Wohnungsbau, Baukosten

Bund und Länder starten Plattform, um hohe Baukosten zu senken

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 14:08 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bund und Länder wollen mit einer neuen gemeinsamen Plattform den Wohnungsbau günstiger machen. Bundesbauministerin Verena Hubertz setzt dabei auf gebündelte Lösungen aus den Ländern und besseren Wissenstransfer.

Bund und Länder wollen Baukosten mit neuer Plattform senken
Bauarbeiter auf einer Baustelle (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bund und Länder wollen mit einer neuen Plattform die Baukosten in Deutschland senken. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) rechnet damit, dass kostengünstigeres Bauen dadurch leichter möglich wird.

Hubertz setzt auf gemeinsame Plattform

Der "Rheinischen Post" sagte Hubertz: "Ich bin mir sicher, dass die Plattform dazu beitragen wird, bei der Senkung der Baukosten einen großen Schritt voranzukommen." Bund und Länder hatten sich am Freitag darauf geeinigt, die Senkung der Baukosten mit einer gemeinsamen Plattform voranzutreiben. Nach den Worten der Ministerin verfolgen beide Ebenen damit ein klares gemeinsames Ziel.

"Bund und Länder eint ein gemeinsames Ziel: Wir müssen dringend von den hohen Baukosten runter. Denn Bauen ist immer noch deutlich zu teuer", sagte Hubertz. Die Plattform soll zeigen, wie sich kostenbewusst bauen lässt, ohne für jedes Projekt komplett neu ansetzen zu müssen.

Bewährte Lösungen bündeln

Die Bundesbauministerin betonte, man müsse nicht immer das Rad neu erfinden, wenn es "schon viele kluge Lösungen im ganzen Land" gebe. Diese bestehenden Ansätze sollen auf der neuen Plattform systematisch gesammelt und bereitgestellt werden. Ziel ist, dass erfolgreiche Konzepte schneller Verbreitung finden.

Weiter sagte die SPD-Politikerin: "Auf dieser Plattform werden wir etablierte Lösungen aus den Ländern bündeln und so einen Wissenstransfer zwischen den Akteuren herstellen." Nach ihren Worten sollen Kommunen ebenso profitieren wie die Bau- und Wohnungswirtschaft.

Nutzen für alle Beteiligten im Wohnungsbau

Von dem geplanten Wissenstransfer sollen laut Hubertz "alle anderen Akteure, die in den Wohnungsbau involviert sind", profitieren. Dazu zählen neben öffentlichen Auftraggebern auch private Investoren, Planungsbüros und ausführende Unternehmen. Die Plattform soll ihnen helfen, bewährte Modelle schneller zu finden und anzuwenden.

Mit der Einigung von Bund und Ländern ist der Startschuss für die gemeinsame Arbeit an diesem Instrument gefallen. Konkrete Inhalte und technische Ausgestaltung werden in den kommenden Schritten festgelegt, Ziel bleibt jedoch klar: Bauen in Deutschland soll weniger kosten und damit mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen.

Mit der geplanten gemeinsamen Plattform von Bund und Ländern setzt Bundesbauministerin Verena Hubertz auf Standardisierung und Wissensaustausch, um die hohen Baukosten in Deutschland zu drücken. Im Mittelpunkt steht die Idee, bestehende Lösungen aus den Ländern zu sammeln und bundesweit zugänglich zu machen, statt für jedes Projekt neue Konzepte zu entwickeln.

Hintergrund: Hohe Kosten und stockender Wohnungsbau

In vielen Regionen gelten Grundstücks- und Baupreise seit Jahren als zentrales Hindernis für neuen Wohnraum. Kommunen, Wohnungsunternehmen und private Bauherren kämpfen zugleich mit Materialkosten, Fachkräftemangel, komplexen Vorschriften und langen Genehmigungsverfahren. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und öffentliche Haushalte zu entlasten.

Standardisierte Bauweisen, wiederverwendbare Planungen und digital unterstützte Prozesse gelten als Ansatzpunkte, um Projekte schneller und günstiger umzusetzen. Die Plattform soll solche praxiserprobten Modelle – etwa Typenbauten, Musterverträge oder vereinfachte Genehmigungswege – sichtbar machen und nutzbar machen, damit erfolgreiche Lösungen nicht lokal begrenzt bleiben.

Bedeutung für Kommunen und Bauwirtschaft

Für Kommunen kann ein strukturierter Zugriff auf erprobte Vorlagen die Planung beschleunigen und teure Fehler vermeiden. Wohnungsunternehmen und Bauwirtschaft erhalten Orientierung, welche standardisierten Konzepte politisch gewollt sind und bereits funktionieren. Wenn sich solche Ansätze durchsetzen, könnte dies die Kalkulierbarkeit von Projekten verbessern und Investitionsentscheidungen erleichtern.

Ausblick: Chancen und offene Punkte

Ob die Plattform spürbare Entlastung bringt, hängt davon ab, wie konsequent Bund und Länder sie mit konkreten Inhalten füllen und wie verbindlich Standards tatsächlich angewendet werden. Entscheidend wird sein, ob Kommunen und private Akteure die Angebote annehmen und in ihre Planung integrieren. Klar ist: Im Wohnungsbau besteht hoher Handlungsdruck, und jede Maßnahme, die Wissensdoppelungen reduziert und Verfahren vereinfacht, kann dazu beitragen, kostengünstiger zu bauen.

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