Ceconomy-Übernahme, JDcom

Ceconomy-Übernahme: JD.com unterbreitet EU Zugeständnisse bis Oktober

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 21:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JD.com bietet der EU-Kommission formelle Zugeständnisse an, um die milliardenschwere Ceconomy-Übernahme zu ermöglichen. Die Entscheidung über die FSR-Prüfung steht im Oktober an.

JD.com lenkt ein: Zugeständnisse an EU-Kommission bei Ceconomy-Übernahme
Ein modern eingerichteter MediaMarkt-Verkaufsraum mit Elektronikprodukten in den Regalen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im laufenden Verfahren zur Übernahme der Ceconomy AG, der Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn, hat der chinesische Online-Händler JD.com einen entscheidenden Schritt unternommen. Das Unternehmen unterbreitete der Europäischen Kommission formelle Zugeständnisse, um bestehende wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen. Das Vorhaben wird derzeit im Rahmen der europäischen Verordnung über ausländische Subventionen intensiv geprüft.

Details des Übernahmeangebots und Beteiligungsstruktur

Das Übernahmeangebot von JD.com beläuft sich auf ein Volumen von insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar. Auf Basis dieses Angebots wird die Ceconomy AG mit rund 2,2 Milliarden Euro bewertet. Die Offerte an die Aktionäre sieht einen Preis von 4,60 Euro je Aktie vor. Durch diesen Schritt hat sich JD.com bereits einen Anteil von 59,8 Prozent an dem deutschen Handelskonzern gesichert.

Zusammen mit dem Partner Convergenta kontrolliert JD.com damit eine Stimmrechtsposition von 85,2 Prozent an Ceconomy. Während das deutsche Bundeskartellamt den Zusammenschluss bereits im September des vergangenen Jahres genehmigt hat, steht die finale Entscheidung auf europäischer Ebene noch aus.

Branchenanalysten ordnen den Fall als die erste Übernahme eines europäischen Unternehmens durch einen chinesischen Akteur ein, die unter der neuen Verordnung über ausländische Subventionen (FSR) geprüft wird.

Prüfung unter der Verordnung über ausländische Subventionen

Die EU-Kommission untersucht die Transaktion seit Mai des laufenden Jahres. Grundlage ist der Verdacht, dass staatliche Subventionen aus China den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verzerren könnten. Die Regulierungsbehörden prüfen dabei insbesondere, ob JD.com durch finanzielle Zuwendungen Vorteile genießt, die anderen Marktteilnehmern verwehrt bleiben.

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Die Übernahme von Ceconomy durch JD.com steht unter genauer Beobachtung der EU-Kommission. Bis Oktober sollen Zugeständnisse die Bedenken ausräumen. Was bedeutet das für Anleger? Unser Leitfaden erklärt die FSR-Prüfung, die entscheidenden Fristen und die politischen Risiken. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Für den Abschluss der Untersuchung gibt es derzeit zwei maßgebliche Fristen. Während Branchenberichten zufolge eine Entscheidung bereits bis zum 2. Oktober 2026 erwartet wird, läuft die offizielle Entscheidungsfrist der Kommission bis zum 23. Oktober 2026. Die nun angebotenen Zugeständnisse von JD.com zielen darauf ab, den Prozess zu beschleunigen und die Genehmigung trotz der laufenden Subventionsprüfung zu erhalten.

Politische Spannungen und Marktreaktion

Die Untersuchung hat erhebliche diplomatische Spannungen ausgelöst. Die Regierung in Peking bezeichnete die Ermittlungen der EU als eine unzulässige Form der extraterritorialen Gerichtsbarkeit.

In der Folge untersagte China die Unterstützung der europäischen Ermittlungen sowie die Beantwortung von Auskunftsersuchen der EU-Behörden durch betroffene Akteure. Zudem drohte die chinesische Seite der Europäischen Union mit Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Prüfung der JD.com-Übernahme.

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Der Aktienkurs von Ceconomy liegt mit 3,90 Euro deutlich unter dem Angebotspreis von 4,60 Euro. Wer die Unsicherheit um die Fusionsgenehmigung einschätzen will, findet in unserem Report eine Analyse der EU-Subventionsprüfung und der möglichen Szenarien. M&A-Genehmigungsanalyse jetzt sichern

Trotz der laufenden Verhandlungen und des vorliegenden Übernahmeangebots reagierte der Aktienmarkt verhalten. Der Kurs der Ceconomy-Aktie notierte zuletzt bei 3,900 Euro, was einem Rückgang von 1,27 Prozent entspricht.

Der aktuelle Börsenkurs liegt damit deutlich unter dem von JD.com gebotenen Preis von 4,60 Euro pro Anteilsschein, was die verbleibende Unsicherheit der Marktteilnehmer hinsichtlich des erfolgreichen Abschlusses der Transaktion widerspiegelt.

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