China-Krise, Exporte

China-Krise: Deutsche Exporte stürzen um 12,5% ab

28.05.2026 - 19:39:25 | boerse-global.de

Wirtschaftsministerin Reiche mahnt in Peking mehr Gegenseitigkeit an. Deutsche Exporte brechen ein, während Importe aus China weiter steigen.

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Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat am Donnerstag in Peking ihre Gespräche mit der chinesischen Führung abgeschlossen. Im Zentrum standen die wachsenden Probleme deutscher Unternehmen in China.

Reiche traf unter anderem mit Vizepräsident He Lifeng, Handelsminister Wang Wentao und Zhou Haibing von der nationalen Reformkommission zusammen. Die Gespräche begannen bereits am Mittwoch.

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5000 deutsche Firmen fordern gleiche Regeln

Etwa 5000 deutsche Unternehmen sind derzeit in China aktiv. Sie beklagen zunehmende Wettbewerbsnachteile. Reiche forderte von ihren Gastgebern mehr Gegenseitigkeit – vor allem bei Lieferketten, Lokalisierungsauflagen und fairem Wettbewerb.

Die Ministerin machte deutlich: Die Zeiten einseitiger Vorteile für China seien vorbei. Peking müsse sich öffnen, wenn es weiterhin von deutscher Technologie und Investitionen profitieren wolle.

Handelsbilanz kippt dramatisch

Der Besuch fällt in eine Zeit massiver Verschiebungen. China war 2025 zwar mit 250 Milliarden Euro Deutschlands wichtigster Handelspartner. Doch das Ungleichgewicht wächst rasant.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Deutsche Importe aus China stiegen 2025 um 8,8 Prozent auf 170,6 Milliarden Euro. Die Exporte dagegen brachen um 9,7 Prozent auf 81,3 Milliarden Euro ein.

Der Trend setzt sich 2026 fort. Im ersten Quartal legten die Importe um 6,4 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro zu. Die Exporte stürzten um 12,5 Prozent auf nur noch 18 Milliarden Euro ab. Reiche verwies zudem auf Chinas globalen Handelsüberschuss von 1,2 Billionen Euro.

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Rohstoff-Zugang wird zur Achillesferse

Besonders brisant: der Streit um seltene Erden und kritische Rohstoffe. China verlangt inzwischen für sieben Seltene-Erden-Elemente Exportlizenzen. Die Industrie schlägt Alarm.

Die Folgen sind drastisch. Im April 2026 exportierte China weltweit nur noch drei Kilogramm Gallium – nach 5320 Kilogramm im März. Auch Germanium-Lieferungen nach Deutschland und Japan fielen auf unter ein Kilogramm. Experten warnen vor massiven Versorgungsengpässen für die Industrie.

Schwergewichtige Wirtschaftsdelegation

Reiche reiste mit einer 35-köpfigen Wirtschaftsdelegation an. Mit dabei: die Vorstandsvorsitzenden von BASF und Thyssenkrupp sowie Top-Manager von Airbus, Allianz, SAP und Siemens. Die Personalie zeigt, wie hoch die Einsätze für die deutsche Industrie sind.

Die Ministerin setzte in Peking auf Kooperation statt Konfrontation. Die chinesische Seite zeigte sich gesprächsbereit. Doch Reiche pochte auf das Prinzip der Gegenseitigkeit als Grundlage künftiger Wirtschaftsbeziehungen.

Der Besuch kommt nur wenige Tage vor weiteren Beratungen in Brüssel. Dort will die EU ihre Handelsstrategie gegenüber China neu justieren. Die Signale aus Peking dürften dabei eine entscheidende Rolle spielen.

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