CCS-Anlage Brevik: Heidelberg Materials erreicht nur 15% statt 50% CO2-Reduktion
10.06.2026 - 14:37:14 | boerse-global.de
Statt der versprochenen 50 Prozent CO2-Reduktion erreicht die Anlage nur rund 15 Prozent.
Erhebliche Abweichungen bei der Abscheideleistung
Die Anlage im norwegischen Brevik nahm im Juni 2025 den Betrieb auf. Ihr Ziel: die Emissionen des dortigen Zementwerks halbieren. Erreicht wurde bisher nur eine Minderung um etwa 15 Prozent, wie eine Recherche von Spiegel und European Investigative Collaborations (EIC) ergab.
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Auch die stündliche Abscheidekapazität bleibt hinter den Erwartungen zurück. Statt versprochener 50 Tonnen CO2 pro Stunde schafft die Anlage derzeit nur 35 bis 38 Tonnen.
Als Hauptursachen gelten technische Probleme. Konstruktionsfehler und Lecks führten zu mehreren Stillständen – im September und Dezember 2025 sowie von Februar bis April dieses Jahres.
Sicherheitsvorfall und Reaktion des Konzerns
Neben den technischen Defiziten wurde ein schwerer Arbeitsunfall bekannt. Im September 2025 verlor ein Mitarbeiter in einem CO2-Tank das Bewusstsein. Heidelberg Materials verweist auf die laufende Hochlaufphase der Anlage.
Die Entwicklung wird in der Branche kritisch beobachtet. Europaweit sind mehr als ein Dutzend ähnlicher Anlagen geplant. Das norwegische Projekt gilt als wichtiger Indikator für die großindustrielle Machbarkeit der Technologie im Zementsektor.
Dynamik im europäischen CCS-Markt
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Während Heidelberg Materials mit Hürden kämpft, bewegt sich der Markt für CO2-Abscheidung. Der dänische Konzern Ørsted zieht sich aus laufenden und künftigen CCS-Ausschreibungen zurück, um den Fokus auf Offshore-Windkraft zu legen. Bestehende Projekte sollen weitergeführt werden.
Gleichzeitig investieren Regierungen weiter. Dänemark sicherte Aalborg Portland Subventionen von rund 16,5 Milliarden Kronen für ein CCS-Projekt zu. Ab 2030 soll die Anlage jährlich bis zu 1,25 Millionen Tonnen CO2 abscheiden.
In Großbritannien erreichte das Morecambe-Net-Zero-Projekt von Spirit Energy eine wichtige Planungsphase. Ziel ist es, ab 2030 jährlich drei Millionen Tonnen CO2 in erschöpften Gasfeldern zu speichern.
