CBAM-Ausweitung, Produktcodes

CBAM-Ausweitung: 180 Produktcodes ab Januar 2028 – 7.500 Importeure betroffen

08.06.2026 - 14:24:29 | boerse-global.de

Die EU führt ab 2028 neue Zollkontingente für Stahl ein und weitet den CO2-Grenzausgleich auf 180 Produktcodes aus.

EU verschärft Stahlimporte: Neue Zölle und CO2-Regeln ab 2028
CBAM-Ausweitung - Nahaufnahme einer Industrieanlage mit Stahlstrukturen und Rohren, die ein grünes Licht ausstrahlen, im Hintergrund ein Frachtschiff. 08.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Betroffen sind vor allem Fertigprodukte und Bauteile – rund 7.500 Importeure müssen sich auf neue Regeln einstellen.

Harte Zeiten für Stahlimporte

Der EU-Rat hat parallel ein neues Handelsschutzinstrument für die Stahlbranche verabschiedet. Die Regelung sieht länderspezifische Zollkontingente vor. Wer die Höchstmengen überschreitet, zahlt künftig 50 Prozent Strafzoll.

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Der Schritt kommt nicht überraschend: Bereits heute stammt jede dritte in der EU verbrauchte Tonne Stahl aus Drittstaaten. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl begrüßte die Maßnahme als notwendigen Schutz gegen globale Überkapazitäten.

Indische Exporteure in der Zwickmühle

Die Folgen zeigen sich schon jetzt. Indische Aluminiumexporteure rechnen mit Einbußen von rund 770 Millionen US-Dollar. Für die heimische Industrie wird es ebenfalls teuer: Die bulgarische Chemieindustrie etwa benötigt bis 2035 Investitionen zwischen 2,6 und 5,9 Milliarden Euro.

Krisenstimmung in der Stahlbranche

Die Lage der europäischen Stahlproduzenten bleibt angespannt. Die Rohstahlproduktion fiel 2024 auf den niedrigsten Stand seit 2009. Thyssenkrupp Steel Europe kündigte bereits massive Stellenstreichungen an.

Die IG Metall hat für den 12. Juni zu Demonstrationen in Berlin und Völklingen aufgerufen. Der Protest richtet sich gegen die Krise der Branche.

Streit um Emissionshandel

In Deutschland sorgt die geplante ETS1-Reform für Diskussionen. Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger warnte in einem Brief an Unionspolitiker vor einer Gefährdung des ökologischen Umbaus. Ihr Argument: Projekte wie „Power4Steel“ der Stahl-Holding-Saar brauchen verlässliche Rahmenbedingungen.

Das Projekt ist mit Investitionen von bis zu fünf Milliarden Euro verbunden, staatliche Fördermittel von 2,6 Milliarden Euro sind eingeplant. Rehlinger fordert zudem den verstärkten Einsatz von grünem Stahl bei staatlichen Unternehmen wie der Deutschen Bahn.

Luftfahrt schlägt Alarm

Gleichzeitig formiert sich Widerstand in anderen Sektoren. Führende europäische Fluggesellschaften wandten sich in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Sie warnen vor der Einbeziehung internationaler Flüge in das Emissionshandelssystem.

Die Airlines befürchten steigende Ticket- und Frachtkosten. Ihr Gegenentwurf: das UN-System Corsia.

Strengere Regeln für Firmenflotten

Die EU plant zusätzliche Vorgaben für den Binnenmarkt. Die „Clean Corporate Vehicles Regulation“ sieht feste Quoten für Elektro- und Niedrigemissionsfahrzeuge in Firmenflotten ab 2030 vor. Da Firmenwagen rund 60 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen in Europa ausmachen, stößt das Vorhaben bei Branchenverbänden auf Kritik.

Ab 2028 sollen staatliche Förderungen zudem ausschließlich emissionsfreien Fahrzeugen zugutekommen.

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Digitaler Schub mit grünem Anstrich

Die Kommission stellte zudem ein Maßnahmenpaket für digitale Souveränität vor. Der „Cloud and AI Development Act“ (CADA) verpflichtet Mitgliedstaaten, spezielle Beschleunigungszonen für grüne Rechenzentren einzurichten.

Verhandlungen über dieses Paket und den „Chips Act 2.0“ zur Stärkung der Halbleiterindustrie werden bis 2027 erwartet.

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