Cedolare Secca 2027: Verbände fordern Pauschalsteuer für Gewerbemieten
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 18:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wirtschaftsverbände dringen im Zuge der Beratungen zum staatlichen Haushaltsgesetz 2027 auf die Einführung einer pauschalen Besteuerung für gewerbliche Mietverträge.
Die Interessenvertretungen hds und Confcommercio sprechen sich dafür aus, das als Cedolare Secca bekannte Steuermodell auf gewerbliche Immobilien auszuweiten. Eine endgültige gesetzliche Regelung liegt bislang jedoch nicht vor, da entsprechende Schritte innerhalb der Haushaltsplanung noch debattiert werden.
Argumente der Verbände gegen gewerblichen Leerstand
Der Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes Südtirol (hds), Philipp Moser, sieht in einer solchen Pauschalsteuer eine wirksame Maßnahme gegen verwaiste Gewerbeflächen. Die Regelung könne als gezielter Anreiz dienen, um leerstehende Geschäftslokale wieder auf den Markt zu bringen und zugleich Mietpreise zu senken.
Der hds verweist in diesem Zusammenhang auf ein historisches Modell aus dem Jahr 2019. Dieses erlaubte seinerzeit unter bestimmten Voraussetzungen eine pauschale Besteuerung in Höhe von 21 Prozent für neu geschlossene Mietverträge von Geschäftslokalen der Katasterkategorie C/1 mit einer Fläche von bis zu 600 m². Das Vorhaben wurde danach allerdings nicht dauerhaft weitergeführt.
Auch der Wirtschaftsverband Confcommercio fordert eine Ausweitung des pauschalen Steuersatzes. Die Vereinigung schlägt vor, die Cedolare Secca unter anderem gezielt für Nahversorgungsgeschäfte zu öffnen, sofern im Gegenzug eine vertragliche Mietsenkung vereinbart wird.
Wirtschaftsverbände fordern, die Pauschalsteuer auf gewerbliche Mietverträge auszuweiten — eine endgültige Regelung im Haushalt 2027 steht jedoch noch aus. Wer als Eigentümer die Debatte einordnen will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Fakten und offenen Punkte. Kostenlosen Leitfaden zur Cedolare Secca anfordern
Beratungen der Regierung und Haushaltsrahmen 2027
Innerhalb der italienischen Regierung wird eine Ausweitung der Cedolare Secca auf gewerbliche Mietverhältnisse, insbesondere für Handelsgeschäfte, im Kontext des Budgets für 2027 geprüft. Ob die Maßnahme letztlich im Gesetzestext verankert wird, hängt von der finanziellen Machbarkeit sowie von noch zu definierenden Obergrenzen ab.
Beschlossen sind die steuerlichen Änderungen derzeit nicht. Auch das italienische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF) stuft entsprechende Vorhaben für die Haushaltsplanung 2027 bislang lediglich als Vorschläge ein, deren Realisierung von den verfügbaren Haushaltsmitteln abhängt.
Leerstehende Geschäftslokale belasten die Rendite — und eine pauschale Besteuerung könnte nach dem historischen Modell von 2019 bei 21 Prozent liegen, sofern sie im Haushalt 2027 verankert wird. Dieser Leitfaden zeigt, welche Schritte Eigentümer jetzt prüfen können. Checkliste gegen Gewerbe-Leerstand sichern
Am 2. Oktober 2026 billigte die italienische Regierung das Planungsdokument Dpfp als formalen Rahmen für den Haushalt 2027. Der Ministerrat zog darin neben einer begrenzten Cedolare Secca für Ladenlokale auch eine Senkung der Einkommensteuer IRPEF für Einkommen bis zu 60.000 Euro sowie eine fünfprozentige Flat-Tax auf Lohnerhöhungen jüngerer Beschäftigter in Betracht.
Da die Finanzierung für mögliche Steuer- und Rentenmaßnahmen noch gesichert werden muss, bleiben die Ausgestaltungen vorerst offen. Im nächsten parlamentarischen Verfahrensschritt soll das italienische Parlament am 13. Oktober 2026 über den entsprechenden Bericht zum Dpfp abstimmen.
