CO-Abgabe, Dünger

CO?-Abgabe auf Dünger: Britische Farms verlieren bis zu 70.000 Pfund

06.06.2026 - 15:07:10 | boerse-global.de

Die geplante CBAM-Düngemittelabgabe ab 2027 könnte britische Betriebe massiv belasten und die Lebensmittelpreise steigen lassen.

Britische Landwirte warnen vor neuer CO?-Abgabe auf Dünger
CO-Abgabe - Ein besorgter Landwirt betrachtet Finanzdaten auf einem Tablet in einem Feld mit landwirtschaftlichen Maschinen im Hintergrund. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab Januar 2027 sollen die neuen Zölle kommen – mit drastischen Folgen für die Betriebe.

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Branchenanalysen zufolge könnte die sogenannte CBAM-Düngemittelabgabe die Importkosten um rund 100 Pfund pro Tonne erhöhen. Der Verband CAAV hat ausgerechnet, was das für einen typischen 500-Acre-Betrieb bedeutet: jährliche Einbußen von bis zu 70.000 Pfund. Abgeordnete und Branchenvertreter fordern deshalb eine Aussetzung der Zölle. Sie warnen vor steigenden Lebensmittelpreisen und Produktionskürzungen.

Getreidepreise auf 19-Monats-Hoch

Die Entwicklung trifft auf einen ohnehin volatilen Weltmarkt. Der Getreidepreisindex der Welternährungsorganisation FAO erreichte im Mai 2026 mit 114,3 Punkten ein 19-Monats-Hoch. Hauptursachen: Wetterextreme sowie gestiegene Kosten für Treibstoff und Düngemittel.

Blockade der Straße von Hormus droht

Geopolitische Risiken verschärfen die Lage zusätzlich. Über die Straße von Hormus werden Schätzungen zufolge rund 40 Prozent der weltweiten Düngemittelversorgung abgewickelt. Eine Blockade könnte fatale Folgen haben – auch wenn die Abhängigkeiten je nach Nährstoff variieren. Die USA sind bei Stickstoff weitgehend autark. Länder wie Brasilien importieren dagegen bis zu 95 Prozent ihres Kalibedarfs, vor allem aus Russland und Kanada.

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Auch in den USA wächst der Widerstand gegen Handelsbarrieren. 65 Agrarverbände fordern das Handelsministerium auf, Antidumpingzölle auf Phosphatdünger aus Marokko aufzuheben. Seit 2020 seien die Düngerpreise um 150 Prozent gestiegen, das Nettoeinkommen der Landwirte sei um fast ein Drittel eingebrochen.

EU-Kommission will Agrarreserve freigeben

In der EU reagiert man ebenfalls auf die Kostenkrise. Die Preise für Stickstoffdünger liegen aktuell rund 70 Prozent über dem Durchschnitt von 2024. Die EU-Kommission kündigte an, die Agrarreserve in Höhe von etwas über 200 Millionen Euro freizugeben. Ein entsprechender Vorschlag wird für Mitte Juni 2026 erwartet.

Die Maßnahmen sollen ein neues Liquiditätsprogramm sowie flexiblere Vorauszahlungen umfassen. Elisabeth Werner von der Generaldirektion DG AGRI betonte Anfang Juni vor dem Agrarausschuss des EU-Parlaments, dass die Kommission kurzfristig keine Entspannung am Markt erwarte. Besonders die kommende Herbstaussaat bereite Sorgen.

Deutschland startet Soforthilfeprogramm

Die deutsche Rentenbank hat Anfang Juni 2026 ein spezielles Soforthilfeprogramm mit einem Volumen von 200 Millionen Euro gestartet. Betriebe können Darlehen von bis zu 500.000 Euro über ihre Hausbank beantragen. Für Kredite bis 50.000 Euro gelten vereinfachte Nachweisregeln. Der Zinssatz sieht einen Abschlag von 0,50 Prozent auf die Basiskonditionen vor.

Strukturelle Probleme bleiben

Trotz der kurzfristigen Hilfen kämpft die Branche mit langfristigen Problemen. Vertreter der deutschen Saatgutvermehrung kritisieren steigende Lizenzgebühren und hohe Auflagen, die den Wettbewerb mit dem Ausland erschweren. Extreme Wetterereignisse führen zu Ernteeinbußen. In Regionen wie Valencia und Castellón werden bei Getreide Verluste von mindestens 50 Prozent prognostiziert – Folge von Hitze und Regenmangel.

Auch die Logistik bereitet Kopfzerbrechen. Unternehmen berichten von massiven Mehrbelastungen durch ein marodes Schienennetz und unzureichend koordinierte Baustellen. Vereinzelt kam es bereits zu Produktionskürzungen wegen fehlender Rohstoffanlieferungen.

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