CBAM ab Januar 2027: Indien und EU einigen sich auf Arbeitsplan
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 08:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Indien und die Europäische Union haben einen detaillierten Arbeitsplan zur Umsetzung des CO2-Grenzausgleichssystems (CBAM) vereinbart. Ein spezieller Anhang zum Freihandelsabkommen soll kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei den neuen regulatorischen Anforderungen unterstützen und die Anerkennung indischer Klimaschutzmaßnahmen verbessern.
Vier Säulen gegen den CO2-Zoll
Bei einem Branchendialog der Deutsch-Indischen Handelskammer (IGCC) erläuterte Darpan Jain, Additional Secretary im indischen Handelsministerium, die Architektur des geplanten Abkommens. Der Mechanismus der EU, seit Jahresbeginn in der Übergangsphase, belegt Importe von emissionsintensiven Gütern wie Stahl und Aluminium mit einer CO2-Abgabe – sofern im Herkunftsland kein vergleichbarer Preis gezahlt wurde.
Der vereinbarte Arbeitsplan stützt sich auf vier zentrale Säulen: Flexibilität für die indische Industrie, verstärkte Kooperation bei der Emissionsverifizierung, gegenseitige Anerkennung von Prüfstellen sowie ein Dialog zur Anrechnung bereits geleisteter CO2-Zahlungen in Indien.
Unterzeichnung noch dieses Jahr geplant
Die Verhandlungen über das Handelsabkommen wurden im Januar formal abgeschlossen, die rechtliche Prüfung des Vertragstextes ist beendet. Jain zufolge wird eine Unterzeichnung noch dieses Jahr angestrebt, das Inkrafttreten der Handelserleichterungen für das nächste Jahr erwartet. Der Vertrag deckt neben Warenhandel auch Dienstleistungen, E-Commerce und geistiges Eigentum ab.
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Druck auf indische Exporteure bleibt hoch
Ab Januar 2027 wird die CBAM-Abgabe in der EU finanziell wirksam. Analysten prognostizieren erhebliche Umbrüche für die indische Stahlindustrie: Marktstudien zufolge könnten die Exporte von Fertigstahl im kommenden Geschäftsjahr um 25 bis 30 Prozent zurückgehen. Ursachen sind neben CBAM auch verschärfte EU-Schutzmaßnahmen und reduzierte zollfreie Quoten.
Die indische Regierung plant umfangreiche Informationskampagnen. Ein Outreach-Programm soll Unternehmen in mehr als 700 Distrikten über die neuen EU-Anforderungen informieren und bei der Anpassung der Lieferketten helfen.
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Grüner Wasserstoff als Chance
Vertreter der Bundesregierung und der Industrie betonen die Chancen einer verstärkten Zusammenarbeit. Indien könnte künftig eine zentrale Rolle als Exporteur von grünem Wasserstoff übernehmen. Kooperationen bei erneuerbaren Energien und Elektrolyseur-Technologien sollen die indische Produktion langfristig klimaneutral machen – und damit wettbewerbsfähig unter den Bedingungen des CBAM.
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