BMW-Sparkurs, Arbeitsplätze

BMW-Sparkurs: 8000 Arbeitsplätze bis Ende 2027 gestrichen

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BMW kündigt sozialverträglichen Abbau von 8000 Stellen an. Ein freiwilliges Abfindungsprogramm soll bis 2027 laufen und ab 2028 jährlich eine Milliarde Euro einsparen.

BMW-Stellenabbau: 8000 Jobs gestrichen, Milliarden-Sparplan
Modernes BMW-Werk bei Dämmerung mit einem leeren, minimalistischen Büroarbeitsplatz im Vordergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Münchner Autobauer baut massiv um. BMW will rund 8000 Arbeitsplätze streichen – fünf Prozent der gesamten Belegschaft. Betroffen ist vor allem der indirekte Bereich: Verwaltung, Forschung, Entwicklung und Management.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Der Abbau soll sozialverträglich über die Bühne gehen. Nach sechswöchigen Verhandlungen einigten sich Management und Betriebsrat auf ein freiwilliges Abfindungsprogramm. Hinzu kommen natürliche Fluktuation und Altersteilzeit.

In Deutschland beschäftigt BMW 84.000 der weltweit 154.000 Mitarbeiter. Das Abfindungsprogramm startet im Oktober 2026 und läuft bis Ende 2027. Bis zu 50.000 Beschäftigte außerhalb der Produktion könnten Angebote erhalten. Schwerpunkte sind München, Dingolfing, Regensburg und Leipzig. Schon zwischen Mitte 2025 und Mitte 2026 schrumpfte die Belegschaft um rund 2000 Stellen.

Milliardenkosten – und Milliardeneinsparungen

Die Umstrukturierung wird teuer: eine Milliarde Euro Einmalbelastung für 2026. Ein dreistelliger Millionenbetrag fließt noch dieses Jahr in Abfindungen. Ab 2028 will BMW jährlich eine Milliarde Euro sparen.

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Der Sparkurs hat handfeste Gründe. In China brach der Absatz im ersten Halbjahr um 20,4 Prozent ein. Dazu kommen drohende US-Zölle, die Nahost-Krise und hohe Investitionen für die „Neue Klasse“. Seit Mai sitzt Milan Nedeljkovic am Steuer – und sprach bereits im Juni eine Gewinnwarnung aus.

Personalwechsel an der Spitze

Auch im Vorstand tut sich was. Personalchefin Ilka Horstmeier verlässt den Konzern Ende August. Während die Verwaltung spart, läuft die Produktion in neuen Werken auf Hochtouren. Im ungarischen Debrecen rollte am 28. Juli der 50.000ste iX3 vom Band. Produktionsvorstand Raymond Wittmann spricht vom schnellsten Produktionshochlauf in einem Neubau – seit Februar wird dort in zwei Schichten gearbeitet.

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BMW reiht sich damit in eine Branchentendenz ein. Porsche plant ebenfalls den Abbau tausender Stellen, Volkswagen kämpft mit hohen Gemeinkosten. Tesla hingegen schrieb zuletzt neue Stellen an seinen deutschen Standorten aus.

Am Donnerstag legt BMW die Halbjahreszahlen vor. Neben den Personalkosten dürfte ein Rückruf von über 740.000 Fahrzeugen wegen Brandgefahr Thema sein.

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