, was Importeure und Industrie vor Herausforderungen stellt.

EU weitet CO2-Grenzausgleich ab 2028 auf 200 Produktgruppen aus
Eine Industrielandschaft bei Sonnenuntergang mit Fabrikschornsteinen, die sauberen Dampf ausstossen, symbolisiert strengere CO2-Regeln und CBAM. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem 1. Januar 2028 fallen rund 200 zusätzliche Produktgruppen unter das System.

Der EU-Rat einigte sich im Juni auf die Verschärfung des CO2-Grenzausgleichssystems (CBAM). Betroffen sind künftig nicht nur Grundstoffe wie Stahl und Zement, sondern auch verarbeitete Produkte. Stahlkonstruktionen, Metalltanks, Drähte, Befestigungselemente und sogar Gabelstapler und Elektromotorkomponenten müssen dann mit CO2-Zertifikaten belegt werden.

Warum die EU nachschärft

Branchenanalysten sehen einen klaren Grund für die Ausweitung: Sie soll Umgehungspraktiken verhindern. Bisher konnten Importeure Rohstoffe aus Drittstaaten beziehen, diese in der EU verarbeiten und so die CO2-Abgaben umgehen. Das soll jetzt unterbunden werden.

Gleichzeitig schützt die Regelung die europäische Industrie vor Wettbewerbsnachteilen. Unternehmen aus Ländern mit geringeren Umweltauflagen produzieren günstiger – der CO2-Ausgleich gleicht diesen Vorteil aus. Der Preis für ein CBAM-Zertifikat lag im ersten Quartal 2026 bei durchschnittlich 75,36 Euro pro Tonne CO2.

Emissionshandel: Kommission plant Reform

Am 17. Juli 2026 will die EU-Kommission ihre Reform des Emissionshandels (ETS) vorstellen. Ein zentraler Punkt: kostenlose Zertifikate für bestimmte Sektoren sollen über das Jahr 2034 hinaus verlängert werden. Das sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Die Kommission denkt über eine flexiblere Berechnungsmethode für freie Quoten nach. Das könnte der Industrie Entlastungen im Wert von rund sechs Milliarden Euro bringen. Das große Ziel bleibt jedoch: 90 Prozent weniger Emissionen bis 2040.

Daimler Truck warnt vor unrealistischen Zielen

In der Nutzfahrzeugbranche wächst der Druck. Die EU schreibt für schwere Lastwagen bis 2030 eine CO2-Reduktion von über 40 Prozent gegenüber 2019 vor. Das erfordert rund 35 Prozent emissionsfreie Neuzulassungen.

Die Realität sieht anders aus: Der Anteil liegt aktuell bei zwei Prozent. Daimler Truck rechnet vor: Pro Prozentpunkt Abweichung drohen Strafzahlungen von etwa 120 Millionen Euro. Hauptproblem ist die lückenhafte Infrastruktur für Lade- und Wasserstofftankstellen.

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Die EU weitet den CO2-Grenzausgleich ab 2028 auf 200 Produktgruppen aus – auch verarbeitete Produkte wie Stahlkonstruktionen und Gabelstapler sind betroffen. Wer jetzt keine Compliance-Strategie hat, riskiert Strafzahlungen und Wettbewerbsnachteile. Unser kostenloser Report zeigt, wie Sie sich rechtzeitig vorbereiten. CBAM-Report jetzt anfordern

Serbien spürt die Folgen zuerst

Die neuen Regeln treffen vor allem Handelspartner außerhalb der EU. Am Beispiel Serbiens zeigt sich die Tragweite: Durch die Ausweitung auf Downstream-Produkte steigt der Wert der betroffenen Exporte von rund 2,07 Milliarden auf fast drei Milliarden Euro. Das entspricht etwa 15 Prozent aller serbischen Exporte in die EU. Besonders hart trifft es die Stahl- und Stromsektoren.

Grüner Stahl wird zum Wettbewerbsvorteil

Innerhalb der EU entstehen neue Anreize für emissionsarme Produktion. Der geplante Industrial Accelerator Act (IAA) soll ab 2029 grünen Stahl bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugen. Das könnte eine zusätzliche Nachfrage von etwa neun Millionen Tonnen pro Jahr auslösen.

Thyssenkrupp und Salzgitter investieren bereits in Direktreduktionsanlagen für wasserstoffbasierten Stahl. Wer jetzt umstellt, sichert sich einen Vorsprung.

Zementindustrie testet neue CO2-Technik

Auch andere Sektoren treiben die Dekarbonisierung voran. In Heidenheim testen vier führende Zementhersteller seit Anfang Juli eine Pilotanlage zur CO2-Konzentrierung. Das 120-Millionen-Euro-Projekt nutzt reinen Sauerstoff statt Luft im Brennprozess. Das entstehende Kohlendioxid lässt sich so für Speicherung oder Nutzung aufbereiten.

Deutschland verabschiedet Gebäudemodernisierungsgesetz

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Bereits heute liegt der Preis für ein CBAM-Zertifikat bei durchschnittlich 75 Euro pro Tonne CO2. Ab 2028 steigt die Zahl der betroffenen Produkte drastisch. Unternehmen, die jetzt ihre Emissionen senken, sparen bares Geld. Dieser Report liefert die 5 wichtigsten Maßnahmen zur Emissionsreduktion – praxisnah und sofort umsetzbar. Emissionsreduktion jetzt starten

Am 10. Juli 2026 passierte das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) den Bundestag. Die strikte 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien entfällt. Stattdessen führt das Gesetz ab 2029 eine Treppenregelung mit steigenden Quoten für Biobrennstoffe ein.

Neu sind auch Regeln für digitale Energieausweise. Die Skala für Nichtwohngebäude wird vereinheitlicht. Verstöße gegen die Kennzeichnungspflichten können mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

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