ChatGPT, Lockdown

ChatGPT Lockdown Mode: OpenAI sperrt externe Verbindungen ab Juni

07.06.2026 - 13:38:22 | boerse-global.de

OpenAI veröffentlicht Lockdown Mode für ChatGPT, der Prompt-Injection-Angriffe blockiert und sensible Daten schützen soll.

OpenAI Lockdown Mode: Neue Sicherheitsfunktion gegen Datenklau
ChatGPT - Ein abstraktes digitales Vorhängeschloss-Symbol über verschwommenem Code, das Datensicherheit und KI-Lockdown darstellt. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

OpenAI hat Anfang Juni 2026 den „Lockdown Mode“ für ChatGPT veröffentlicht. Das Tool richtet sich an Nutzer und Organisationen, die mit hochsensiblen oder vertraulichen Dokumenten arbeiten. Ziel ist es, sogenannte Prompt-Injection-Angriffe zu unterbinden – also manipulierte Abfragen, die Daten aus dem Chat abziehen sollen.

Sicherheit durch Verzicht

Der Lockdown Mode funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Er begrenzt die Kommunikation der KI mit externen Quellen systematisch. Konkret blockiert die Funktion ausgehende Netzwerkanfragen. Das verhindert, dass Angreifer durch präparierte Eingabebefehle sensible Informationen aus einem Chat extrahieren und an externe Server übermitteln können.

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OpenAI räumte ein: Der Modus biete keinen vollständigen Schutz. Die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Datenabflüsse werde jedoch „deutlich reduziert“. Branchenexperten sehen darin eine Sicherheitsmaßnahme, die Schutz durch bewussten Funktionsverzicht priorisiert.

Was geht – und was nicht

Die Aktivierung des Lockdown Mode verändert den Funktionsumfang von ChatGPT massiv:

  • Internet weg: Die Live-Websuche wird deaktiviert, durch einen Cache ersetzt. Bilder aus dem Internet und Datei-Downloads sind blockiert.
  • KI-Werkzeuge gesperrt: „Deep Research“ und der „Agent Mode“ fallen komplett weg – sie brauchen aktive Netzwerkverbindungen. Auch der Canvas-Zugriff ist unterbunden.
  • Bleibt erhalten: Manuelle Bildgenerierung, Datei-Uploads durch den Nutzer, die Teilen-Funktion und der Chatverlauf.

Nutzer finden die Funktion in den Sicherheitseinstellungen unter „Erweiterte Sicherheit“. Sie lässt sich dauerhaft aktivieren oder für einzelne Konversationen temporär deaktivieren. Lockdown Mode und Developer Mode schließen sich gegenseitig aus.

Rollout für alle – plus Sitzungsmanager

Der Lockdown Mode startete am 5. Juni 2026 und wurde bis zum 7. Juni auf nahezu alle Kontotypen ausgeweitet. Der Schutz steht nicht mehr nur Enterprise-Kunden zur Verfügung, die ihn bereits im Februar testen konnten, sondern auch Nutzern der Tarife Free, Go, Plus, Pro und Business Self-Serve.

Parallel dazu führte OpenAI einen aktiven Sitzungsmanager ein. Das Tool zeigt alle mit dem Konto verknüpften Geräte an. Bei unbefugtem Zugriff können Sitzungen aus der Ferne beendet werden – die Abmeldung kann laut System bis zu 30 Minuten dauern.

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Im Kontext: Neue Architektur und Milliardenbewertung

Die Sicherheitsfeatures kommen zeitnah zu weiteren Neuerungen. Erst am 4. Juni 2026 stellte OpenAI mit „Dreaming V3“ eine neue Speicherarchitektur vor. Sie synthetisiert Informationen aus früheren Gesprächen automatisch und soll die Faktenwiedergabe auf 82,8 Prozent verbessert haben.

Diese Entwicklungen fallen in eine Phase strategischer Neuausrichtung. OpenAI plant Berichten zufolge den Ausbau von ChatGPT zu einer Plattform für KI-Agenten und Codierungstools – als Vorbereitung auf einen Börsengang. Das Unternehmen wurde zuletzt im Frühjahr 2026 mit rund 852 Milliarden US-Dollar bewertet, nachdem Finanzierungsrunden unter Beteiligung von Amazon, Nvidia und SoftBank abgeschlossen wurden. Trotz eines geschätzten monatlichen Umsatzes von zwei Milliarden US-Dollar ist OpenAI derzeit noch nicht profitabel.

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