Cisco ISE: Kritische Lücke CVE-2026-76460 wird aktiv als Zero-Day genutzt
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 19:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Netzwerk-Ausrüster Cisco hat Mitte September 2026 Notfall-Sicherheitsupdates für eine kritische Schwachstelle in der Cisco Identity Services Engine (ISE) sowie in Cisco ISE-PIC veröffentlicht.
Die als CVE-2026-76460 identifizierte Sicherheitslücke wird laut Unternehmensangaben bereits aktiv als Zero-Day-Exploit für Angriffe ausgenutzt. Mit einem CVSS-Score von 10,0 erreicht die Schwachstelle den höchstmöglichen Schweregrad, da sie eine vollständige Übernahme betroffener Systeme ermöglichen kann.
Technisches Risiko und aktive Ausnutzung
Die Schwachstelle findet sich im sogenannten ise-kong REST-API-Gateway der Software. Den vorliegenden Informationen zufolge erlaubt der Fehler (CWE-648) einem unauthentifizierten Angreifer aus der Ferne, die Weboberfläche sowie die Authentifizierungsmechanismen durch speziell präparierte HTTP- oder API-Anfragen zu umgehen. In der Folge ist es möglich, Befehle mit Root-Rechten auf dem zugrunde liegenden Betriebssystem auszuführen.
Entdeckt wurde die Sicherheitslücke im Rahmen eines Falls beim Technical Assistance Center (TAC) des Herstellers. Da die Schwachstelle bereits vor der Veröffentlichung der Patches aktiv ausgenutzt wurde, besteht für Administratoren dringender Handlungsbedarf. Eine Ausnutzung erlaubt Angreifern einen tiefgreifenden Zugriff auf die Netzwerkinfrastruktur, in der die ISE für die Authentifizierung und Autorisierung zuständig ist.
Betroffene Systeme und verfügbare Sicherheitsupdates
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Von dem Sicherheitsrisiko betroffen sind die Cisco Identity Services Engine sowie ISE-PIC in allen verfügbaren Konfigurationen der Versionen 3.0 bis 3.5. Dabei gilt eine Besonderheit für die Version 3.0: Da dieses Release bereits das Ende der Wartung (End of Maintenance) erreicht hat, wird Cisco für diese spezifische Version keinen Sicherheits-Patch mehr bereitstellen.
Für die übrigen unterstützten Versionen wurden folgende Fixes veröffentlicht:
- ISE/ISE-PIC 3.1 Patch 12
- 3.2 Patch 11
- 3.3 Patch 12
- 3.4 Patch 7
- 3.5 Patch 4
Cisco wies ausdrücklich darauf hin, dass keine praktikablen Workarounds für die Schwachstelle existieren. Als einzige vorläufige Abschwächungsmaßnahme empfahl das Unternehmen die Einschränkung von Infrastructure Access Control Lists (iACLs), um den Zugriff auf die betroffenen Schnittstellen zu minimieren, bis die Updates eingespielt werden können.
Behördenreaktion und weitere Sicherheitsupdates
Die US-Sicherheitsbehörde CISA reagierte am 16. September 2026 auf die Bedrohungslage und nahm CVE-2026-76460 in ihren Katalog bekanntermaßen ausgenutzter Schwachstellen (KEV) auf. Für US-Bundesbehörden wurde eine verbindliche Frist zur Behebung des Mangels bis zum 19. September 2026 gesetzt.
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Die Veröffentlichung der Notfall-Patches ist Teil eines umfangreichen Update-Pakets von Cisco im September. Insgesamt verzeichnete der Hersteller in diesem Monat 77 neue CVE-Kennungen, wobei allein 41 davon auf die Identity Services Engine entfielen.
Neben der höchstkritischen Lücke wurden zudem Advisories zu weiteren Schwachstellen wie CVE-2026-20071 und CVE-2026-20072 veröffentlicht, die unter anderem Session-Hijacking beim Onboarding von Endgeräten oder das Auslesen von Nutzerpasswörtern durch authentifizierte Administratoren ermöglichen könnten.
Bereits wenige Tage zuvor war zudem eine weitere kritische Schwachstelle (CVE-2026-76461) mit einem CVSS-Score von 9,8 bekannt geworden, die das Secure Email Gateway betraf und ebenfalls aktiv für Angriffe genutzt wurde. Diese Häufung kritischer Vorfälle unterstreicht die aktuelle Bedrohungslage für zentrale Netzwerkinfrastrukturen.
