China, Segen

China: Segen und Fluch der Wirtschaft

Veröffentlicht: 30.07.2006 um 17:57 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)

Jeden Tag berichtet unsere Seite über China als eine nicht mehr weg zu denkende Wirtschaftsmacht. Nachfolgend einmal einige Überlegungen und Zahlen zu dem global Einfluss nehmenden Land. China als das drittgrößte Land der Erde mit einer Bevölkerung von über 1,3 Mrd. Menschen, ein fünftel der Weltbevölkerung, schwingt sich seit 20 Jahren in einer atemberaubenden Geschwindigkeit zu einer wirtschaftlichen Führungsmacht dieser Welt auf. Die wirtschaftliche und finanzielle Macht ist inzwischen so groß, dass die Welt es längst zu spüren bekommt. Die wirtschaftliche Basis des Landes betrug laut Statistik mit Ende 2005 etwa 2.200 Mrd. USD. Das ist der Wert des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus welchem das Land unter anderem seine Bedeutung bezieht und nach den USA, Japan und Deutschland vor Großbritannien und Frankreich auf den vierten Platz weltweit rangiert. Die Hauptproduzenten dieses BIP sind die etwa 252.000 ausländische- und auslandsinvestierte Unternehmen. Sie stammen vorrangig aus Hongkong (52.000), Taiwan (24.000), Japan (20.000), USA (21.000), Südkorea (23.000) und Deutschland (2.300). Der überwiegende Teil der Unternehmen war und ist nach China aufgebrochen, um das extrem günstige Angebot von Arbeitskräften zu nutzen. Das hatte zur Folge, dass massive, auf der Welt kaum vergleichbare, Direktinvestitionen flossen, welche sich im Bereich von 600 bis 700 Mrd. USD bewegen. Diese wiederum sorgen dafür, dass der Außenhandel Chinas rasant an Fahrt gewinnt und nach den USA und Deutschland bereits den dritten Platz einnimmt. Der Anteil der Auslands investierten Unternehmen macht inzwischen fast 60 % des Exportes Chinas aus. Das Gro der Produkte geht nach Amerika, Europa und Japan, was wiederum zu einem starken Rückfluss von Devisen nach China führt. Die chinesische Staatsbank verfügt dadurch über die unvorstellbare Devisenmenge von etwa 941 Mrd. USD, bis Jahresende werden 1 Bio. USD erwartet. China hat damit den größten Devisen “Schatz“ der Welt. Aber nicht nur der Export, welcher erheblich über den Wert der Importe liegt, und die Direktinvestitionen sind eine sprudelnde Quelle für das Land, sondern auch die Börsen. Weltweit ziehen chinesische Unternehmen in Mrd.-Höhe Kapital bei ihren IPOs aus den Börsenplätzen und den Taschen der Investoren. Allein in Hongkong beläuft sich der Börsenwert der dort gelisteten Unternehmen aus China derzeit auf etwa 360 Mrd. USD und machen damit ca. 40 % der Gesamtkapitalisierung der Hongkonger Börse aus. Der Überwiegende Teil dieser Unternehmen befindet sich immer noch in staatlichem Besitz, oder wird durch diesen kontrolliert, so dass das Geld was über die Börsengänge eingenommen, indirekt wieder der Staatskasse zufließt. Allein in Hongkong gingen seit Jahresanfang 25 chinesische Unternehmen an die Börse und holten sich von dort Mrd. – Beträge. Der Größte dieses Jahres war bisher die Bank of China mit über 11 Mrd. USD. Mit der Industrial and Commercial Bank of China steht ein weiteres Mrd. schweres IPO an, welches u.U. zum Weltgrößten in der Börsengeschichte werden könnte. Aber nicht nur die Unternehmen und China profitieren, sondern auch die internationalen Emissionsbanken reiben sich der Einnahmen wegen die Hände. Schulden sind für China eine weitere Einnahmequelle. Hier profitiert der Staat von seiner „sparwütigen“ Bevölkerung. Die unvorstellbaren Sparkonten nutzt der Staat, um diese zu „beleihen“. Quellen sprechen von etwa 360 Mrd. USD die der Staat als Schulden gegenüber seinen Sparern trägt. Auch Schulden gegenüber dem Ausland stellen kein Problem dar. Mit seiner Wirtschaftwucht sind die großen der Banken gerne bereit, das Reich der Mitte mit Kapital zu versorgen. So betrugen die Auslandsschulden mit Ende 2005 etwa 280 Mrd. USD. Ein weiterer Quell des sprudelnden Geldes sind die Steuereinnahmen. Laut Statistik brachten diese dem Staat mit Ende 2005 etwa 386 Mrd. USD, womit rein rechnerisch die Auslandschulden mehr als abgedeckt sind. Auch hier machen sich wieder die „Auslands“ – Unternehmen bemerkbar. Sie führten einen großen Teil dieser Steuern ab. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wuchsen die Finanzeinnahmen des Staates bereits auf über 250 Mrd. USD und machen damit bereits fast zwei Drittel der Gesamteinnahmen des vorigen Jahres aus. Auch wenn der Wohlstand, auf den gesamten Landesdurchschnitt gerechnet, sehr gering ist, so wächst dennoch die Kaufkraft und das vor allem durch die boomenden Südregionen des Landes. Diese wiederum kurbelt den Binnenkonsum an, was zu entsprechenden Einnahmen führt. Der Einzelhandel konnte im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits einen Umsatzschub von 13,3 % auf 455 Mrd. USD verzeichnen. Neben den ganzen Einkommensquellen verfügt China über seine Staatsunternehmen auch über die Quellen der Wasserversorgung, Grund- und Boden, Luft- und Raumfahrt, Verkehr, der Stromerzeugung, sämtlicher Medien und der Rohstoffe. Da nach wie vor gilt, nicht mehr als 50 % in ausländischer Hand, übt die Regierung weiterhin das Monopol in allen diesen wichtigen Schlüsselstellungen aus. Problematisch ist aber der Umgang mit den genannten Quellen und Ressourcen über die das Land verfügt. Viele machen sich an den Töpfen zu schaffen und bringen so das gigantische Rad der chinesischen Wirtschaft immer schneller zum drehen. Im Sog dieser Umdrehung bleibt Etliches auf der Strecke, was sich ins Negative wandeln kann. Sei es die immer weiter anschwellende Überkapazität in vielen Bereichen, sei es die rasant zunehmende Umweltverschmutzung oder die immer knapper werdenden Energie- und Rohstoffressourcen sowie Land. Bisher verstand es die Regierung in den letzen 20 Jahren der Wirtschaftsentwicklung den richtigen Weg der Gradwanderung zu finden und es bleibt zu hoffen, dass sie ihn auch in der nächsten Zukunft begehen kann. Entscheidend dazu wird u.a die Abkühlung der Wirtschaft sein. Bisher konnten die dazu eingeleiteten Maßnahmen nicht nachhaltig greifen. Allein das BIP – Wachstum des zweiten Quartals von 11,3 % widerspiegelt die Verpuffung. Für das Gesamtjahr dürfte wohl ein Wachstum zwischen 10,5 und 11 % drin sein. Im vergangenen Jahr lag es bei 9,9 %. Bereits im ersten Halbjahr 2006 betrug das BIP 1.142 Mrd. USD; erinnert sei hier noch einmal: im Gesamtjahr 2005 lag es bei 2.200 Mrd. USD. Die Reform- und Entwicklungskommission NDRC selbst geht bereits von einem durchschnittlichen Wachstum bis Ende September von 10,8 % aus, da das dritte Quartal voraussichtlich bei 11 % liegen wird. So warnte dann auch der Volkswirt Wang Xiaoguang vom Wirtschaftsforschungsinstitut des NDRC, dass die chinesische Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte klare Anzeichen einer Überhitzung bei den Investitionen aufweist. Das dürfte sich durch die hohen Staatseinnahmen verschärfen, da die Investitionen weiter laufen und bedrohlich an den Ressourcen von Grund- und Boden kratzen. Wang forderte die Regierung eindringlich zu Gegenmaßnahmen auf, da so gut wie alle Industrien und Regionen Chinas „heiß laufen“. Bereits im Juni hatte der Gouverneur der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, eine Zügelung der Geldpolitik angekündigt. Die People`s Bank of China hat inzwischen die Rücklagenforderungen gegenüber den Banken auf 8,5 % nach oben geschraubt. Mit diesem Schritt wird versucht, das fast ungezügelte Ausreichen von Krediten, vor allem im Immobilienbereich, zu drosseln. Hier flossen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 70,25 Mrd. USD und damit fast 22 % über dem Vorjahreszeitraum. Das die Investitionen an Dramatik zugenommen haben, zeigt das direkte Eingreifen von Chinas Premier Wen Jiabao und dem Parteichef Hu Jintao. Die Diskussionen um die weitere makroökonomische Entwicklung des Landes haben an Schärfe zugenommen. So ließ Wen Jiabao am vergangenen Mittwoch die Provinzchefs und ministeriellen Verantwortlichen antreten um denen klar zu machen, dass die Investitionen abzubremsen seien und die Kreditvergabe gedrosselt werden muss. Denn genau diese „Fürsten“ sind es, welche sich bisher relativ wenig um die Vorgaben ihrer Regierung scherten. Am Montag hatte bereits Hu Jintao das fast ungezügelte Fixed – Asset Investement (FIX) angeprangert. Dieses hatte sich mit einem Wachstum von 30,9 % im zweiten Quartal zu einer regelrechten Blase entwickelt. Die Vorgaben lauteten, maximal 18 % Wachstum in diesem Bereich. Morgan Stanley prognostiziert bereits, dass das FIX in diesem Jahr über 50 % des BIP – Wachstums ausmachen könnte. Es droht eine disproportionale Entwicklung in Chinas Wachstumsgeschichte, welche u.a. durch die Überkapazitäten in den Schlüsselsektoren befördert wird. Ein weiterer Motor der chinesischen Wirtschaft ist der Export, welcher vor allem die bereits genannten Devisenreserven in Schwindelerregende Höhen treibt. Der Handelsbilanzüberschuss lag im ersten Halbjahr auf einem Rekordniveau von 61,4 Mrd. USD. Während der Export um 25,2 % auf 428,6 Mrd. USD wuchs, hinkte der Import mit einem Anstieg von 21,3 % bei 367,1 Mrd. USD hinter her. Mit Ende des dritten Quartals, rechnet das NDRC mit einem Handelsbilanzüberschuss von 100 Mrd. USD. Dank der über 250.000 ausländischen- und auslandsbeteiligten Unternehmen wurden in China, laut Weltbank, im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2,26 Bio. USD produziert. Dieser Exportboom sorgt für regelmäßige Auseinandersetzungen mit den Zielstaaten. Das paradoxe an der Sache ist, dass viele Güter durch die Auslagerung von westlichen Unternehmen, auf Grund von Kosten (so betonen diese jedenfalls), ihre dann in China gefertigten Produkte wieder auf den einheimischen Markt bringen. In diesem Zusammenhang sei auf die neueste Entwicklung im Laptop – Bereich verwiesen. Laut dem Researchhaus iSuppli kommen bereits Weltweit 86 % der Laptops aus Fertigungsstätten in China. Es wird erwartet, dass dieser Anteil sich in den nächsten 2 Jahren auf 90 % erhöht. Wie iSuppli. dazu anmerkt, würden sich die US-Hersteller immer mehr auf die billige chinesische Produktion verlassen, um dann den Kunden günstige Preise bieten zu können. Dell und HP seien nicht mehr wirklich an der Herstellung interessiert, so dass Researchhaus. Daher sei es für diese Unternehmen sinnvoller an günstigere Produktionsstandorte auszulagern. Nun kommen diese Geräte zurück auf den einheimischen Markt und man schüttelt verwundert den Kopf, weil zwar noch Dell oder HP drauf steht, aber irgendwo auch Made in China. Nur, China überschwemmt hier nicht den Markt, sondern es machen die westlichen Unternehmen selbst. Es gibt natürlich auch ausreichend Beispiele welche eine tatsächliche Exportschwemme aufweisen. Hauptärgernis ist immer wieder der Textilbereich, wo China bereits Mexiko in die Knie gezwungen hat, oder das leidliche Problem der Schuhe, mit welchen wir Europäer uns herumgeschlagen haben. Aber Schuhe sind auch hier nicht gleich Schuhe. Erinnert sei an Sportschuhe, wo die Großen der Welt, wie z.B. Reebok oder Nike, kostengünstig bei Yue Yuen in China produzieren lassen um sie dann mit einer kräftigen Gewinnspanne unter das „gierige Markenbewusste“ westliche Volk zu bringen. Ein großes Problem macht sich für das Reich der Mitte derzeit im Stahlsektor auf. Eigentlich gibt es Dieses schon seit längerer Zeit und bezieht sich auf die erhebliche Überkapazität, vorrangig im minderwertigen Stahlbereich, von 100 Mio. Tonnen. Das führt seit diesem Jahr dazu, dass China sich von einer Nettoimport- zu einer Nettoexportnation entwickelt. So ändern sich die Zeiten. Wer die Zehne aufmerksam verfolgte, dem wurde bereits im Mai 2004 klar, dass dieser Trend kommen wird. Schon damals hatte Ma Kai von der Reformkommission darauf hingewiesen, dass die Stahlwachstumsmenge astronomisch sei. Noch vor zwei Jahren war China zwar eine Nettoimportnation, aber die Gewichte verschoben sich bereits zu dieser Zeit. Im November 2004 schrieb die ARD noch: „Explodierende Nachfrage: China hat Hunger auf Stahl“. Klar war, und ist es bis heute, dass der Bedarf nach Stahl stetig steigt, nur hält sich die Wage nicht mehr mit der Menge die produziert wird. Bereits 2004 wurden 46 Mio. Tonnen Stahl über den eigentlichen Bedarf hergestellt. Bis April/Mai 2005 war die chinesische „Stahlfront“ auch noch in Ordnung. Der fast blindwütige Bauboom verlangte nach mehr und die Stahlpreise kletterten. Zu der Stahlpreisentwicklung trugen auch die gestiegenen Erzpreiskosten von 71,2 % bei. Im Laufe des Jahres 2005 begann dann der Preisverfall, der sich, von einer kleinen Pause abgesehen, auch in diesem Jahr fortsetzte. Die Zahlen der meisten Stahlunternehmen für das erste Halbjahr sprechen für sich. Die Gewinneinbrüche gegenüber dem boomenden ersten Halbjahr 2005 liegen zwischen 30 und 60 %. Trotz aller Bemühungen vor staatlicher Seite, wird weiter fleißig drauf los produziert was den endgültigen Wandel in eine Stahlexportnation nach sich zog. Bereits in den ersten fünf Monaten gingen fast 13 Mio. Tonnen in den Export und lediglich 7,7 Mio. Tonnen wurden importiert. Das ruft nun, vor allem asiatische Staaten welche diese Wandlung unmittelbar zu spüren bekommen, auf den Plan. Thailand, Indonesien, Südkorea und Japan haben bereits ihren Unwillen zum Ausdruck gebracht und drohen mit entsprechenden Gegenmaßnahmen. Details zu diesem Bereich können sie in der Kolumne " China bekommt den Stahl nicht in den Griff" nachlesen. Ein weiterer Sektor der immer wieder unter Überhitzungserscheinungen leidet, ist die Autobranche. Auch hier steigen die Produktionszahlen ständig an. Die Unternehmen veröffentlichen im Verkauf eine Steigerungsrate nach der anderen. Problematisch dabei ist, die Absatzzahlen werden zunehmend nur noch über den Preis geschafft. Die Haldenproduktion nimmt weiter zu. Immer seltener veröffentlichen die Autobauer neben den Absatzzahlen auch die tatsächlichen Produktionszahlen. Eines der dringendsten zu lösenden Probleme des Landes ist die gebeutelte Umwelt. Die Belastungen für die Natur und den Menschen haben dramatische Formen angenommen, welche bereits global spürbar werden. Die Versteppung des Landes schreitet unaufhaltsam voran. Wenn der Sandsturm über Chinas Hauptstadt fegt, wird der Millionenmetropole der Atem genommen. Ist es nicht der Sandsturm, dann sind es die Abgase der Fahrzeuge und der Dampf der Industrieschlote die Peking zunehmend in einen Dunst verschwinden lassen. An diesen Auswirkungen erkranken immer mehr Städte des Landes. Neben Luftverschmutzung leidet China zunehmend an der Verseuchung allen Lebens, dem Wasser. Nach offiziellen Angaben, sind inzwischen 58 % aller Flüsse Chinas nicht mehr als Trinkwasserquellen zu gebrauchen. Große Unternehmen, in der Regel Staatskonzerne, aus der Öl, Energie und Stahlbranche sind u.a. die Hauptverschmutzer. Aber auch eine Vielzahl von Städten, Orten und Dörfern fehlt es an jeglicher Abwasserentsorgung, was seinen Teil an der Verschmutzung beiträgt. In den Regierungsetagen ist man sich dessen Bewusst, ob der Tragweite das lässt sich bei den Provinzfürsten oftmals bezweifeln. Laut dem NDRC wird China in den nächsten 5 Jahren 175 Mrd. USD in den Umweltschutz investieren. Aber schon werden Stimmen laut, die diese Summe maximal als ausreichend zur Verhinderung von schlimmeren betrachten. Umweltschützer gehen davon aus, dass China seine gesamten Devisenreserven bräuchte, um nachhaltig etwas ändern zu können. So wird wohl dieser Bereich der für die Zukunft des Landes, aber auch für das weitere Wachstum, der entscheidende sein. Das es äußerst schwer wird ist klar, hat sich doch China in 20 Jahren so industrialisiert, wie Europa in über 100 Jahren. Konnte Europa in einer gewissen Gleichmäßigkeit wachsen, ging es in China in diesem Zeitraum hauptsächlich um die industrielle Aufholung wobei alles andere sich unterzuordnen hat und eben auch der Umweltschutz. Dann sind da „noch“ die Menschen. Ein Volk von 1,3 Mrd. Konsumenten und diese haben einen persönlichen Nachholbedarf. Die Ansprüche steigen und die Regierung hat ihnen eine erhebliche Verbesserung ihres Lebensstandards versprochen. Damit schließt sich der Kreis. Um das Versprechen zu bewerkstelligen muss, bei allen Bremsmanövern, die Wirtschaft unaufhaltsam vorangetrieben werden. Doch sollte das Wachstum ungezügelt weiter laufen, dann droht die Gefahr, dass das Land daran selbst erstickt. Denn um die Vorhaben zu erfüllen müssen noch viel mehr Fabriken, Staudämme, Kohle- und Atomkraftwerke sowie Raffinerien gebaut werden. Und diese wiederum werden wohl noch viele Unglücke mit schweren Folgen für den Menschen und Umwelt verursachen sowie viel kostbares Land verschlingen. Während ich diese Gedanken und Recherchen niederschreibe, ereignet sich bereits ein weiterer Unfall in einem Chemiewerk in der Provinz Jiangsu, welches 22 Menschleben und viele Verletzte forderte. Durch die Explosion war Chlor ausgetreten was eine Evakuierung von 7.000 Bewohnern notwendig machte. Li Daokui, Chef des World Economy Research Centers der Tsinghua-Universität in Peking, sagte, dass China nicht einfach den Weg anderer Industriestaaten gehen kann. Denn wenn das Land mit heute 1,3 Milliarden Einwohnern anstrebe, irgendwann einmal so viel zu konsumieren wie andere Wirtschaftsmächte, könnten selbst alle Vorkommen der Welt nicht für Nachschub sorgen. „Das ist simple Mathematik ", so Li. Als Quellen dienten: National Bureau of Statistics of China Ministry of Commerce of the People`s Republic of China National Development and Reform Commission Ostasieninstitut der FH Ludwigshafen Handelsblatt

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