Brandschutz: Wartung alle zwei Jahre jetzt Pflicht für Arbeitgeber
25.06.2026 - 14:41:19 | boerse-global.de
Feuerlöscher, Schulungen und moderne Technik – der präventive Brandschutz unterliegt strengen gesetzlichen Anforderungen. Arbeitgeber müssen nach dem Arbeitsschutzgesetz und den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A2.2) geeignete Feuerlöscheinrichtungen bereitstellen. Die regelmäßige Wartung ist Pflicht.
Die richtige Wahl des Löschmittels
Die Auswahl des Feuerlöschers hängt von der Brandgefährdung ab. In Büros, Arztpraxen oder Schulen empfehlen Experten Schaumlöscher. Sie decken die Brandklassen A (feste Stoffe) und B (Flüssigkeiten) ab und verursachen weniger Verschmutzungen als Pulverlöscher.
Reine Wasserlöscher sind nur für Brandklasse A geeignet. Pulverlöscher gelten als Allrounder für die Klassen A, B und C (Gase). Wegen der starken Staubentwicklung raten Fachleute jedoch oft von ihrem Einsatz in elektronischen Umgebungen ab. Für Serverräume setzen Betriebe auf CO?-Löscher (Brandklasse B) – sie löschen rückstandsfrei.
Spezialanwendungen erfordern Fettbrandlöscher (Klasse F) für Küchen oder Metallbrandlöscher (Klasse D) für industrielle Fertigungen.
In Spanien empfiehlt sich für allgemeine Unternehmensbereiche die Kombination aus einem 6-kg-ABC-Pulverlöscher und einem 2-kg-CO?-Löscher für elektrische Gefahrenstellen.
Wartung alle zwei Jahre – Schulungen für Mitarbeiter
Der Gesetzgeber schreibt eine regelmäßige Überprüfung vor: Die Wartung muss spätestens alle zwei Jahre durch Sachkundige erfolgen. Neben der Technik spielt der Faktor Mensch eine zentrale Rolle.
Anbieter wie Eckart Feuerschutz führten Ende Juni 2026 Schulungen für Brandschutzhelfer durch. Ziel ist der sichere Umgang mit Feuerlöschern im Ernstfall.
Im Ernstfall versagt jeder dritte Mitarbeiter beim Bedienen des Feuerlöschers, da ohne praktische Unterweisung oft Chaos droht. Diese kostenlose PowerPoint-Vorlage erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen und hilft Ihnen, Ihr Team in nur 15 Minuten professionell zu schulen. Feuerlöscher-Unterweisung jetzt kostenlos herunterladen
Die Bedeutung funktionsfähiger Brandschutzeinrichtungen zeigte ein Vorfall in Neustadt an der Weinstraße am 25. Juni 2026. Eine Lagerhalle geriet in Brand. Es entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro, Personen wurden nicht verletzt.
Hohe Anforderungen in Kliniken und öffentlichen Gebäuden
Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen haben besonders komplexe Anforderungen. Eine detaillierte Risikoklassifizierung ist erforderlich. Neben der Kontrolle von Zündquellen und Alarmanlagen müssen Kliniken spezifische Evakuierungspläne für Patienten mit eingeschränkter Mobilität vorhalten. Technische Systeme wie Sprinkleranlagen gehören zum festen Sicherheitskonzept.
In Düsseldorf wurde am 23. Juni 2026 eine neue Hauptfeuerwache am Flughafen eingeweiht. Die Investitionssumme für das Gebäude mit 28 Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge belief sich auf über 65 Millionen Euro. Die Wache ist mit Photovoltaik und Wärmepumpen ausgestattet.
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Digitale Früherkennung und Löschroboter
Die Digitalisierung treibt den Brandschutz voran. Securiton Deutschland stellte einen neuen digitalen Ansaugrauchmelder vor. Das System SecuriSmoke ASD 2000 ist ab Juli 2026 erhältlich, verfügt über eine App-Steuerung und eine hohe Detektionsempfindlichkeit. Es erfüllt zudem den Cyber Resilience Act (CRA).
Auch bei der Brandbekämpfung kommt neue Technik zum Einsatz. Die Freiwillige Feuerwehr Rosenheim erhielt im Juni 2026 einen ferngesteuerten Löschroboter im Wert von rund 339.000 Euro. Er ist für gefährliche Einsätze konzipiert. Die Stadt investierte insgesamt 2,4 Millionen Euro in neue Fahrzeuge und Ausrüstung.
In Salzburg hat der Bauausschuss den Ankauf eines neuen Rüstlöschfahrzeugs für die Wache Schallmoos auf den Weg gebracht. Das Fahrzeug auf Basis eines Mercedes-Benz Atego kostet etwa 800.000 Euro und soll im vierten Quartal 2027 in Dienst gestellt werden.
Moderne Materialien für mehr Sicherheit
Ein weiterer Aspekt des Brandschutzes liegt in der Kabelproduktion für Rechenzentren und die Automobilindustrie. Halogenfreie, phosphor-stickstoffbasierte Flammschutzmittel gewinnen an Bedeutung. Sie bieten eine hohe Flammwidrigkeit bei geringer Rauchentwicklung und Toxizität im Brandfall.
Für private Wohngebäude rücken durch die Energiewende neue Risiken in den Fokus. Experten raten zur fachgerechten Installation und regelmäßigen Wartung von Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen. Rauchwarnmelder sind Pflicht.
