CBRN-Übung in Viersen-Süchteln: Betrieb und Löschzug testen Gefahrgut-Einsatz
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßige Sicherheits- und Notfallübungen zwischen gewerblichen Betrieben und örtlichen Einsatzkräften bilden eine wesentliche Säule der industriellen Gefahrenabwehr.
Ob im Logistiksektor, in der verarbeitenden Industrie oder bei Betreibern kritischer Anlagen: Das strukturierte Vorgehen bei Chemie- und Gefahrgutunfällen erfordert abgestimmte Schnittstellen zwischen internen Notfallkonzepten und externen Hilfsorganisationen. Praktische Simulationen unter realistischen Bedingungen dienen dazu, Rettungsketten, Schutzausrüstungen und Meldewege systematisch zu überprüfen.
Gefahrstofflogistik und CBRN-Abwehr im Test
Ein wesentlicher Schwerpunkt betrieblicher Vorbereitungen liegt im Warenumschlag und bei logistischen Schnittstellen. Am 2. Oktober 2026 führten die IV Niederrheinlogistik GmbH und der Löschzug Süchteln eine CBRN-Übung auf dem Betriebsgelände in Viersen-Süchteln durch.
Als Ausgangsszenarien dienten ein beschädigtes Fass infolge eines Gabelstaplerunfalls, ein IBC-Behälter mit einem Fassungsvermögen von häufig rund 1000 Litern und möglichem Austritt von Säuren, Laugen oder Lösungsmitteln sowie ein Gefahrgut-Lkw an einer Laderampe.
Die Übung legte die Schwerpunkte auf das Vorgehen unter schwerem Atemschutz und in Chemikalienschutzanzügen (CSA), den Einsatz mobiler Messtechnik sowie den Aufbau einer Dekontaminationsstrecke zur Trennung zwischen Schwarz- und Weiß-Bereich. Anwendung fand dabei die im Gefahrguteinsatz etablierte GAMS-Regel, welche die Schritte Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung durchführen und Spezialkräfte nachfordern vorgibt.
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Zusammenspiel in Produktionsstätten und Spezialanlagen
Neben Umschlagslagern trainieren auch fertigende Unternehmen regelmäßig komplexe Lagen. Am 1. Oktober 2026 probten 90 Einsatzkräfte der werkseigenen Feuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehren Dillingen und Schretzheim im Geschirrspülerwerk der BSH Hausgeräte GmbH in Dillingen.
Das Szenario umfasste einen simulierten Kellerbrand mit Menschenrettung unter Atemschutz sowie den Einsatz von Drehleitern und Steckleitern im Rahmen der örtlichen Aktionswoche.
Bereits am 28. September 2026 trainierten fünf Freiwillige Feuerwehren aus Buchloe, Dillishausen, Lindenberg, Lamerdingen und Honsolgen an einer Biogasanlage in Buchloe den Umgang mit schwerem Gerät in zwei anspruchsvollen Übungslagen.
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Reale Schadenslagen unterstreichen den Übungsbedarf
Wie eng Trainingsannahmen und betriebliche Realität beieinanderliegen, zeigen akute Zwischenfälle. Am 1. Oktober 2026 geriet in Schkopau eine Gefahrstoff-Lagerhalle im Ortsteil Döllnitz in Brand, was einen stundenlangen Großeinsatz von mehr als 200 Kräften, darunter Werkfeuerwehren, Gefahrgutspezialisten und ein mobiles Labor, erforderlich machte.
Ebenfalls am 1. Oktober 2026 kam es in einem Betrieb im Seewinkel im Burgenland zu einem Zwischenfall, als beim erstmaligen Befüllen eines Salpetersäuretanks durch einen Defekt am Anschlussstutzen rund 500 Liter einer 38-prozentigen Salpetersäure in einer Technikhalle austraten.
Rund 70 Angehörige mehrerer Feuerwehren waren vor Ort eingebunden, während Betriebskräfte bereits vor Eintreffen der Rettungskräfte mit der Verdünnung begonnen hatten. Ereignisse dieser Art verdeutlichen, dass koordinierte Abläufe, schnelles Meldeverhalten und geübte Sicherheitsmaßnahmen im Ernstfall entscheidend sind, um Personen- und Umweltschäden abzuwenden.
