BMW-Management, China-Strategie

BMW Management: Konzern streicht ein Fünftel der Funktionen und den Diesel im neuen 3er

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 15:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

BMW will bis Mitte 2027 die Zahl seiner Bereiche und zugeordneten Managementfunktionen um ein Fünftel verringern. Zugleich setzt der Konzern in China stärker auf lokale Entwicklung und Produktion und streicht beim neuen 3er den Dieselantrieb.

BMW-Chef Nedeljkovic: Konzernstruktur vereinfachen und Managementpositionen streichen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
BMW-Chef Nedeljkovic: Konzernstruktur vereinfachen und Managementpositionen streichen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa

BMW will bis Mitte 2027 die Zahl seiner Bereiche und zugeordneten Managementfunktionen um 20 Prozent verringern und seine Fahrzeuge in China künftig weitgehend regional entwickeln und produzieren.

Organisation soll schneller werden

Mit dem Umbau will der Münchner Autobauer seine Strukturen vereinfachen und schneller entscheiden. Betroffen ist zunächst vor allem die Bereichsleiterebene; der Effekt werde sich jedoch auch auf niedrigeren Managementebenen niederschlagen. Ein zahlenmäßig großer Stellenabbau sei damit nicht verbunden.

BMW hatte bereits im Sommer ein freiwilliges Jobabbauprogramm für alle Bereiche außer der Produktion angekündigt. Weltweit soll die Zahl der Beschäftigten nach Angaben aus Unternehmenskreisen um rund 8.000 sinken. Viele Stellen dürften in der Verwaltung und in der Entwicklung in Deutschland wegfallen.

Produktion in Deutschland ausgenommen

Konzernchef Milan Nedeljkovic sagte, die Organisation in München sei „einfach zu groß“. BMW müsse kleiner und schlagfertiger werden. Die Produktion in Deutschland sei dagegen gut ausgelastet und deshalb von dem Jobabbauprogramm ausgenommen.

Die zentrale Herausforderung bestehe darin, die Kosten wieder auf ein Niveau zu senken, das wettbewerbsfähige Preise und ausreichende Deckungsbeiträge ermögliche, sagte Nedeljkovic.

Weniger Exporte nach China

In China will BMW stärker auf Regionalisierung bei Entwicklung, Produktion und Einkauf setzen. Das soll die Herstellung verbilligen und eine bessere Anpassung an die Wünsche chinesischer Kunden ermöglichen.

Das Modell, Fahrzeuge aus anderen Ländern nach China zu importieren, werde Anfang der nächsten Dekade auslaufen, teilte der Konzern mit. BMW prüfe im Gegenzug, künftig Fahrzeuge aus China in südostasiatische Märkte zu exportieren.

Mehr Künstliche Intelligenz, weniger Varianten

Mit Künstlicher Intelligenz will BMW außerdem besser erkennen, wo vorhandene Lösungen oder Zulieferteile eigene Entwicklungen ersetzen können. Das Unternehmen sieht darin Einsparpotenziale.

Zudem soll die Komplexität des Angebots sinken. Nicht profitable Fahrzeugvarianten sollen entfallen. Beim neuen BMW 3er der achten Generation wird kein Dieselmotor mehr angeboten. Eine grundsätzliche Entscheidung gegen den Selbstzünder sei das nicht; bei anderen Modellen könne es ihn wieder geben.

Umbau unter Kostendruck

BMW verbindet die geplante Verkleinerung des Managements mit dem Ziel, Entscheidungswege zu verkürzen und Kosten zu senken. Der Schritt steht damit für einen grundlegenden Wandel in der Autoindustrie: Hersteller müssen gleichzeitig in Elektroantriebe, Software und neue Produktionsverfahren investieren, während etablierte Verbrennergeschäftsfelder an Bedeutung verlieren.

Die angekündigte Reduzierung der Bereiche und zugeordneten Managementfunktionen um 20 Prozent ist nicht mit einem Abbau von 20 Prozent der Belegschaft gleichzusetzen. Dennoch dürfte das freiwillige Programm mit weltweit rund 8.000 weniger Beschäftigten vor allem administrative und entwicklungsnahe Tätigkeiten treffen. Dass die Produktion in Deutschland ausgenommen bleibt, unterstreicht die unterschiedliche Auslastung von Fertigung und Verwaltung.

China wird zum Produktionsstandort

Die stärkere Regionalisierung in China reagiert auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch lokale Anbieter und auf die Bedeutung des chinesischen Marktes. Entwicklung, Einkauf und Fertigung vor Ort sollen Kosten senken und Fahrzeuge näher an den Bedürfnissen der Kundschaft ausrichten. Für BMW verschiebt sich damit der Schwerpunkt vom Export fertiger Fahrzeuge hin zu regionalen Wertschöpfungsketten.

Für Beschäftigte und Zulieferer in Deutschland bedeutet das, dass nicht nur die Zahl der Stellen, sondern auch die Verteilung anspruchsvoller Entwicklungs- und Einkaufsaufgaben relevant wird. Der Verzicht auf einen Diesel im neuen 3er zeigt zugleich, wie BMW sein Modellangebot stärker an der erwarteten Nachfrage ausrichtet, ohne den Selbstzünder für alle Baureihen auszuschließen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

DER SPIEGEL: „BMW: Den neuen 3er gibt es nicht mehr als Diesel“ (30.09.2026)

Der Bericht bestätige, BMW streiche den Diesel beim neuen 3er und begründe dies mit der Marktentwicklung sowie der Nachfrage. Anders als die dpa-Meldung konzentriere sich der Artikel auf die Bedeutung des 3ers als wichtigstes Modell der Marke und ordne den Schritt in den Rückgang von Dieselantrieben in wichtigen Märkten ein. Zugleich bleibe BMW nach Darstellung des Berichts grundsätzlich technologieoffen.

Damit bestätige der Beitrag den konkreten Produktentscheid, setze aber einen anderen Schwerpunkt als die dpa-Meldung, die vor allem den Managementumbau, die Kosten und die Regionalisierung in China beleuchte. Der Bericht führe zudem aus, der Diesel solle beim künftigen X5 weiterhin als eine von mehreren Antriebsoptionen angeboten werden.

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