Brandschutzhelfer: Fünf Prozent der Belegschaft müssen geschult sein
28.05.2026 - 05:17:35 | boerse-global.deUnternehmen in Deutschland müssen mindestens fünf Prozent ihrer Belegschaft als Brandschutzhelfer ausbilden lassen. Neue Schulungen und verschärfte Kontrollen machen jetzt Druck.
Die gesetzlichen Vorgaben sind klar, doch viele Betriebe hinken hinterher. In der letzten Maiwoche 2026 haben Aufsichtsbehörden und Brandschutz-Experten in Bayern und Rheinland-Pfalz eindringlich an die Pflicht zur Ausbildung von Brandschutzhelfern erinnert. Die Vorschriften der ASR A2.2 und der DGUV Information 205-023 lassen keinen Spielraum: Jedes Unternehmen muss einen festgelegten Prozentsatz seiner Mitarbeiter dafür qualifizieren.
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Fünf Prozent sind das absolute Minimum
Für Betriebe mit normaler Brandgefahr gilt eine Quote von mindestens fünf Prozent der Beschäftigten. Bei erhöhtem Risiko steigt die Anforderung auf rund zehn Prozent. Das machten Fachleute am 27. Mai in München und in ganz Bayern deutlich.
Die Ausbildung selbst ist überschaubar, aber verbindlich. Die Kurse dauern in der Regel drei Stunden. Sie umfassen sowohl theoretische Unterweisungen als auch praktische Übungen mit Feuerlöschern. Reine Online-Schulungen reichen nicht aus – die Behörden stellen klar: Die praktische Erfahrung ist zwingend vorgeschrieben. Wer die Schulung absolviert, muss dies dokumentieren: Teilnehmerliste, Datum und genaue Inhalte sind für die Rechtskonformität unerlässlich.
Einbindung in den nationalen Bevölkerungsschutz
Die Bedeutung des Brandschutzes geht weit über einzelne Unternehmen hinaus. Am 26. Mai äußerte sich Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), zum Kabinettsbeschluss über einen neuen Pakt für den Zivilschutz. Banse betonte: Die Feuerwehr mit rund einer Million Einsatzkräften sei die stärkste Säule des nationalen Bevölkerungsschutzes.
Der DFV-Präsident fordert die Einführung von Selbsthilfe-Trainings in Schulen und ein klareres System von Kernkompetenzen. Ein vorgeschlagenes Raster mit 40 Fähigkeitsmodulen – etwa zum Befüllen und Transportieren von Sandsäcken – soll den länderübergreifenden Einsatz von Hilfskräften bei Katastrophen erleichtern. Die Innenministerkonferenz hat die Einführung dieses Modulsystems bereits empfohlen.
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Industrielle Sicherheit und Infrastruktur
Die praktische Umsetzung verschärfter Brandschutzauflagen zeigt sich in mehreren aktuellen Fällen:
Wiederanlauf nach Großbrand: Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt hat am 26. Mai die Wiederinbetriebnahme einer Brennstoffanlage in Bernburg genehmigt. Die Anlage war nach einem Großbrand im April 2025 stillgelegt worden, bei dem 200 Tonnen Kunststoffabfälle in Flammen standen. Der Neustart erfolgt mit erweiterten Schutzmaßnahmen: automatische Löschturbinen, Infrarotkameras und neue Wassertanks. Die Jahreskapazität bleibt bei 66.000 Tonnen.
Rauchmelder-Pflicht läuft aus: Millionen von Rauchmeldern in Deutschland erreichen 2026 das Ende ihrer zehnjährigen Lebensdauer. Nach der DIN-14676-Norm ist der Austausch in diesem Jahr in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen Pflicht. Berlin, Nordrhein-Westfalen und das Saarland folgen 2027.
Einsatzbereitschaft vor Ort: Am 26. Mai absolvierten zwölf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Herbertshofen fehlerfreie Übungen zur Brandbekämpfung mit Wasser. Parallel dazu führte die Polizei in der vietnamesischen Provinz Lao Cai ein zweitägiges Training für knapp 200 lokale Führungskräfte durch – mit Fokus auf Rechtsvorschriften und Rettungstechniken.
Aktuelle Einsätze und Übungen
Die jüngsten Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit wachsamer Brandschutzmaßnahmen. Am 23. Mai rückte die Feuerwehr München zu einem Brand in einer Kirchen-Toilette im Stadtteil Haidhausen aus. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung – in dem verschlossenen Gebäude wurden Überreste eines Kartons gefunden. Einen Tag später löschte die Münchner Feuerwehr einen Brand in der Dachisolierung unter einer Solaranlage im Stadtteil Fasanerie.
Am Pfingstwochenende übernahmen vier Feuerwehrfrauen aus Stockheim erstmals exklusiv den Brandschutzdienst beim Bienenmarkt in Michelstadt. Und am 27. Mai führten mehrere Feuerwehren eine gemeinsame Evakuierungsübung an einer Grundschule und dem Gemeindehaus in Langenrohr durch – zur Erprobung koordinierter Rettungs- und Schutzmaßnahmen.
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