China-Steuer trifft Porsche hart: Absatz um 32 Prozent gefallen
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Jahr nach der Senkung der Luxussteuer-Schwelle in China zeigen die Absatzzahlen deutscher Premiumhersteller deutliche Spuren. Branchenverbände warnen vor negativen Folgen.
Seit dem 20. Juli 2025 gilt in China eine deutlich niedrigere Grenze für die Luxussteuer: Statt ab 1,3 Millionen Yuan werden jetzt bereits ab 900.000 Yuan (rund 116.000 Euro) Sonderabgaben fällig. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht darin eine gezielte Belastung für deutsche Hersteller. Daten des chinesischen Pkw-Verbands CPCA belegen: Die Nachfrage nach Verbrenner-Modellen im betroffenen Preissegment ist massiv eingebrochen.
Zweistellige Verluste bei den Großen
Die Folgen zeigen sich in den Halbjahreszahlen 2026. Besonders hart traf es Porsche mit einem Absatzminus von 32 Prozent. Mercedes-Benz verlor 28 Prozent, BMW 20 Prozent und Audi 19 Prozent.
Die Hersteller selbst sehen die Steuerreform gelassener. Mercedes-Benz gibt an, dass weniger als fünf Prozent des Gesamtabsatzes betroffen seien. Auch BMW und Audi berichten von einer begrenzten Zahl direkt betroffener Modelle. Bei Porsche seien es nur einzelne Derivate.
Elektro-Wettbewerb wird zur Zerreissprobe
Doch die Steuer ist nur ein Teil des Problems. Der Wettbewerb im E-Auto-Segment verschärft sich dramatisch. BMWs China-Verkäufe brachen im zweiten Quartal 2026 um 30 Prozent ein. Gerade einmal fünf Prozent der verkauften BMWs waren vollelektrisch – bei einem E-Auto-Marktanteil von 46 Prozent in China.
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Der Preisdruck ist enorm: BMWs Durchschnittspreis lag 2025 mit 341.000 Yuan bereits unter dem von Nio. Um bei Fahrassistenzsystemen aufzuholen, setzt BMW nun auf eine Partnerschaft mit dem chinesischen Anbieter Momenta – nachdem sich der Marktstart des iX3 verzögert hatte.
Streit um Importstrategie und Zölle
Volkswagen-Chef Blume sorgte mit Vorschlägen für Aufsehen: Er will in China produzierte Fahrzeuge nach Europa importieren und Produktionskapazitäten für chinesische Hersteller bereitstellen.
Das Mercator-Institut für China-Studien (Merics) warnt vor einer riskanten Wette. Die Produktion in China finde unter unfairen Bedingungen statt. Stattdessen schlagen die Experten vor, freie Kapazitäten für Rüstungsunternehmen aus Kanada oder Israel zu nutzen.
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In der Politik wachsen die Rufe nach Gegenschritten. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter fordert eine Verdopplung der EU-Zölle auf chinesische E-Autos. Sein Ziel: Chinesische Hersteller zu Joint-Ventures an deutschen Standorten bewegen.
Bei Volkswagen bleibt die Lage angespannt. Blume hält theoretisch bis zu 50.000 zusätzliche Stellenstreichungen für möglich. Der Betriebsrat plant für Ende August Versammlungen.
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