Circular Economy Act: EU plant Gesetz für Kreislaufwirtschaft bis Ende 2026
10.06.2026 - 20:38:43 | boerse-global.de
Angesichts globaler Ressourcenknappheit und klimatischer Veränderungen rückt der Übergang zu zirkulären Systemen in den Fokus – sowohl auf regulatorischer Ebene als auch in der Unternehmensführung.
Strategische Autonomie durch Kreislaufwirtschaft
Die EU plant, ihre strategische Unabhängigkeit durch eine verstärkte Umweltpolitik abzusichern. EU-Kommissarin Jessika Roswall kündigte an: Ende 2026 soll ein neuer Circular Economy Act vorgestellt werden. Das Gesetz verankert zirkuläre Wertschöpfung als Teil der europäischen Verteidigungs- und Sicherheitsstrategie.
Neben ökologischen Richtlinien rücken auch neue technologische Regulierungen in den Fokus der EU-Gesetzgebung. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen des neuen EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Ein Beispiel: Die Wiedervernässung von Mooren an den Außengrenzen dient gleichzeitig dem Klimaschutz und der Grenzsicherung.
Parallel treibt das Netzwerk Circular Valley die Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen, Flandern und den Niederlanden voran. Ziel ist eine europäische Batterieproduktion, die primär auf zurückgewonnenen Materialien basiert. Damit soll die Abhängigkeit von globalen Rohstofflieferketten sinken.
Hersteller in der Pflicht
Ein zentraler Baustein für zirkuläre Konzepte ist die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR). Eine aktuelle Kurzstudie der Stiftung GRS Batterien bewertet die Einführung einer industriegetragenen Gemeinsamen Herstellerstelle (GHS) als rechtskonform und fachlich geeignet. Dieser Ansatz gilt für den Batterie- und Textilsektor als effektiver als rein beratende Expertenkommissionen.
Die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) betont: Weder Festhalten an alten Strukturen noch radikale Verzichtskonzepte reichen aus. Nötig sei ein Paradigmenwechsel, der Entscheidungen an zyklischen Abläufen orientiert.
Luftfahrt und Energie im Umbruch
Auch der Verkehrssektor stellt sich neu auf. Die Bundesregierung präsentierte auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin eine neue nationale Luftfahrtstrategie. Bundeskanzler Merz hob die Bedeutung der Branche für Innovation und Verteidigung hervor.
Geplant ist ein Entlastungspaket von rund 500 Millionen Euro, unter anderem durch niedrigere Flugsicherungsgebühren. Ein Schwerpunkt liegt auf nachhaltigen Flugkraftstoffen (eSAF) und Wasserstoffantrieben. Das Problem: eSAF kostet derzeit das Drei- bis Fünffache von fossilem Kerosin.
In der Lausitz passen sich Unternehmen bereits aktiv dem Kohleausstieg an. Die N+Z GmbH generiert inzwischen die Hälfte ihres Umsatzes außerhalb des Braunkohlensektors – etwa durch die Wartung von Windkraftanlagen. Netzwerke wie „Mining & Generation Technology“ unterstützen solche Transformationsprozesse.
KI treibt den Wandel
Die Digitalisierung fungiert als Beschleuniger. Eine KPMG-Studie zeigt: KI durchdringt die deutsche Wirtschaft schneller als erwartet. Während 2024 erst 56 Prozent der Unternehmen KI als relevant einstuften, liegt dieser wert heute bei 98 Prozent. Die meisten Firmen haben bereits feste KI-Strategien implementiert und setzen auf unternehmensweite Weiterbildungen.
Mit der rasanten Verbreitung von KI im Unternehmen wachsen auch die regulatorischen Anforderungen an Risikodokumentation und Qualitätssicherung. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die neuen gesetzlichen Regeln rechtssicher umsetzen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Gleichzeitig mahnen Wissenschaftler ein präziseres Ressourcenmanagement an. Norbert Kreuzinger von der TU Wien warnt am Beispiel Österreichs: Das Narrativ eines unerschöpflichen Wasservorrats sei nicht mehr haltbar. In den letzten 15 Jahren sanken die Grundwasserpegel um 30 bis 50 Zentimeter. Kreuzinger plädiert für ein Wasserentnahmeregister und die verstärkte Nutzung gereinigter Abwässer.
Innovative Ansätze wie die mikrowellenunterstützte Pyrolyse zur Umwandlung von Plastik in Kraftstoff existieren bereits im Experimentierstadium. Fachleute warnen jedoch vor mangelnder Skalierbarkeit und technischen Risiken. Die breite Umsetzung zirkulärer Modelle bleibt eine Aufgabe, die technologische Innovation und politisches Handeln gleichermaßen erfordert.
