Bonpflicht, Digitale

Bonpflicht fällt 2028: Digitale Belege per QR-Code ab Januar

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesregierung bringt umfassende Neuregelungen auf den Weg, die Insolvenzverwalter, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater betreffen.

Neue Gesetze: Insolvenzrecht, EEG-Prüfpflichten und digitale Steuerbelege
Moderner Büroarbeitsplatz eines Steuerberaters mit digitaler Software auf einem Monitor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Gesetzgeber hat in den vergangenen Tagen mehrere Neuregelungen auf den Weg gebracht. Sie betreffen Insolvenzrecht, Energierecht und die Digitalisierung der Steuerberatung. Für Berufsträger bedeuten sie teils tiefgreifende Anpassungen ihrer digitalen Infrastruktur und Compliance-Prozesse.

Einheitliche Regeln für Insolvenzverwalter

Das Bundesjustizministerium veröffentlichte am heutigen Freitag einen Gesetzentwurf zur Vereinheitlichung der Zulassung und Aufsicht von Insolvenzverwaltern. Kernstück: eine neue Kammer, die künftig für die Zulassung zuständig ist, sowie ein zentrales Berufsträgerregister.

Die geplante Berufsaufsicht wird verschärft. Geldbußen von bis zu 5 Millionen Euro sind möglich. Berufsverbände begrüßten den Vorstoß für einen gemeinsamen Rechtsrahmen. Stellungnahmen zum Entwurf sind bis zum 25. September möglich.

Neue Prüfpflichten für Wirtschaftsprüfer

Der Referentenentwurf zum EEG 2027, der am Donnerstag bekannt wurde, bringt neue Aufgaben für die Wirtschaftsprüfung. Geplant ist eine Pachtbegrenzung für Windenergieanlagen – deren Einhaltung müssen Wirtschaftsprüfer künftig per Testat nachweisen. Schätzungen gehen von rund 64 solcher Prüfungen pro Jahr aus, Kostenpunkt: etwa 4.000 Euro je Testat. Die Bundesregierung hält am Ziel fest, bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarem Strom am Bruttostromverbrauch zu erreichen.

Digitalisierung im Steuerrecht: Bonpflicht fällt

Auch bei der täglichen Mandatsarbeit stehen Änderungen an. Beim Behinderten-Pauschbetrag wird der Nachweis für schwerbehinderte Rentner ab 2026 vereinfacht. Neue Feststellungen zum Grad der Behinderung werden elektronisch an die Finanzämter übermittelt – Voraussetzung sind die Steuer-Identifikationsnummer und eine Einwilligung.

Anzeige

Die Digitalisierung der Finanzverwaltung schreitet voran, doch viele Steuerpflichtige fühlen sich von den Online-Portalen überfordert. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie MeinElster effizient nutzen und Ihre steuerlichen Angelegenheiten zeitsparend erledigen. MeinElster E-Book jetzt kostenlos sichern

Noch weitreichender: Die Papierbelegausgabepflicht soll zum 1. Januar 2028 abgeschafft werden. Ein Entwurf des Bundesfinanzministeriums sieht stattdessen digitale Belege per QR-Code vor. Unternehmen mit mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz müssen dann zertifizierte elektronische Registrierkassen einsetzen.

Geldwäsche: Neue Risikoanalyse

In der Geldwäscheprävention müssen Verpflichtete wie Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer künftig eine neue sektorspezifische Risikoanalyse berücksichtigen. Das BMF veröffentlichte diese am heutigen Freitag. Sie befasst sich besonders mit der Verschleierung wirtschaftlich Berechtigter bei juristischen Personen und Personengesellschaften.

KI-Kompetenz: Nachweise ab August

Das Thema Künstliche Intelligenz rückt in den Fokus der Aufsichtsbehörden. Die Kompetenzpflichten gemäß dem EU AI Act bestehen zwar bereits seit Anfang 2025. Doch ab dem 2. August können Aufsichtsbehörden konkrete Nachweise über die KI-Kompetenz der Mitarbeiter fordern. Das betrifft auch Behörden und Kanzleien, die KI-Systeme einsetzen.

Anzeige

Der EU AI Act stellt Unternehmen vor neue rechtliche Herausforderungen, insbesondere bei der geforderten Dokumentation und den Kompetenznachweisen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden hilft Ihnen, die Pflichten und Fristen der KI-Verordnung rechtssicher zu verstehen. Gratis E-Book zum EU AI Act herunterladen

Europäischer Rahmen und IT-Infrastruktur

Die EU-Kommission legte am 17. Juli einen Aktionsplan zur Elektrifizierung vor. Bis 2040 soll der Stromanteil am Endenergieverbrauch auf 46 Prozent steigen. Für die IT-Branche relevant: Bis 2027 soll eine Methodik für das Flexibilitätspotenzial von Rechenzentren entwickelt werden.

Parallel dazu intensivieren die Bundesländer ihre Zusammenarbeit in der Steuer-IT. Hessen und Rheinland-Pfalz schlossen eine langfristige Kooperation. Hessen stellt ab Juli umfangreiche Rechenzentrumsflächen in Frankfurt am Main bereit. Der Umzug der Systeme soll bis Sommer 2027 abgeschlossen sein – als Basis für automatisierte Steuerverfahren und Cloud-Lösungen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69865157 |