CO2-Abscheidung, Holcim

CO2-Abscheidung: Holcim startet erste Testanlage in Niedersachsen

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Holcim erprobt in Höver die CO2-Abscheidung für Zement und will Erkenntnisse für den Ausbau sowie weitere deutsche Werke gewinnen.

Holcim startet CO2-Testanlage in Höver für klimafreundlicheren Zement
Moderne Industrieanlage zur Zementherstellung mit großen Silos und Rohrleitungssystemen vor einem klaren Himmel. Illustration mit AI erstellt.

In der niedersächsischen Zementindustrie hat ein bedeutendes Pilotvorhaben zur Reduzierung von Treibhausgasen begonnen. Der Baustoffkonzern Holcim nahm vor Kurzem in seinem Werk in Höver die landesweit erste Testanlage zur Abscheidung von Kohlendioxid (CO2) in Betrieb. Damit erprobt das Unternehmen eine Technologie, die für die Erreichung der Klimaziele in der energieintensiven Baustoffproduktion als entscheidend gilt.

Das primäre Ziel des Vorhabens ist es, langfristig eine Abscheidungsquote von 90 Prozent des produzierten Kohlendioxids zu erreichen. In der nun angelaufenen Testphase wird zunächst ein kleinerer Teil der Emissionen behandelt; das System ist darauf ausgelegt, etwa 2 Prozent des anfallenden CO2 abzufangen. Diese Phase soll wichtige Daten für den späteren Ausbau auf den industriellen Maßstab liefern.

Technologische Herausforderungen am Standort Höver

Die Relevanz des Projekts verdeutlicht ein Blick auf die Emissionsdaten des Standorts. Das Zementwerk in Höver emittiert pro Jahr rund 500.000 t CO2. Da ein erheblicher Teil dieser Emissionen prozessbedingt bei der Entsäuerung von Kalkstein entsteht und somit nicht allein durch den Wechsel auf erneuerbare Energien vermieden werden kann, gilt die Abscheidung und anschließende Speicherung oder Verwertung (Carbon Capture and Storage/Utilization) als technologische Notwendigkeit.

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Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies begleitete den Start der Testanlage und unterstrich die Bedeutung dieser Entwicklungen für den Industriestandort. Er bezeichnete den Einsatz von CCS-Technologien als unverzichtbar für die Zukunftsfähigkeit der Branche. Dabei zog der Minister einen Vergleich zum früheren Stahlstandort Salzgitter, wo ebenfalls umfangreiche Transformationsprozesse eingeleitet wurden, um die Produktion dekarbonisieren zu können.

Ergänzende Ansätze durch alternative Rohstoffe

Parallel zur Abscheidung von Emissionen am Ende des Produktionsprozesses forscht die Industrie an der Optimierung der eingesetzten Rohstoffe. In diesem Zusammenhang spielt das Unternehmen Hauri eine Rolle, das in Bötzingen am Kaiserstuhl Phonolith-Gestein abbaut. Dieses spezielle Gestein soll dazu beitragen, den CO2-Ausstoß bereits während der Zementherstellung zu senken.

Die Kombination aus technologischen Lösungen wie in Höver und der Verwendung emissionsärmerer Zuschlagstoffe wie Phonolith bildet den Kern der aktuellen Strategie zur Dekarbonisierung. Branchenexperten verfolgen den Testlauf in Niedersachsen aufmerksam, da die Ergebnisse als Richtungsweiser für weitere Werke in Deutschland dienen könnten.

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Die kommenden Monate werden zeigen, wie effizient die Abscheidung unter Realbedingungen funktioniert und welche Anforderungen an die Infrastruktur für den Transport des isolierten Kohlendioxids entstehen.

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