ChatGPT, Suchmaschine

ChatGPT als Suchmaschine: EU stuft OpenAI als systemrelevant ein

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 02:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Wegen fast 160 Millionen monatlicher EU-Nutzer gelten für ChatGPT ab Ende Dezember strengere DSA-Vorgaben und zusätzliche Prüfpflichten.

EU stuft ChatGPT als sehr große Online-Suchmaschine ein
Moderne Serverräume mit leuchtenden Hardware-Racks als Symbol für digitale Infrastruktur und KI-Technologie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission hat ChatGPT des Entwicklers OpenAI offiziell als sehr große Online-Suchmaschine (Very Large Online Search Engine, VLOSE) im Rahmen des Digital Services Act (DSA) eingestuft.

Diese Entscheidung wurde am letzten Augusttag des Jahres 2026 bekannt gegeben und folgt auf die Feststellung, dass das KI-System die regulatorische Nutzerschwelle von 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern innerhalb der Europäischen Union deutlich überschritten hat.

Massive Nutzerzahlen führen zu strengerer Regulierung

Die Einstufung durch die Brüsseler Behörde basiert auf aktuellen Nutzerdaten, die eine weite Verbreitung der Technologie belegen. Den Angaben zufolge erreicht OpenAI mit fast 160 Millionen monatlich aktiven Nutzern ein Vielfaches der für den Status als VLOSE notwendigen Nutzerbasis. Ein wesentlicher Teil dieser Reichweite entfällt auf die Funktion ChatGPT Search, die laut EU-Kommission allein mehr als 120 Millionen Nutzer im EU-Raum verzeichnet.

Neben OpenAI wurden am selben Tag auch zwei weitere Plattformen in ihrer regulatorischen Bedeutung heraufgestuft. Das soziale Netzwerk Reddit sowie die Spieleplattform Roblox gelten fortan als sehr große Online-Plattformen (Very Large Online Platforms, VLOP). Reddit weist demnach 57,2 Millionen monatlich aktive Nutzer auf, während Roblox auf eine Basis von 46,6 Millionen Nutzern in der Europäischen Union kommt.

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Erweiterter Pflichtenkatalog ab Ende Dezember

Mit der neuen Einstufung unterliegen die betroffenen Unternehmen ab Ende Dezember des laufenden Jahres den strengsten Anforderungen des Digital Services Act. Für OpenAI bedeutet dies, dass ChatGPT fortan einen erweiterten Regelkatalog erfüllen muss. Dazu gehören verpflichtende jährliche Risikoanalysen, in denen das Unternehmen potenzielle gesellschaftliche Gefahren bewerten muss, die von seinem Dienst ausgehen könnten.

Zudem muss OpenAI neue Funktionen künftig einer genaueren Prüfung unterziehen, bevor diese eingeführt werden. Der DSA sieht zudem vor, dass das Unternehmen Forschern Zugang zu internen Daten gewähren muss, um die Auswirkungen der Algorithmen unabhängig untersuchen zu können.

Weitere Verpflichtungen umfassen die Einrichtung strukturierter Verfahren für Nutzermeldungen, die Implementierung von Systemen zur Streitschlichtung sowie die Zusammenarbeit mit sogenannten vertrauenswürdigen Hinweisgebern (Trusted Flagger).

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Aufsichtsstruktur und behördliche Zusammenarbeit

Die EU-Kommission fungiert künftig als primäre Aufsichtsbehörde für die Einhaltung dieser Vorgaben durch ChatGPT. Dabei arbeitet die Brüsseler Behörde eng mit nationalen Instanzen zusammen. Da OpenAI seinen europäischen Sitz in Irland hat, wird die dortige Medienaufsicht als Partnerbehörde fungieren. Im Falle von Reddit und Roblox findet die Kooperation mit den zuständigen Behörden in den Niederlanden statt.

Die Einstufung markiert einen wichtigen Schritt in der Regulierung generativer Künstlicher Intelligenz, da diese nun nicht mehr nur als technisches Werkzeug, sondern aufgrund ihrer Reichweite und Suchfunktionalität als systemrelevante digitale Infrastruktur in Europa behandelt wird. Die betroffenen Unternehmen müssen nun nachweisen, dass sie die systemischen Risiken ihrer Plattformen effektiv kontrollieren und moderieren können.

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