Bundesbank: Einigungsstelle billigt Kündigung von 21.000 Konten
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Deutsche Bundesbank setzt weitreichende Sparmaßnahmen in ihrer internen Verwaltung um. Am 12. August 2026 billigte eine zuständige Einigungsstelle das Vorhaben der Notenbank, die bisher kostenlosen Girokonten und Depots für aktive Beschäftigte sowie Pensionäre zu kündigen.
Von diesem Schritt sind nach aktuellen Angaben rund 21.000 Konten betroffen. Die Entscheidung markiert den Abschluss einer internen Auseinandersetzung über die Fortführung dieses langjährigen Privilegs für die Belegschaft.
Umsetzung der Sparmaßnahmen bis Mitte 2029
Die beschlossene Kündigungswelle wird nicht unmittelbar wirksam, sondern erfolgt über einen gestaffelten Zeitraum. Nach den Plänen der Bundesbank sollen die Kündigungen der betroffenen Girokonten und Depots bis Mitte 2029 vollständig abgeschlossen sein. Dieser Übergangszeitraum soll es den aktiven Mitarbeitern und den Pensionären ermöglichen, alternative Bankverbindungen bei privaten oder öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten einzurichten.
Die Bundesbank unterhält für ihre Belegschaft eine eigene Kontenverwaltung, die bisher als freiwillige Zusatzleistung galt. Mit der nun bestätigten Entscheidung der Einigungsstelle wird dieses Angebot für die rund 21.000 Kontoverbindungen eingestellt.
Die Einigungsstelle greift im deutschen Betriebsverfassungsrecht immer dann ein, wenn sich Arbeitgeber und Personalvertreter in mitbestimmungspflichtigen Angelegenheiten nicht einverfolgen können. Ihre Entscheidung ersetzt in diesem Fall die Einigung zwischen den Parteien.
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Hohe Modernisierungskosten als Auslöser
Hintergrund der Sparmaßnahme sind erhebliche finanzielle Belastungen durch die notwendige Instandhaltung und Erneuerung der IT-Systeme. Die Modernisierungskosten für die Kontenführung und Depotverwaltung waren bereits in der Vergangenheit Gegenstand interner Prüfungen. Im Sommer 2024 beliefen sich diese Kosten auf einen größeren zweistelligen Millionenbetrag.
Angesichts dieser Summen bewertete die Bankführung den Weiterbetrieb der hauseigenen Konten für Mitarbeiter als wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Die Modernisierung der Infrastruktur wäre notwendig gewesen, um aktuellen Sicherheitsstandards und regulatorischen Anforderungen an die Zahlungsabwicklung gerecht zu werden. Durch die Kündigung der Konten entfallen diese Investitionsbedarfe künftig.
Kritik durch Personalvertreter und Belegschaft
Das Vorhaben der Bundesbank stieß bereits im Vorfeld der Entscheidung auf massiven Widerstand. Personalvertreter äußerten deutliche Kritik an der Sparmaßnahme und betonten den Stellenwert der Konten als Teil der sozialen Leistungen für die Belegschaft. Insbesondere für Pensionäre, die teilweise seit Jahrzehnten ihre Bankgeschäfte über die Notenbank abwickeln, stelle die Umstellung eine Belastung dar.
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Die Entscheidung der Einigungsstelle führte laut Berichten zu heftiger Kritik innerhalb der Institution. Während die Bankleitung die Notwendigkeit der Kosteneinsparung und den Fokus auf das Kerngeschäft betont, sehen Arbeitnehmervertreter in der Streichung der kostenlosen Konten eine Entwertung etablierter Standards.
Trotz dieses Protests ist der Beschluss der Einigungsstelle rechtlich bindend, womit die Bundesbank nun die formale Grundlage für die Abwicklung der Konten bis zum Jahr 2029 besitzt.
