Brauerei-Schließungen: 220 Arbeitsplätze fallen weg, NGG sieht Vertrauensbruch
05.07.2026 - 01:30:41 | boerse-global.de
Die Haus-Cramer-Gruppe hat drastische Pläne für ihre Standorte in Herford und Paderborn bekannt gegeben: Die Herforder Brauerei wird geschlossen, der Paderborner Betrieb verkauft.
Herforder Brauerei schließt nach 148 Jahren
Ende August 2026 ist Schluss. Nach fast eineinhalb Jahrhunderten Brautradition stellt die Herforder Brauerei ihren Betrieb ein. Knapp 100 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze. Die Brauerei gehört seit 2007 zur Warsteiner Gruppe.
Die Ankündigung sorgt in der Region für Bestürzung. Besonders hart trifft es Hiddenhausen/Herford, wo das Unternehmen seit Generationen verwurzelt ist.
Paderborner Brauerei sucht neuen Eigentümer
Wenn betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen drohen, müssen Arbeitnehmervertreter schnell und rechtssicher handeln. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie dabei, Ihre Mitbestimmungsrechte optimal zu nutzen. Kostenlosen Ratgeber zur Sozialauswahl und zum Sozialplan jetzt sichern
Auch in Paderborn stehen die Zeichen auf Veränderung. Die Haus-Cramer-Gruppe will den Standort noch 2026 verkaufen. Hauptgrund: deutlich gesunkene Absatzzahlen. Zwischen 113 und 120 Beschäftigte sind betroffen.
Die Marke Paderborner soll laut Unternehmensangaben erhalten bleiben. Wer den Betrieb übernehmen könnte, ist noch offen.
Gewerkschaft wirft Konzern Vertrauensbruch vor
Bei drohendem Personalabbau ist ein starker Sozialplan entscheidend, um finanzielle Nachteile für die Belegschaft zu minimieren. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, wie Sie ein faires Punktesystem und einen wirksamen Interessenausgleich verhandeln. Jetzt Gratis-E-Book für Betriebsräte herunterladen
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) spricht von einem „Katastrophen-Tag" für die Beschäftigten. Ihr Hauptvorwurf: Die Haus-Cramer-Gruppe breche bestehende Standortgarantien, die eine Fortführung bis Ende 2028 vorsahen.
Besonders bitter: Die Belegschaften hatten große Zugeständnisse gemacht. Seit 2021 verzichteten sie auf tarifliche Lohnerhöhungen sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dass nun trotz dieser Opfer die Schließung kommt, wertet die NGG als schweren Vertrauensbruch.
