Bündnis, Koblenz

Bündnis Koblenz: ZF-Werk bis Ende 2031 gesichert, Kündigungen bis 2029 ausgeschlossen

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Vertrag garantiert den Werksbestand bis Ende 2031; für die Entwicklungsabteilung fehlt weiterhin ein konkreter Zukunftsplan.

ZF Koblenz: Tarifpakt sichert Werk und schützt Beschäftigte
Eine leere, moderne Industriehalle mit stillstehenden Maschinen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Nach rund einjährigen Verhandlungen haben die IG Metall Koblenz, der Betriebsrat und die Arbeitgeberseite des Automobilzulieferers ZF am Standort Koblenz am 23. September 2026 einen Durchbruch erzielt. Mit der Verabschiedung des Tarifvertrags „Bündnis Koblenz“ wurde eine weitreichende Einigung über die Zukunft des Werks getroffen. Die Mitglieder der IG Metall bestätigten das Ergebnis am Tag der Bekanntgabe mit einer Zustimmung von 99 Prozent.

Langfristige Standortsicherung und Kündigungsschutz

Ein wesentlicher Kernpunkt der Vereinbarung ist die langfristige Standortsicherung. Der Fortbestand des Werks in Koblenz wird durch den neuen Tarifvertrag bis mindestens Ende 2031 garantiert. Damit verbunden ist eine weitreichende Zusage für die Belegschaft: Betriebsbedingte Kündigungen am Standort sind bis zum 31. Dezember 2029 ausgeschlossen.

Darüber hinaus sieht der Vertrag eine Option vor, diesen Kündigungsschutz unter bestimmten Bedingungen bis zum 30. Juni 2030 zu verlängern. Diese Maßnahmen sollen den Beschäftigten in einer Phase des industriellen Umbruchs Stabilität und eine klare Perspektive bieten.

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Sozialverträglicher Stellenabbau und Transfergesellschaft

Der Tarifabschluss erfolgt vor dem Hintergrund massiver Restructuring-Maßnahmen, die ZF bereits im September 2025 eingeleitet hatte. Seinerzeit kündigte das Unternehmen den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen am Standort Koblenz an. Um diesen Prozess ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewältigen, kommen verschiedene Instrumente zum Einsatz.

Hierzu zählen Abfindungszahlungen, Altersteilzeitregelungen sowie sogenannte Rentenbrücken für ältere Mitarbeiter. Für ausscheidende Beschäftigte steht zudem eine Transfergesellschaft zur Verfügung.

Die Teilnehmer erhalten dort 85 Prozent ihres bisherigen Nettoentgelts. Diese Unterstützung, die unter anderem durch Transferkurzarbeitergeld der Agentur für Arbeit finanziert wird, kann für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten in Anspruch genommen werden.

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Teilverkauf an Harman und offene Punkte in der Entwicklung

Zusätzlich zu den innerbetrieblichen Anpassungen findet eine Veränderung in der Unternehmensstruktur statt. Die ZF-Sparte für Assistenzsysteme wird für eine Summe von rund 1,5 Milliarden Euro an die Samsung-Tochter Harman veräußert. Mit diesem Verkauf ist ein Personalübergang verbunden: Demnach werden etwa 300 Beschäftigte aus Koblenz zu dem neuen Eigentümer wechseln.

Trotz der erzielten Einigung für weite Teile der Belegschaft bleibt ein Bereich des Standorts von den aktuellen Plänen weitgehend ausgenommen. Berichten zufolge fehlt für die am Standort tätigen Entwickler bislang ein konkretes Konzept. Während die Produktion und andere Bereiche durch das „Bündnis Koblenz“ abgesichert wurden, steht ein detaillierter Zukunftsplan für die Entwicklungsabteilung noch aus.

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