China-Außenhandel, Exporte und Importe

China steigert Exporte im September um 36,3 Prozent

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 05:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Chinas Exporte und Importe sind im September deutlich stärker gewachsen als erwartet. Besonders groß fällt der Abstand im Handel mit Deutschland und der EU aus.

Exporte helfen, Chinas Konjunkturmotor am Laufen zu halten. (Symbolbild) - Bild: Uncredited/CHINATOPIX via AP/dpa
Exporte helfen, Chinas Konjunkturmotor am Laufen zu halten. (Symbolbild) - Bild: Uncredited/CHINATOPIX via AP/dpa

Handel mit Deutschland bleibt unausgeglichen

  • Chinas Exporte stiegen im September binnen Jahresfrist um 36,3 Prozent, die Importe legten um 31 Prozent zu.
  • Im Handel mit Deutschland wuchsen Chinas Ausfuhren um 31,4 Prozent, während die Einfuhren nur um 0,1 Prozent zunahmen.
  • Der Handelsüberschuss der ersten drei Quartale erreichte 938,11 Milliarden US-Dollar und könnte den Vorjahresrekord übertreffen.

Chinas Außenhandel hat im September deutlich stärker zugelegt als von Analysten erwartet.

Exporte wachsen stärker als prognostiziert

Die Ausfuhren der Volksrepublik erhöhten sich im Vergleich zum September des Vorjahres um 36,3 Prozent, wie die Zollbehörde in Peking mitteilte. Erwartet worden war ein Zuwachs von ungefähr 25 Prozent.

Auch die Einfuhren übertrafen die Prognosen. Sie stiegen um 31 Prozent, während Analysten mit einem Plus von bis zu 24,5 Prozent gerechnet hatten.

Deutlicher Abstand im Handel mit Europa

Im Handel mit Deutschland legten die chinesischen Exporte um 31,4 Prozent zu. Die Importe aus Deutschland blieben dagegen nahezu unverändert und wuchsen lediglich um 0,1 Prozent.

Ähnlich entwickelte sich der Handel mit der Europäischen Union. China exportierte im September 25,3 Prozent mehr in die EU, während die Einfuhren aus der EU nur um 0,7 Prozent zunahmen.

Handelsüberschuss nähert sich Rekord

In den ersten drei Quartalen summierte sich Chinas Handelsüberschuss auf 938,11 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 836,9 Milliarden Euro. Damit ist das Land auf dem Weg, den Rekordüberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar aus dem vergangenen Jahr zu übertreffen.

Handelspartner wie die EU fordern von Peking deshalb seit Längerem Maßnahmen gegen das Ungleichgewicht. Nach Angaben des Zolls trug auch der Boom bei künstlicher Intelligenz zum Exportwachstum bei, weil die Nachfrage nach Schaltkreisen und Speichermedien zunahm.

Exportstärke trifft auf Handelsungleichgewicht

Die Septemberzahlen zeigen, dass Chinas Außenhandel trotz bestehender Belastungen für die Weltwirtschaft stark wächst. Besonders die Exporte legten deutlich stärker zu als von Analysten erwartet. Der Anstieg der Importe deutet zugleich auf eine kräftige Nachfrage nach Vorprodukten und Waren im chinesischen Wirtschaftsraum hin.

EU und Deutschland unter Druck

Für Deutschland und die EU fällt die Entwicklung jedoch unausgewogen aus. Während China seine Lieferungen in beide Wirtschaftsräume deutlich steigerte, stagnierten die Importe aus Deutschland nahezu und legten aus der EU nur geringfügig zu. Dadurch wächst der bilaterale Handelsüberschuss weiter.

Für europäische Unternehmen verschärft das den Wettbewerbsdruck auf dem Heimatmarkt. Chinesische Anbieter verfügen in zahlreichen Industrie- und Technologiebereichen über wachsende Produktionskapazitäten, während europäische Firmen zugleich mit schwacher Nachfrage und dem Zugang zum chinesischen Markt ringen.

KI-Nachfrage als zusätzlicher Faktor

Der Hinweis auf künstliche Intelligenz verweist auf eine strukturelle Veränderung im Welthandel. Schaltkreise, Speicher und weitere Zwischenprodukte werden für Rechenzentren und digitale Anwendungen benötigt. Sollte dieser Bedarf weiter zunehmen, könnte er Chinas Exportdynamik zusätzlich stützen.

Der wachsende Überschuss erhöht zugleich den politischen Druck auf Peking. Handelspartner könnten weitere Gespräche, Schutzmaßnahmen oder Einschränkungen prüfen, während China auf offene Märkte für seine Ausfuhren angewiesen bleibt. Für deutsche Unternehmen bleibt deshalb entscheidend, ob die Importnachfrage in China stärker anzieht oder die Handelsbilanz noch unausgeglichener wird.

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