Cleantech-Fonds: WovenEarth schließt 155-Millionen-Dollar-Fond
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Risikokapitalgesellschaft WovenEarth Ventures hat die Schließung ihres zweiten Fonds bekannt gegeben. Mit einem Volumen von 155 Millionen US-Dollar soll der WovenEarth Fund II gezielt in junge Unternehmen investieren, die Technologien im Bereich der sauberen Energie entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf Projekten in den Sektoren Geothermie, Batteriespeicher sowie der Gewinnung und Verarbeitung kritischer Mineralien.
Das Investorenkonsortium des neuen Fonds setzt sich aus namhaften Institutionen zusammen. Zu den Kapitalgebern gehören unter anderem die Pennsylvania State University, Glenmede sowie das Industrieunternehmen J.M. Huber. WovenEarth Ventures verfügt bereits über eine breite Basis an Beteiligungen; das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in mehr als 250 Firmen investiert, hält Anteile an sieben Fonds und ist an 20 Co-Investments beteiligt.
Dynamik im Markt für Energiespeicher und Infrastruktur
Die Schließung des Fonds fällt in eine Phase intensiver Investitionstätigkeit im Cleantech-Sektor, insbesondere bei Infrastrukturprojekten für die Energiewende.
So hat das Unternehmen Masdar kürzlich den kommerziellen Betrieb seines zweiten großen Batteriespeicherprojekts im britischen Rochdale aufgenommen. Die Anlage mit einer Leistung von 35 Megawatt (MW) und einer Kapazität von 70 Megawattstunden (MWh) kann täglich rund 35.000 Haushalte versorgen.
Masdar verfolgt eine weitreichende Strategie im Vereinigten Königreich und hat Investitionsverpflichtungen in Höhe von einer Milliarde Britischen Pfund für dortige Batteriespeicher zugesagt. Bis zum Jahr 2030 strebt das Unternehmen weltweit eine Kapazität von 27 Gigawatt in diesem Bereich an.
Auch im Bereich der industriellen Fertigung von Speichertechnologien gibt es strategische Verschiebungen. Samsung SDI übernimmt den verbleibenden Anteil von 49,99 Prozent an einem Batteriewerk im US-Bundesstaat Indiana von General Motors und wird damit Alleineigentümer.
Als Grund für diesen Schritt wird eine schwächere Nachfrage nach Elektroautos angeführt. Das Werk, das eine geplante Kapazität von 27 Gigawattstunden aufweist und im Jahr 2027 die Produktion aufnehmen soll, wird künftig auch stationäre Speicher produzieren.
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Kapitalmarktinstrumente für die Energiewende
Neben klassischem Risikokapital gewinnen festverzinsliche Wertpapiere zur Finanzierung nachhaltiger Infrastruktur an Bedeutung. Die Aream Infrastruktur Finance GmbH hat die Begebung eines Green Bonds mit einem Volumen von bis zu 10 Millionen Euro gestartet.
Die Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem jährlichen Kupon von 7,25 Prozent soll Mittel für Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeicher in Deutschland, Italien und Spanien generieren. Die Zeichnungsfrist für das Papier hat bereits begonnen und erstreckt sich bis in das Jahr 2027.
Fortschritte bei Geothermie und Rohstoffgewinnung
Im Sektor der erneuerbaren Energien verzeichnen zudem spezialisierte Technologien hohe Kapitalzuflüsse. Fervo Energy konnte sich ein Darlehen in Höhe von 421 Millionen US-Dollar für das Geothermieprojekt Cape Station in Utah sichern. Die Anlage soll im Laufe des Jahres 2026 den Betrieb aufnehmen und bis 2027 auf eine Leistung von 100 MW skaliert werden, wobei langfristig 500 MW angestrebt werden.
Parallel dazu treibt Neptune Energy in Sachsen-Anhalt die lokale Rohstoffgewinnung voran. In der Altmark wird derzeit eine Pilotanlage zur Lithiumgewinnung aus Thermalwasser in großen Tiefen getestet. Die Ressource wird auf 43 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) geschätzt. Ab dem Jahr 2030 ist eine Produktion von jährlich bis zu 25.000 Tonnen LCE geplant.
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Während diese neuen Kapazitäten aufgebaut werden, befindet sich die Branche der Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC) in einem Umbruch. Thyssenkrupp Nucera stellte die Serienfertigung in diesem Bereich kürzlich ein, und auch Topsoe legte eine entsprechende Fabrik still.
Demgegenüber steht das Engagement von Sunfire und BASF, die in Schwarzheide mit dem Bau einer SOEC-Testanlage begonnen haben, um die Effizienz der Wasserstoffproduktion weiter zu steigern.
