Böllerverbot, Feuerwerksverbot

Böllerverbot als Buchungsmotor: Niederländische Küste meldet Silvester-Rekord bei deutschen Gästen

22.10.2026 - 12:45:00

Das erste landesweite Feuerwerksverbot in den Niederlanden verändert das Buchungsverhalten deutlich. Ein Ferienhausvermieter an der Nordsee ist sieben Wochen früher ausgelastet als im Vorjahr, getragen fast ausschließlich von deutschen Urlaubern mit Hund.

 
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CALLANTSOOG – Was in Deutschland seit Jahren politisch umstritten ist, wird im Nachbarland zum Wirtschaftsfaktor. Seit dem 1. August ist privates Feuerwerk in den Niederlanden verboten. Wenige Wochen später zeigt sich der Effekt in den Buchungszahlen der Ferienhausbranche.

Beim Vermieter LekkerNaarZee in Callantsoog, nördlich von Amsterdam, lagen am 12. Oktober 107 Reservierungen für den Jahreswechsel vor, nach 78 am selben Stichtag des Vorjahres. Das entspricht einem Plus von 37 Prozent. Den aktuellen Belegungsstand erreichte das Unternehmen im vergangenen Jahr erst am 1. Dezember. Nur noch 18 Häuser sind frei.

Wachstum fast ausschließlich aus Deutschland

Die Zuwächse stammen nahezu vollständig von deutschen Gästen. Ihre Buchungen stiegen von 65 auf 100, ein Plus von 54 Prozent. Der deutsche Anteil an den Silvesterbuchungen wuchs damit von 83 auf 93,5 Prozent.

Auffällig ist zudem der Anteil der Buchungen mit Haustier: Er stieg von 56 auf knapp 65 Prozent. Laut Unternehmen handelt es sich fast immer um Hunde. Mit 94 angemeldeten Tieren liegt die Zahl bereits jetzt über dem Endstand des Vorjahres.

„Gäste fragen gezielt nach dem Verbot, das ist in diesem Jahr deutlich häufiger als früher“, sagt Niek Hietberg von LekkerNaarZee. Die Buchungsgründe werden nicht systematisch erfasst; der Zusammenhang mit dem Verbot stützt sich auf die Gespräche mit Gästen.

Deutschland hält an der Ausnahme fest

In Deutschland ist das Abbrennen von Feuerwerk der Kategorie F2 für Erwachsene am 31. Dezember und 1. Januar weiterhin erlaubt. Das Bundesinnenministerium hält ein bundesweites Verbot für unverhältnismäßig; Kommunen können nur eingeschränkt eigene Verbotszonen festlegen.

In der Bevölkerung sieht die Stimmung anders aus. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa von Ende Oktober 2025 sprachen sich 24 Prozent für ein generelles Feuerwerksverbot aus, weitere 34 Prozent für ein Verbot privater Böller bei erlaubtem organisiertem Feuerwerk. Als wichtigstes Argument nannten 52 Prozent, dass Tiere verschreckt werden.

Offene Frage: die Durchsetzung

Ob das Verbot in der Praxis greift, wird sich erst in der Silvesternacht zeigen. Die Gemeinde Schagen, zu der Callantsoog gehört, erteilt keine Ausnahmegenehmigungen. Wie viel illegales Feuerwerk dennoch gezündet wird, ist offen. „Eine komplett feuerwerksfreie Nacht können wir nicht versprechen, aber eine deutlich größere Chance auf Ruhe“, sagt Hietberg.

Das Unternehmen rechnet mit einer vollständigen Auslastung. Im Vorjahr ging rund ein Drittel der Silvesterbuchungen erst nach Mitte Oktober ein.