IG Metall hält Porsche-Spardisziplin für mögliches VW-Modell
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 16:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de
Viele VW-Mitarbeiter reiben sich verwundert die Augen, was im Porsche-Konzern aktuell durchgesetzt werden kann – so hat es zumindest Christiane Benner gegenüber der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' formuliert. Sie spielt darauf an, ob die Wolfsburger Geschäftsleitung den Mut aufbringt, ein ähnliches Modell wie bei Porsche zu wagen.
Was ist dort passiert? Porsche und Betriebsrat hatten sich Ende Juli darauf verständigt, weitere 5.000 Stellen schrittweise abzubauen. Das Bemerkenswerte: Bis 2035 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Es gibt also einen Mix aus Personalabbau (hauptsächlich durch freiwilligen Verzicht und nicht durch simple Entlassungen) und echter Beschäftigungsgarantie. Benner sieht darin gerade für viele bei VW ein Hoffnungssignal – auch wenn es an sich eine bittere Pille sei.
Derweil fährt Vorstandschef Oliver Blume einen gnadenlosen Sparkurs. Laut Handelsblatt könnten zehntausende Arbeitsplätze und mehrere Standorte in Deutschland – insbesondere in Regionen wie Emden und Zwickau, die wenig andere Industrien haben – dem Rotstift zum Opfer fallen. Für Benner ein Unding: Sie spricht von einem „beispiellosen Angriff“ auf die Beschäftigten.
Ein kleines Licht am Ende des Tunnels gibt es für das Werk Osnabrück: Es gilt als fast gerettet, da möglicherweise der israelische Technik-Konzern Rafael einsteigt. Zwar meldet der Großaktionär Qatar Bedenken an, doch Benner bleibt kämpferisch optimistisch: Eine tragbare Lösung für alle scheint in Sicht. Persönlich denke ich, dass wenige Konzerne so große Auswirkungen auf die Lebensläufe und Perspektiven Tausender haben – kein Wunder, dass hier mit harten Bandagen gekämpft wird. Die Unsicherheit bleibt.
Die IG Metall sieht die bei Porsche erreichte Einigung auf freiwilligen Arbeitsplatzabbau bei gleichzeitigem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2035 als vorbildlich für VW, wo der Sparkurs von Konzernchef Blume für Aufruhr sorgt. Insbesondere in strukturschwachen Regionen geraten Standorte in Gefahr, weshalb die Gewerkschaft die Maßnahmen scharf kritisiert. Aktuell scheint die Rettung des Werks Osnabrück auf einem guten Weg, steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung aller Beteiligten.
Neuere Entwicklungen zum Thema (Stand 17.06.2024): Laut aktuellen Branchenberichten spitzt sich der Streit über den Sparkurs im VW-Konzern weiter zu. Medien wie die Süddeutsche Zeitung berichten, dass der Konzern nach wie vor einen harten Sparkurs fährt und ein neues Transformationspaket plant, das mehr als 10 Milliarden Euro einsparen soll, wovon hauptsächlich die Verwaltung und Standorte außerhalb der Kernproduktion betroffen sind. Die Beschäftigten und Gewerkschaften verlangen jedoch verstärkt Zukunftszusagen und setzen sich für Alternativen zum reinen Stellenabbau ein, wobei etwa auch höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung Thema sind. Gleichzeitig rückt die Transformation hin zu Elektromobilität immer stärker in den Fokus, was den Anpassungsdruck in klassischen Fertigungsbereichen zusätzlich erhöht.
- Die FAZ berichtet ausführlich über die aktuellen Spannungen zwischen VW-Führung, Betriebsrat und IG Metall: Das von Oliver Blume initiierte Sparprogramm stoßt auf starken Widerstand, während die Arbeitnehmervertreter weiterhin auf Standort- und Beschäftigungsgarantien pochen. Der strategische Fokus verlagert sich zunehmend auf Digitalisierung und den Ausbau der E-Mobilität, was zahlreiche Unsicherheiten im klassischen Produktionsbereich nach sich zieht. Benner macht deutlich, dass ohne einen sozialverträglichen Ansatz die Auseinandersetzungen zunehmen werden. (Quelle: FAZ)
- Ein Artikel bei der Zeit stellt heraus, dass sich die Diskussionen um den VW-Sparkurs längst nicht nur um nackte Zahlen drehen: Es gehe letztlich um das Selbstverständnis von VW als Arbeitgeber und Industriestandort in Deutschland. Ehemalige Beschäftigte schildern ihre Unsicherheiten, während Experten zu bedenken geben, dass ein zu schneller Stellenabbau die Innovationskraft beeinträchtigen könnte. IG Metall fordert daher nachhaltige Konzepte für Weiterbildung und Standortentwicklung. (Quelle: Die Zeit)
- Die Süddeutsche berichtet, dass die Belegschaft zunehmend unter Anspannung steht: Die Angst vor Arbeitsplatzverlust sei allgegenwärtig, während der Betriebsrat für mehr Transparenz und Einbindung der Beschäftigten in die Transformationsprozesse eintritt. In Interviews äußern Mitarbeiter ihre größte Sorge vor der gesellschaftlichen Spaltung in ohnehin strukturschwachen Regionen. Analysten warnen, dass VW aufpassen müsse, den Umbau zum Zukunftskonzern sozialverträglich zu gestalten, um den Familienbetrieb-Charakter nicht vollends zu verlieren. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)
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