Brandschutz: TÜV-Report zeigt 35,9% Mängelquote bei Gebäuden
Veröffentlicht am: 04.06.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Landkreis Northeim sucht externe Experten für Brandschutz und Sicherheitstechnik – und das mit Blick auf neue gesetzliche Vorgaben und alarmierende TÜV-Zahlen.
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Ausschreibung für Sicherheit und Brandschutz gestartet
Am 3. Juni 2026 veröffentlichte der Landkreis Northeim eine EU-weite Ausschreibung für umfassende Sicherheits- und Brandschutzdienstleistungen. Der Vertrag läuft vom 30. Juni 2027 bis zum 29. Juni 2029 und umfasst Grundleistungen nach der DGUV V2. Der Auftragnehmer muss einen Brandschutzbeauftragten stellen und die spezialisierte Softwareplattform envioteq nutzen.
Die Ausschreibung betrifft sowohl die allgemeine Kreisverwaltung als auch den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. Interessierte Unternehmen können ihre Angebote bis zum 9. Juli 2026, 9:00 Uhr, einreichen.
Neue Regeln für Sicherheitsbeauftragte in Kraft
Der Hintergrund: Der Bundestag hatte am 26. März 2026 eine Änderung des §22 SGB VII beschlossen, die am 29. Mai 2026 in Kraft trat. Die Vorschriften für die Bestellung von Sicherheitsbeauftragten wurden angepasst.
Konkret bedeutet das: Unternehmen mit 20 bis 49 Beschäftigten müssen nur noch bei besonderen Gefährdungen Sicherheitsbeauftragte benennen. Bei 50 bis 249 Mitarbeitern ist mindestens eine Person Pflicht. Firmen mit 250 oder mehr Angestellten müssen die Kriterien der DGUV Vorschrift 1, Paragraph 20, erfüllen.
Die korrekte Gefährdungsbeurteilung ist das Fundament jeder betrieblichen Sicherheitsstrategie, besonders bei sich ändernden gesetzlichen Anforderungen. Dieser kostenlose Praxis-Report liefert Ihnen die passenden Vorlagen und Checklisten, um keine kritischen Punkte zu übersehen. Die Vorlage, auf die Arbeitsschutzprofis im Brandschutz nicht mehr verzichten wollen
TÜV-Report: Jedes dritte Gebäude hat Mängel
Die Dringlichkeit besserer Wartung und Kontrolle unterstreicht der TÜV-Baurechtsreport 2026. Demnach wiesen 35,9 Prozent aller geprüften sicherheitsrelevanten Gebäudesysteme erhebliche Mängel auf – ein Anstieg um neun Prozentpunkte im Vergleich zu 2024. Nur 26,9 Prozent der Anlagen waren komplett beanstandungsfrei.
Besonders betroffen sind:
- Lüftungsanlagen: 44,2 Prozent Mängelquote
- Feuerlöschanlagen: 40,6 Prozent Mängelquote
- Sicherheitsstromversorgung: 35,2 Prozent Mängelquote
- Sicherheitsbeleuchtung: 35,0 Prozent Mängelquote
Auch bei Erstprüfungen zeigt sich ein negativer Trend: Die Mängelquote stieg von 19,7 Prozent im Jahr 2024 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025. Der TÜV-Verband führt die Entwicklung auf steigende technische Komplexität, wachsenden Kostendruck und den anhaltenden Fachkräftemangel zurück. Die Forderung: strengere Prüf- und Wartungsstandards.
Niedersachsen rüstet beim Katastrophenschutz auf
Während die Landkreise für lokale Auflagen sorgen, baut das Land Niedersachsen seine Sicherheitsinfrastruktur aus. Am 3. Juni 2026 präsentierte die Landesregierung auf der Interschutz-Messe eine neue Katastrophenschutzstrategie. Der Fokus liegt auf Klimarisiken wie Starkregen und Dürre, aber auch auf hybriden Bedrohungen und Versorgungsengpässen. Seit 2022 hat das Land rund 185 Millionen Euro in diesen Bereich investiert.
Parallel dazu hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den Bau von 61 geländegängigen Rettungsfahrzeugen in Auftrag gegeben. Die Prototypen kosten jeweils rund 500.000 Euro, basieren auf Unimog-Fahrgestellen und können bis zu 1,20 Meter tiefes Wasser durchqueren. Die Auslieferung soll 2027 beginnen.
Ein weiteres Thema: der KNX Summit 2026 am 11. und 12. Juni in Hannover. Die Veranstaltung des ZVEH und der Fachverbände Niedersachsen/Bremen widmet sich der ganzheitlichen Gebäudesicherheit und Cyber-Resilienz für Systemintegratoren und Elektroplaner.
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