Breyden schließt Werk in Ueckermünde: Rund 320 Arbeitsplätze bedroht
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Vor der Eisengießerei in Ueckermünde haben sich Belegschaft, Bürger und Vertreter der Stadt zu einer friedlichen Mahnwache versammelt. Anlass der Aktion vor dem Werksgelände ist das Vorhaben des Betreibers Breyden, den traditionsreichen Industriestandort aufzugeben.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Neubrandenburg kamen gegen 12 Uhr rund 200 Menschen zusammen. Medienberichten zufolge lag die Teilnehmerzahl bei 200 bis 250 Personen. Die Versammlung dauerte rund eine halbe Stunde und wurde von der Polizei abgesichert.
Schließungspläne und betroffene Arbeitsplätze
Der Betreiber Breyden hatte am 2. Oktober 2026 bekanntgegeben, den Standort Ueckermünde zum Jahresende 2026 schließen zu wollen. Das Unternehmen hat die Belegschaft über diesen Schritt informiert.
Von der Stilllegung sind nach Firmenangaben alle rund 320 Arbeitsplätze betroffen. Diese Gesamtzahl umfasst 260 Festangestellte sowie befristet Beschäftigte und Leiharbeiter. Ein Bericht des NDR sprach von 290 Beschäftigten, die ihre Arbeit verlieren würden.
Nach vorliegenden Informationen ist Ueckermünde das einzige Werk innerhalb der Breyden-Gruppe, das von einer Schließung betroffen ist. Die Unternehmensleitung kündigte an, mit dem Betriebsrat Gespräche über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufzunehmen.
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Wirtschaftlicher Hintergrund und Kostendruck
Die Eisengießerei fertigt vor allem Komponenten für Fahrzeugbremsen und Autobremssysteme. Das Werk verzeichnete in der Vergangenheit einen spürbaren Rückgang der Produktionsmengen: Während die Anlage früher jährlich 50.000 Tonnen Eisen verarbeitete, lag das Volumen zuletzt noch bei 35.000 Tonnen.
Breyden begründete die Entscheidung mit einer anhaltend rückläufigen Marktentwicklung, sinkender Nachfrage und einer unzureichenden Auslastung des Werks. Ein weiterer wesentlicher Faktor seien die Standortkosten.
Laut Angaben der Geschäftsführung liegen die Strompreise für industrielle Verbraucher in Deutschland bei 20 bis 25 Cent pro Kilowattstunde, während Konkurrenten an Standorten in China und Indien von Energiekosten in Höhe von 6 bis 8 Cent pro Kilowattstunde profitierten.
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Gründung eines Krisenstabs und weitere Aktionen
Auf kommunaler Ebene stößt die Schließungsankündigung auf geschlossenen Widerstand. Ueckermündes Bürgermeister Tino Spiegelberg kündigte die Einberufung eines kommunalen Krisenstabs an. Die ersten Beratungen zur Unterstützung des Standorts und der Beschäftigten sollen in der folgenden Woche beginnen.
Gleichzeitig will die Arbeitnehmerseite den Druck aufrechterhalten, um Alternativen zur Stilllegung zu prüfen. An der Gießerei in Ueckermünde sind bereits ab dem 4. Oktober weitere Treffen geplant, um über das künftige Vorgehen zu beraten.
