BMW senkt Gewinnprognose wegen Abfindungsprogramm deutlich
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 19:58 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBMW plant Personalabbau bis 2027
- BMW erwartet im Automobilgeschäft eine operative Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent.
- Das Abfindungsprogramm in Deutschland endete Anfang Oktober nach weniger als drei Wochen.
- Details zur Prognose will der Konzern am Mittwoch mit den Quartalszahlen veröffentlichen.
BMW senkt Prognose nach schnellem Abfindungsprogramm
BMW senkt seine Prognose für das laufende Jahr und erwartet im Automobilgeschäft nun eine operative Marge von minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent. Bisher hatte der Münchner Autobauer eine Marge von 1 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt.
Abfindungen belasten das vierte Quartal
Zu den Gründen zählen die Kosten eines Programms zum Abbau von Stellen in Deutschland. BMW hatte die freiwillige Abfindungsregelung Anfang Oktober gestartet und nach weniger als drei Wochen wieder geschlossen, weil sie überraschend stark angenommen wurde.
Rund eine Milliarde Euro eingeplant
Viele Ausstiege und damit verbundene Zahlungen dürften bereits im laufenden vierten Quartal verbucht werden. BMW hatte für das Jobabbauprogramm zuvor mit Gesamtkosten von rund einer Milliarde Euro gerechnet.
Quartalszahlen sollen Details liefern
Der Konzern will seine Zahlen für das dritte Quartal am Mittwochmorgen vorlegen. Dabei werden weitere Angaben zur gesenkten Jahresprognose und zu den finanziellen Auswirkungen des Stellenabbaus erwartet.
BMWs Gewinnwarnung fällt in eine Phase, in der deutsche Autohersteller gleichzeitig mit schwacher Nachfrage in wichtigen Märkten, hohem Wettbewerbsdruck und den Kosten des technologischen Umbaus umgehen müssen. Für BMW verschärft das Abfindungsprogramm den kurzfristigen Ergebniseffekt: Die freiwilligen Ausstiege führen zunächst zu hohen Einmalzahlungen, sollen aber später die laufenden Personalkosten senken.
Das Programm wurde Anfang Oktober in Deutschland gestartet und nach weniger als drei Wochen geschlossen, weil die angestrebte Zahl an Interessenten schnell erreicht war. Nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld plant BMW bis Ende 2027 weltweit den Abbau von rund 8.000 Stellen. Die Gesamtkosten des Programms hatte der Konzern zuvor mit etwa einer Milliarde Euro angesetzt.
Kurzfristige Belastung, langfristige Rechnung
Die nun erwartete operative Marge von minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent im Automobilgeschäft zeigt, wie begrenzt der finanzielle Spielraum im Kerngeschäft ist. Freiwillige Abfindungen können Personal schneller reduzieren als langwierige Kündigungs- und Gerichtsverfahren, treffen aber zunächst die Bilanz. Zudem besteht das Risiko, dass besonders qualifizierte Beschäftigte das Unternehmen verlassen.
Für Beschäftigte bedeutet die hohe Nachfrage nach dem Programm eine schnelle Entscheidung über den Wechsel, zugleich aber eine sorgfältige Prüfung von Abfindung, Steuerfolgen, Arbeitsmarktchancen und Altersvorsorge. BMW will die Details mit den Zahlen zum dritten Quartal am Mittwochmorgen vorlegen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ZDFheute: „Abfindung statt Kündigung: Warum sich das für Konzerne rechnet“ (03.11.2026)
Der Beitrag bestätige, dass BMW das im Oktober gestartete Abfindungsprogramm in Deutschland nach weniger als zwei Wochen geschlossen habe, weil die angestrebte Zahl an Interessenten erreicht worden sei. Er ordne die hohen Einmalkosten als Mittel ein, um die Kostenstruktur dauerhaft zu verändern, und stelle arbeitsrechtliche sowie persönliche Folgen für Beschäftigte heraus.
Der Schwerpunkt liege damit auf der betriebswirtschaftlichen Logik freiwilliger Ausstiege und dem Vergleich mit Programmen bei Mercedes-Benz und Microsoft. Offen bleibe, wie stark die Auszahlungen BMWs Quartalsergebnis konkret belasten und welche Zahl der Beschäftigten tatsächlich ausscheidet.
Insgesamt besteht Einigkeit über den schnellen Zulauf zum BMW-Programm und die zunächst hohen Kosten. Der ZDF-Beitrag betrachtet stärker die langfristige Personalstrategie und rechtliche Rahmenbedingungen, während die dpa-Meldung die unmittelbare Gewinnwarnung und die neue Margenprognose in den Mittelpunkt stellt.
