Busfahrer bei der SWEG: Verdi verlangt Schutz vor Kündigungen bei Neuvergaben
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Verkehrsunternehmens SWEG zu einem mehrtägigen Warnstreik aufgerufen. Der Arbeitskampf soll von Mittwoch, dem 30. September, bis Freitag, den 2. Oktober, andauern. Für Fahrgäste in den betroffenen Regionen bedeutet dies erhebliche Einschränkungen, da auf den bestreikten Linien laut Gewerkschaftsangaben weitestgehend keine Busse verkehren werden.
Ausweitung der Arbeitskämpfe an zahlreichen Standorten
Der Streikaufruf umfasst eine Vielzahl von Standorten in Baden-Württemberg. Nach Angaben der Gewerkschaft sind die Standorte Lahr, Offenburg, Schutterwald, Kehl, Endingen und Emmendingen betroffen. Zudem erstrecken sich die Maßnahmen auf Weil am Rhein, Müllheim, Dörzbach, Lauda sowie Wiesloch, Sinsheim und Gammertingen.
In den vergangenen Wochen kam es bereits zweimal zu Arbeitsniederlegungen. Diese dauerten jeweils zwei Tage an. Die Gewerkschaft begründete die erneute und nun längere Streikmaßnahme damit, dass die bisherigen Aktionen ohne eine Reaktion des Arbeitgebers geblieben seien. Mit der Ausweitung auf drei Tage erhöht die Arbeitnehmervertretung den Druck in der laufenden Auseinandersetzung deutlich.
Kündigungsschutz im Fokus der Verhandlungen
Der Kern des Konflikts liegt in der Forderung nach einem erweiterten Schutz für die Busfahrer. Konkret verlangt Verdi eine Absicherung gegen betriebsbedingte Kündigungen, die im Zuge von Neuausschreibungen von Buslinien entstehen könnten.
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Verhandlungsführerin Frederike DeCoite begründete die Dringlichkeit dieser Forderung mit der aktuellen Marktsituation. Demnach stehen bei mehreren Buslinien in den nächsten Monaten Neuausschreibungen an. Ohne entsprechende vertragliche Regelungen befürchtet die Gewerkschaft Unsicherheiten für die bestehende Belegschaft bei einem möglichen Betreiberwechsel oder bei Neustrukturierungen des Liniennetzes.
Kritik der Geschäftsführung an der Verhältnismäßigkeit
Die Unternehmensführung der SWEG reagierte mit deutlicher Kritik auf die Ankündigung des dreitägigen Warnstreiks. Konzerngeschäftsführer Thilo Grabo bezeichnete den Aufruf als unverhältnismäßig. Er warf der Gewerkschaft zudem ein verantwortungsloses Handeln vor, insbesondere mit Blick auf die Auswirkungen für die Fahrgäste und die Verlässlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs.
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Während die Arbeitgeberseite die Schärfe des Vorgehens kritisiert, sieht die Gewerkschaft im aktuellen Vorgehen die einzige Möglichkeit, eine Reaktion des Managements zu erzwingen. Da die Fronten zwischen den Tarifparteien bislang verhärtet scheinen, müssen sich Pendler und Schüler an den genannten Standorten bis zum Ende der Woche auf einen weitgehenden Stillstand im Busbetrieb der SWEG einstellen.
