Chemikaliensicherheit, NIS-2-Richtlinie

Chemikaliensicherheit: NIS-2-Richtlinie schärft Compliance ab 2026

07.06.2026 - 03:05:04 | boerse-global.de

Neue Tools und Vorschriften treiben die Digitalisierung der Gefährdungsbeurteilung voran. Unternehmen müssen Compliance-Anforderungen erfüllen.

Digitaler Arbeitsschutz: Automatisierte Berichte für Chemiesicherheit
Chemikaliensicherheit - Eine behandschuhte Hand interagiert mit einer holografischen Anzeige, die Chemikaliensicherheitsdaten und Risikoanalysen darstellt. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Automatisierte Sicherheitsberichte und Cloud-Workflows sollen Unternehmen helfen, komplexe Compliance-Vorgaben einzuhalten – besonders beim Umgang mit Chemikalien.

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Automatisierte Berichte für den Chemieschutz

Ein zentrales Werkzeug ist die Beta-Version des ECHA-Tools Chesar. Es unterstützt Unternehmen bei der Erstellung von Chemical Safety Assessments (CSA) und den dazugehörigen Reports (CSR). Die generierten Sicherheitsberichte können über 45 Seiten umfassen und lassen sich in Systeme wie SAP REACh Compliance oder IUCLID einbinden. Ziel ist es, Expositionsszenarien systematisch abzubilden und so die Basis für den Schutz der Beschäftigten zu schaffen.

Mitte Juni steht eine Fachveranstaltung zu aktuellen Entwicklungen im EHS Risk Assessment (Environment, Health, and Safety) innerhalb der SAP S/4HANA Public Cloud an. Im Fokus: automatisierte Genehmigungsworkflows für Chemikalien und Job Hazard Analyses. Mit Workplace-Analytics sollen Unternehmen Gefahrenquellen präziser identifizieren und Sicherheitsanweisungen direkt aus den Daten ableiten können.

Neue Regeln verschärfen die Anforderungen

Der Druck auf die Unternehmen wächst auch durch neue gesetzliche Vorgaben. Die NIS-2-Richtlinie, die nach der Verabschiedung durch Bundestag und Bundesrat im November 2025 für Anfang 2026 vorgesehen ist, betrifft explizit die Chemiebranche. Betroffene Firmen müssen sich beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registrieren und umfassende Risikomanagementmaßnahmen umsetzen.

Parallel dazu rücken bestimmte Stoffgruppen in den Fokus. Im Juni erschien ein Leitfaden zu PFAS-Kontaminationen. Er behandelt die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften bei Tests und der Probenvorbereitung – relevant für die Ermittlung von Schadstoffbelastungen in industriellen Umgebungen. Auch die Medizintechnikbranche bekommt neue Auflagen: Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) wird Mitte Juni in Fachforen diskutiert.

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Behörden und Forschung ziehen nach

Um die Einhaltung der Standards zu gewährleisten, bauen auch staatliche Stellen ihre Kapazitäten aus. Das Berliner Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) hat Anfang Juni die Leitung für das Referat Betrieblicher Arbeitsschutz I ausgeschrieben. Die Besetzung solcher Positionen unterstreicht die Bedeutung einer fachlich fundierten Überwachung.

Auch die Forschung liefert neue Ansätze. In Bayern startete eine Kooperation zwischen einem Startup und der Technischen Hochschule Augsburg. Ziel ist die Entwicklung KI-gestützter Qualitätssicherungssysteme für den Mittelstand. Solche Innovationen könnten künftig helfen, die Überwachung von Produktionsprozessen und Expositionsrisiken weiter zu automatisieren.

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