Brandschutzhelfer: 5% Quote und neue Ausbildung ab August 2026
09.06.2026 - 13:32:14 | boerse-global.de
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat ein neues Dossier zur Brand- und Explosionsgefährdung vorgelegt. Unternehmen müssen ihre Brandschutzhelfer-Quote und Gefährdungsbeurteilungen überprüfen.
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Fünf Prozent der Beschäftigten müssen Brandschutzhelfer sein
Die Arbeitsstättenregel ASR A2.2 bleibt der Maßstab: Mindestens fünf Prozent der anwesenden Mitarbeiter pro Schicht und Standort müssen als Brandschutzhelfer ausgebildet sein. Bei erhöhter Brandgefahr steigt die Quote deutlich.
Ein klassisches Büro mit 20 Mitarbeitern kommt rechnerisch mit einem Brandschutzhelfer aus. In einer Produktionsstätte mit 150 Beschäftigten und erhöhter Gefahr müssen mindestens 15 Helfer bereitstehen. Experten empfehlen zudem einen Abwesenheitspuffer von 20 bis 30 Prozent für Krankheit und Urlaub.
Das neue BAuA-Dossier hilft Unternehmen bei der systematischen Bewertung. Es nutzt das Branddreieck sowie Gefährlichkeitsgruppen nach H-Sätzen und stellt ein spezifisches EMKG-Modul für Brand- und Explosionsrisiken bereit.
Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten startet im August
Ein zentraler Baustein im betrieblichen Brandschutz ist die Qualifizierung zum Brandschutzbeauftragten (BSB) nach DGUV 205-003. Ein entsprechender Lehrgang in Siek bei Hamburg läuft vom 17. bis 28. August 2026.
Die Ausbildung umfasst 80 Unterrichtseinheiten und beinhaltet Kooperationen mit der Feuerwehr. Absolventen dürfen anschließend die Brandschutzhelfer im eigenen Betrieb selbst ausbilden. Ergänzend wurden Anfang Juni Konzepte für Live-Webinare vorgestellt, die theoretische Grundlagen vermitteln.
Viele Unternehmen unterschätzen die gesetzlichen Dokumentationspflichten, was bei Betriebsprüfungen zu teuren Bußgeldern führen kann. Diese bewährte Word-Mustervorlage bündelt alle vorgeschriebenen Notfall-Informationen rechtssicher auf einem Blatt. Kostenlose Alarmplan-Vorlage für Ihren Betrieb herunterladen
VR-Training simuliert echte Brandeinsätze
Immersive Technologien gewinnen in der Brandschutzausbildung an Bedeutung. Neue VR-Feuerlöschertrainings setzen auf simulierte Wärme, Brandgeruch und Rauchentwicklung. Die Systeme ermöglichen realistische Szenarien für Krankenhäuser, Labore oder Industrieanlagen – ohne echte Brandgefahr.
Klassische Präsenzschulungen bleiben dennoch wichtig. Ende Juni sind in der Region Hamburg kompakte Brandschutzhelfer-Kurse mit praktischen Löschübungen geplant. Die Kosten liegen bei rund 99 Euro. Eine Auffrischung wird alle drei bis fünf Jahre empfohlen.
Feuerwehren investieren in Brandsimulationshäuser
Auch die öffentlichen Feuerwehren setzen auf realistische Übungen. Ende Mai trainierten Einsatzkräfte aus Wolfsgraben in einem Brandhaus in Tulln Wohnungsbrände unter Atemschutz. In Rheine ging ein neues Brandsimulationshaus aus hitzebeständigem Feuerbeton in Betrieb – es hält Temperaturen bis zu 1.400 Grad Celsius stand.
Die Nachwuchsarbeit zeigt Erfolge: Die Kinder- und Jugendfeuerwehren in Niedersachsen meldeten für 2025 einen Mitgliederzuwachs von 2,5 Prozent auf über 54.000. Der Mädchenanteil liegt bei 37 Prozent.
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