Center Parcs auf Pütnitz: 620 Ferienhäuser und 3200 Betten geplant
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 22:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Stadt Ribnitz-Damgarten beabsichtigt, ein Teilareal des ehemaligen Militärflugplatzes Pütnitz an den Ferienparkbetreiber Center Parcs zu veräußern. Der Verkauf ist für Anfang 2027 vorgesehen, wie die Berliner Zeitung am 3. Oktober 2026 berichtete. Das Gesamtprojekt umfasst eine Fläche von rund 250 Hektar. Bislang stützt sich das Vorhaben rechtlich lediglich auf eine Absichtserklärung zwischen der Kommune und dem Touristikunternehmen.
Ferienhaussiedlung für rund 400 Millionen Euro
Auf dem Gelände strebt Center Parcs eine umfassende Erschließung an. Auf einer Fläche von etwa 100 Hektar plant das Unternehmen die Errichtung von rund 620 Ferienhäusern und Apartments mit zusammen circa 3200 Betten. Ergänzend dazu sind der Bau eines Erlebnisbads, eines Supermarkts sowie gastronomischer Einrichtungen vorgesehen.
Die prognostizierten Projektkosten sind im Verlauf der Planungen spürbar gestiegen. Center Parcs beziffert den finanziellen Gesamtaufwand mittlerweile auf rund 400 Millionen Euro, nachdem zuvor von etwa 350 Millionen Euro ausgegangen worden war. Der früher geplante Eigenanteil des Betreibers belief sich auf circa 220 Millionen Euro. An öffentlichen Fördermitteln wurden für das Vorhaben bereits 45 Millionen Euro bewilligt.
Der ursprüngliche Zeitplan lässt sich angesichts der komplexen Planungsphase nicht mehr einhalten. Eine Eröffnung war ursprünglich für das Jahr 2025 anvisiert worden. Inzwischen rechnet die Stadt Ribnitz-Damgarten mit einer Fertigstellung gegen Ende 2030. Das Baurecht wird voraussichtlich für das Jahr 2028 erwartet. Center Parcs geht ab dem Vorliegen eines rechtskräftigen Bebauungsplans von einer reinen Bauzeit von circa 36 Monaten aus.
Der geplante Ferienpark auf dem ehemaligen Militärflugplatz Pütnitz zeigt exemplarisch, wie sich Kosten und Zeitpläne bei touristischen Großprojekten verschieben: Statt 350 Mio. Euro werden inzwischen rund 400 Mio. Euro veranschlagt, das Baurecht wird erst für 2028 erwartet, die Fertigstellung gegen Ende 2030. Unser kostenloser Leitfaden fasst die zentralen Genehmigungs-, Beteiligungs- und Kalkulationsschritte für Ferienpark-Entwicklungen zusammen. Leitfaden Großprojekt-Genehmigung jetzt anfordern
Altlasten, Bürgerproteste und Flächennutzung
Das Vorhaben auf dem geschichtsträchtigen Areal ist von umfangreichen Vorarbeiten und Widerständen begleitet. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden auf dem Areal bis Ende Juli 2026 rund 25.000 Tonnen belastete Erde abgetragen.
Im März 2026 war die Sanierung des Geländes infolge von Interventionen durch die Bürgerinitiative „Kein Massentourismus auf Pütnitz“ und einen Umweltverband teilweise gestoppt worden. Aktuell liegt der Entwurf des Bebauungsplans öffentlich aus; Bürgerinnen und Bürger können die Unterlagen noch bis zum 6. November 2026 einsehen.
Auf dem Pütnitz-Areal wurden bis Ende Juli 2026 rund 25.000 Tonnen belastete Erde abgetragen, die Sanierung wurde im März 2026 nach Interventionen teilweise gestoppt, und eine Online-Petition sammelte mehr als 6500 Unterschriften. Wer ein vergleichbares Projekt entwickelt, sollte Altlasten-Risiken und Akzeptanzfragen früh in die Kalkulation einbeziehen. Unser Leitfaden zeigt, wie Bürgerbeteiligung und Kostenplanung bei Ferienpark-Projekten zusammenspielen. Leitfaden Bürgerbeteiligung und Kostenkalkulation anfordern
Vor Ort regt sich weiterhin Protest gegen die Größenordnung der touristischen Erschließung. Die Bürgerinitiative „Kein Massentourismus auf Pütnitz“ sammelte mit einer Online-Petition gegen das Gesamtprojekt bislang mehr als 6500 Unterschriften.
Neben den touristischen Ferienparkplänen wird die Halbinsel auch für andere Veranstaltungen genutzt. Das Pangea Festival soll weiterhin auf dem Gelände in Pütnitz stattfinden. Die nächste Ausgabe der Kultur- und Sportveranstaltung ist vom 5. bis 8. August 2027 terminiert. Zudem ist für das Areal Pangea Island als ganzjähriges Angebot in der Planung vorgesehen.
