Bundespolizei an Bahnhöfen: Mitführverbote und Kontrollen bis 27. September
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundespolizei geht mit einer großangelegten Kontrollaktion gegen die anhaltende Kriminalität im Schienenverkehr vor. Vom 25. bis 27. September 2026 führt die Behörde einen bundesweiten Schwerpunkteinsatz auf Bahnanlagen durch.
Verbunden ist die Maßnahme mit temporären Mitführverboten für gefährliche Gegenstände an zahlreichen Stationen. Der Einsatz knüpft an die Ergebnisse eines knapp ein Jahr andauernden Maßnahmenbündels an und konzentriert sich auf mehr als zehn Großstadtbahnhöfe in Deutschland, an denen eine erhöhte Zahl von Gewaltdelikten verzeichnet wird.
Verschärfte Mitführverbote und Kontrollen im Schienennetz
Im Rahmen des Einsatzes erließen mehrere Bundespolizeidirektionen Allgemeinverfügungen, die das Mitführen gefährlicher Gegenstände untersagen. Die Verbote umfassen Schuss-, Hieb- und Stoßwaffen wie Messer, Beile, Äxte und Pistolen, Luftdruck- und CO?-Waffen sowie weitere Objekte, mit denen Menschen schwere Verletzungen zugefügt werden können. Reisende müssen sich auf stichprobenartige und verstärkte Überprüfungen von mitgeführten Taschen und Gepäckstücken einstellen.
Regional setzen die Dienststellen klare räumliche und zeitliche Schwerpunkte. So gilt das Verbot der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion Köln für den Kölner Hauptbahnhof sowie die gesamte Bahnstrecke von Köln Messe/Deutz bis zum Bahnhof Köln-Chorweiler.
Einbezogen sind die dort verkehrenden Nahverkehrszüge und die Haltepunkte Köln Hansaring, Köln-Nippes, Köln Geldernstraße/Parkgürtel, Köln-Longerich, Köln Volkhovener Weg sowie Köln-Chorweiler Nord.
Im Osten Deutschlands erließ die Bundespolizeidirektion Pirna eine Allgemeinverfügung, die vom 25. September 2026 ab 15:00 Uhr bis zum 27. September 2026 um 03:00 Uhr in Kraft ist und jeweils in den Nachmittags- und Nachtstunden von 15:00 bis 03:00 Uhr des Folgetages gilt.
Wer zwischen dem 25. und 27. September mit dem Zug fährt, muss an über zehn Großstadtbahnhöfen mit verstärkten Taschen- und Gepäckkontrollen rechnen — und mit Mitführverboten für Messer, Beile, Äxte, Pistolen sowie Luftdruck- und CO?-Waffen. Unser kostenloser Reise-Check zeigt Ihnen in drei Schritten, was Sie vor der Abfahrt aus dem Gepäck nehmen sollten. Reise-Check jetzt kostenlos anfordern
Die Bundespolizeiinspektion Leipzig beteiligt sich im selben Zeitraum gemeinsam mit Einsatzkräften von DB-Sicherheit in Zügen im Leipziger Umland an den Maßnahmen. Vor Ort wird die Inspektion von der Gemeinsamen Einsatzgruppe Bahnhof-Zentrum sowie der Bundesbereitschaftspolizei unterstützt, während die Polizeidirektion Leipzig am 25. September parallel Kontrollen im Stadtgebiet vornahm.
Erweiterte Befugnisse durch modernisiertes Bundespolizeigesetz
Flankiert wird das operative Vorgehen durch eine Neuausrichtung der gesetzlichen Handlungsgrundlagen. Der Bundesrat stimmte in seiner 1.068. Sitzung der Modernisierung des Bundespolizeigesetzes zu, für die unter anderem Baden-Württemberg votierte. Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel betonte bei der Zustimmung im Bundesrat, der Tag markiere eine spürbare Verschärfung für Kriminelle, Schleuser und Terroristen.
Die Reform stattet die Bundespolizei mit neuen rechtlichen und technischen Instrumenten aus. Dazu zählen künftig mehr Kontrollmöglichkeiten in Waffen- und Messerverbotszonen sowie das Aussprechen von Meldeauflagen und Aufenthaltsverboten von bis zu drei Monaten.
Ein Taschenmesser im Rucksack, das seit Jahren mitfährt: Genau daran scheitern Reisende, wenn die Bundespolizei stichprobenartig Gepäck kontrolliert. Unser Leitfaden erklärt, welche Gegenstände während des Schwerpunkteinsatzes verboten sind und welche Rechte Sie bei einer Kontrolle haben. Leitfaden zu Kontrolle und Mitführverbot sichern
Darüber hinaus erhält die Behörde Eingriffsbefugnisse zur Drohnenabwehr, die Option zum eigenen Drohneneinsatz und die Genehmigung zur präventiven Telekommunikationsüberwachung einschließlich der Quellen-TKÜ.
An wichtigen Knotenpunkten wie den Bahnhöfen in Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart wird zudem der Weg für eine KI-gestützte Videoüberwachung bereitet, die automatisierte Warnungen bei Messerangriffen oder Stürzen ins Gleisbett ermöglichen soll.
