BSI-Portal: 29.500 Unternehmen brauchen ab sofort ELSTER-Zertifikat
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 08:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mitte Juli traten gleich mehrere Neuerungen in Kraft, die Unternehmen zu schnellem Handeln zwingen.
Branchenlösung für Erdöl und Erdgas
Der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) hat am 15. Juli die Plattform „BVEG Safety Training“ gestartet. Das System ermöglicht digitale Sicherheitsunterweisungen für die gesamte Branche. Die Inhalte basieren auf den Empfehlungen des Deutschen Ausschusses für das Grubenrettungswesen.
Der Clou: Führende Branchenakteure wie ExxonMobil, Neptune Energy und Harbour Energy erkennen die Schulungsnachweise gegenseitig an. Die Zertifikate gelten sechs Monate. Das Ziel: einheitliche Sicherheitsstandards bei weniger Bürokratie.
Strengere Regeln für E-Autos und Wasserstoff
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) verschärft die Anforderungen an Unternehmen. Seit dem 14. Juli müssen Mitarbeiter in Werkstätten, bei Herstellern und Zulieferern regelmäßig für den Umgang mit Elektro- und Wasserstofffahrzeugen geschult werden.
Die Pflicht gilt vor Aufnahme der Tätigkeit – und muss mindestens einmal jährlich aufgefrischt werden. Grundlage sind die DGUV Information 209-093 für Hochvoltsysteme und die Fachbereichsinformation FBHM-099 für gasbetriebene Fahrzeuge. Der TÜV Süd bietet bereits digitale Schulungsprogramme an.
Die neuen Schulungspflichten für E-Mobilität und Wasserstoff erfordern eine präzise Dokumentation im Betrieb. Mit dieser kostenlosen Vorlage bereiten Sie Ihre Sicherheitsunterweisungen zeitsparend vor und erfüllen alle gesetzlichen Anforderungen rechtssicher. Jetzt kostenlose Muster-Vorlage und Expertenanleitung sichern
BSI-Portal: Nur noch mit ELSTER-Zertifikat
Seit dem 15. Juli gibt es keine Ausnahme mehr: Der Zugriff auf das Portal des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) läuft ausschließlich über „Mein Unternehmenskonto“ (MUK) mit einem ELSTER-Organisationszertifikat.
Rund 29.500 Unternehmen sind betroffen, die unter die NIS2-Richtlinie fallen. Die Zeitvorgaben für Meldungen sind knapp: 24 Stunden für eine erste Frühwarnung, 72 Stunden für die detaillierte Incident-Meldung. Der Abschlussbericht ist nach einem Monat fällig.
Entlastung bei Elektroprüfungen geplant
Die Bundesregierung plant finanzielle Entlastungen bei der Prüfung elektrischer Anlagen. Das Volumen: rund 600 Millionen Euro. Die Prüffristen sind bereits risikobasiert gestaltet. Allerdings: Küchen in der Gastronomie und Hotellerie bleiben Gefahrenbereiche. Pauschale Lockerungen für Aufzüge oder Druckbehälter sind nicht in Sicht.
Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) empfahl zudem eine Überprüfung der betrieblichen Erste-Hilfe-Organisation. Betriebe sollen Ersthelfer spezifisch ausbilden lassen – die Kosten übernimmt die Berufsgenossenschaft.
Ob risikobasierte Elektroprüfungen oder die allgemeine Betriebssicherheit – eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung bildet stets das Fundament für den Arbeitsschutz. Dieser kostenlose Report hilft Ihnen mit praktischen Checklisten dabei, Fehler zu vermeiden, die bei Prüfungen teuer werden können. Rechtssichere Gefährdungsbeurteilung: Jetzt Vorlagen kostenlos herunterladen
Digitalisierungsoffensive in Österreich
Während Deutschland auf Arbeitssicherheit setzt, startete Österreich eine breite Bildungsinitiative. Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll präsentierte einen Pakt mit 30 Partnerunternehmen – darunter Google, IBM, Microsoft und Samsung.
Die Plattform „digitalaustria.gv.at“ bietet 145 Kurse mit über 1.200 Stunden Lerninhalt – kostenlos. Schwerpunkte: künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Programmierung. Google stellt 2.000 Stipendien bereit, IBM bietet zertifizierte KI-Kurse.
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