Bodensee: Schiffsverkehr im Untersee wegen Niedrigwasser eingestellt
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 12:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Wegen des niedrigen Wasserstands ist der Schiffsverkehr im Untersee des Bodensees bis auf Weiteres eingestellt worden.
BSB stoppen Verkehr an vier Orten
Betroffen sind nach Angaben der Stadtwerke Konstanz die Verbindungen der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) zwischen Radolfzell, Iznang, Mannenbach und der Reichenau. Einen Zeitpunkt für die Wiederaufnahme gibt es zunächst nicht.
Grund für die Entscheidung ist der niedrige Wasserstand. Nach Angaben der Stadtwerke ist die Gefahr zu groß geworden, in einer Hafeneinfahrt stecken zu bleiben.
Sicherheit für Fahrgäste und Schiffe
BSB-Geschäftsführer Frank Weber sagte laut Mitteilung: „Wir haben die Schifffahrt buchstäblich bis zum letzten Zentimeter aufrechterhalten. Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem die Gefahr, in der Hafeneinfahrt steckenzubleiben, zu groß geworden ist.“
Die Schifffahrt habe zum Schutz der Fahrgäste und der Schiffe eingestellt werden müssen. Die Einschränkung betrifft damit einen Teil des Bodenseeverkehrs, nicht den gesamten See.
Niedrigwasser auch an anderen Gewässern
Das trockene Wetter hat zuletzt auch an anderen Gewässern in Deutschland Folgen für den Schiffsverkehr. Vor allem auf dem Rhein kam es zu Einschränkungen für Touristen- und Cargoschiffe.
Trockenheit trifft Tourismus und Verkehr
Die Einstellung im Untersee ist vor allem für den Ausflugsverkehr relevant. Die genannten Anlegestellen verbinden Orte am westlichen Bodensee und erschließen Ausflugsziele, die in der Saison auf Schiffsverbindungen angewiesen sind. Für Fahrgäste bedeutet der Ausfall, dass Ausflüge und Ortswechsel auf Landwege verlagert werden müssen.
Das Problem steht im Zusammenhang mit einer ausgeprägten Niedrigwasserlage am Bodensee. Am Pegel Konstanz wurden zuletzt 265 Zentimeter gemessen; das lag mehr als einen Meter unter dem langjährigen Mittelwert. Als Ursachen werden ein Niederschlagsdefizit, das weitgehende Ausbleiben der Schneeschmelze im Einzugsgebiet des Alpenrheins und hohe Verdunstung genannt.
Folgen reichen über den Bodensee hinaus
Niedrige Wasserstände beeinträchtigen nicht nur touristische Angebote. Sie erschweren auch den sicheren Betrieb von Fähren und anderen Schiffen, weil Zufahrten und Hafenbereiche weniger Wassertiefe bieten. Die Entscheidung der BSB zeigt, dass dabei nicht allein die Befahrbarkeit offener Seestrecken, sondern auch die Sicherheit an den Anlegestellen entscheidend ist.
Auch am Rhein führt die anhaltende Trockenheit zu Einschränkungen. Dort können Schiffe teilweise nur mit deutlich reduzierter Ladung fahren; einzelne Fährverbindungen wurden bereits unterbrochen. Für den Bodensee bleibt damit entscheidend, ob ergiebiger Regen den Wasserstand in den Zufahrten und Häfen ausreichend anhebt. Einen konkreten Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des Verkehrs nennt die Meldung nicht.
