CO-Terminal, Bremen

CO?-Terminal Bremen: EU genehmigt erstes Exportterminal Deutschlands

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 20:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission billigt das CarbonBridge-Joint-Venture von Ambrian Energy und Messer. Bremen soll ab 2031 jährlich 2,3 Millionen Tonnen CO? exportieren.

CarbonBridge: EU genehmigt CO?-Exportterminal in Bremen
Moderne Industrieanlagen und Rohrleitungen im Bremer Hafen bei Dämmerung zur Vorbereitung auf den CO2-Export. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die europäische Wettbewerbsaufsicht hat den Weg für ein bedeutendes Infrastrukturprojekt zur Dekarbonisierung der deutschen Industrie freigemacht. Die EU-Kommission genehmigte kürzlich die Gründung des Joint Ventures CarbonBridge, eines Gemeinschaftsunternehmens der Partner Ambrian Energy und Messer. Ziel der Kooperation ist der Aufbau und Betrieb des ersten deutschen Exportterminals für Kohlenstoffdioxid (CO?) am Standort Bremen.

Mit der wettbewerbsrechtlichen Freigabe durch die Brüsseler Behörde erreicht das Vorhaben einen entscheidenden Meilenstein. Das Projekt CarbonBridge soll eine zentrale Schnittstelle für das sogenannte Carbon Capture and Storage (CCS) bilden. Dabei wird in Industriebetrieben abgeschiedenes CO? gesammelt und für den Transport zu unterirdischen Speicherstätten vorbereitet.

Zeitplan und Kapazitäten des Standorts Bremen

Nach aktuellen Planungen des Joint Ventures soll das Terminal im Jahr 2031 den regulären Betrieb aufnehmen. Das Vorhaben ist auf eine schrittweise Skalierung der Kapazitäten ausgelegt, um dem wachsenden Bedarf an CO?-Entsorgungsmöglichkeiten in der Industrie gerecht zu werden. Zum geplanten Betriebsstart wird mit einer jährlichen Kapazität von 2,3 Millionen Tonnen CO? gerechnet.

In einer späteren Ausbauphase soll das Terminalvermögen deutlich erweitert werden. Die Verantwortlichen von CarbonBridge streben eine Erhöhung der Kapazität auf bis zu 4 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr an. Das Terminalgelände in Bremen umfasst nach Angaben der beteiligten Unternehmen eine Fläche von insgesamt 3 Hektar.

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Logistische Anbindung und Seetransport

Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist die Einbindung in die bestehende Infrastruktur. Um CO? aus verschiedenen Industrieregionen Deutschlands nach Bremen zu transportieren, wird das Terminal über einen direkten Bahnanschluss verfügen. Dies ermöglicht den Antransport des verflüssigten Gases per Kesselwagen.

Für die finale Etappe der Logistikkette setzt CarbonBridge auf den Seeweg. Das Terminal am Bremer Standort wird einen Hafenbereich nutzen, der für Schiffe mit einer Tragfähigkeit von bis zu 30.000 Tonnen ausgelegt ist. Von dort aus soll das gesammelte Treibhausgas exportiert werden. Als primäres Ziel für die Verschiffung sind Speicherstätten unter dem Meeresboden der Nordsee vorgesehen, wo das CO? dauerhaft gelagert werden soll.

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Bedeutung für die industrielle Klimastrategie

Die Genehmigung des Joint Ventures wird von Marktbeobachtern als wichtiges Signal für den Industriestandort Deutschland gewertet. Da in bestimmten Branchen, wie etwa der Zementherstellung oder Teilen der chemischen Industrie, Emissionen prozessbedingt schwer vollständig zu vermeiden sind, gilt der Export und die anschließende Speicherung von CO? als notwendige Ergänzung zu Verminderungsstrategien.

Durch die Zusammenarbeit von Ambrian Energy und Messer werden Kompetenzen im Bereich der Energie- und Gaseinfrastruktur gebündelt. Die EU-Kommission sieht in dem Zusammenschluss keine Gefährdung des Wettbewerbs, womit die rechtlichen Voraussetzungen für die weiteren Planungs- und Bauphasen des Terminals in Bremen geschaffen sind. Das Projekt markiert den Einstieg Deutschlands in den großskaligen Export von Kohlenstoffdioxid zur geologischen Speicherung.

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