BMW, Gewinnwarnung

BMW-Gewinn sinkt auf 1,45 Milliarden Euro, Jobabbau wächst

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 10:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
BMW verschärft den Sparkurs nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal und einer weiteren Prognosekorrektur. Besonders das China-Geschäft setzt den Münchner Autobauer unter Druck.

BMW senkt Erwartungen für Absatz

  • BMW erzielte im dritten Quartal 1,45 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern.
  • Der weltweite Absatz sank um 6,3 Prozent, während der Umsatz 30,5 Milliarden Euro erreichte.
  • Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun einen moderaten Absatzrückgang von 5 bis 9,9 Prozent.
  • Die Gewinne bei BMW schrumpfen - im dritten Quartal ging es erneut nach unten und das Vierte dürfte schlechter werden. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • BMW-Chef Milan Nedeljkovic ist noch kein Jahr im Amt, musste aber bereits die zweite Gewinnwarnung veröffentlichen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
Die Gewinne bei BMW schrumpfen - im dritten Quartal ging es erneut nach unten und das Vierte dürfte schlechter werden. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa BMW-Chef Milan Nedeljkovic ist noch kein Jahr im Amt, musste aber bereits die zweite Gewinnwarnung veröffentlichen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa

BMW weitet Jobabbau nach Gewinnwarnung aus

BMW hat im dritten Quartal 1,45 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern erzielt und damit knapp 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Nach der zweiten Gewinnwarnung im laufenden Jahr will der Münchner Autobauer den Stellenabbau beschleunigen und ausweiten.

China belastet das Kerngeschäft

Der wichtigste Treiber des Rückgangs ist das schwache Geschäft in China. BMW büßte dort rund ein Viertel seines Absatzes ein, während der weltweite Absatz um 6,3 Prozent zurückging.

Zuwächse in Europa und den USA konnten den Einbruch teilweise auffangen. Der Umsatz sank um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro.

Zweite Gewinnwarnung im laufenden Jahr

BMW hatte die Gewinnwarnung am Dienstagabend vor den Quartalszahlen veröffentlicht. Im Autogeschäft erwartet der Konzern nun ein um Milliarden Euro niedrigeres Ergebnis als bisher.

Belastend wirken unter anderem die Kosten des Sparprogramms. Das im Sommer angekündigte Abfindungsprogramm startete Anfang Oktober und wurde nach weniger als drei Wochen geschlossen, weil sich überraschend viele Beschäftigte beteiligen wollten.

Umbau geht über aktuelles Programm hinaus

Konzernchef Milan Nedeljkovic erklärte, die richtigen Personengruppen hätten sich beteiligt. Das aktuelle Programm sei abgeschlossen, der Umbau werde jedoch weitergehen und könne gegenüber den bisherigen Plänen erweitert werden.

Im Sommer war aus Konzernkreisen von möglicherweise rund 8.000 weltweit abzubauenden Stellen die Rede gewesen. Das Management bestätigte diese Zahl nicht. Weitere Kosten entstehen, weil ältere Modelle früher als geplant auslaufen sollen.

BMW senkt Absatzprognose

Für das Gesamtjahr erwartet BMW nun einen moderaten Absatzrückgang von 5 bis 9,9 Prozent. Zuvor hatte der Konzern einen leichten Rückgang von 1 bis 4,9 Prozent prognostiziert.

Die Prognose für den Gewinn vor Steuern blieb unverändert. BMW geht hier bereits seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer von einem deutlichen Rückgang von mehr als 15 Prozent aus. Im dritten Quartal lag BMWs Gewinn knapp unter dem Ergebnis von Mercedes, aber deutlich über den Resultaten von Audi und Volkswagen.

BMWs Zahlen stehen für die breitere Belastung deutscher Autobauer durch den chinesischen Markt. Dort treffen eine schwächere Nachfrage, aggressive Preiskämpfe und der wachsende Druck heimischer Hersteller auf die etablierten europäischen Marken.

Im dritten Quartal fiel BMWs Absatz in China um rund ein Viertel. Rückgänge in einem einzelnen Markt wirken besonders stark auf die Profitabilität, weil Hersteller dort hohe Fixkosten, lokale Produktionsstrukturen und erhebliche Preisnachlässe auffangen müssen. Zuwächse in Europa und den USA konnten den Einbruch teilweise abfedern, aber nicht ausgleichen.

Kosten des Umbaus belasten kurzfristig

BMW versucht, mit einem schnelleren Umbau auf die veränderten Marktbedingungen zu reagieren. Abfindungen und das vorgezogene Aus älterer Modelle erhöhen zunächst die Belastungen. Die Unternehmensleitung begründet das Tempo mit dem Ziel, Einsparungen früher wirksam werden zu lassen und die Margen langfristig zu stärken.

Für Beschäftigte bedeutet die Ausweitung, dass der Personalabbau über das bereits gestartete Programm hinaus relevant bleibt. Für Kunden und Zulieferer kann das beschleunigte Auslaufen älterer Baureihen eine schnellere Verschiebung des Angebots zur neuen Modellgeneration bedeuten. Der gesenkte Absatzkorridor zeigt zugleich, dass BMW auch im Schlussquartal mit einem schwierigen Umfeld rechnet.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „BMW erwirtschaftet noch weniger Gewinn“ (04.11.2026)

Der Beitrag bestätige den Rückgang des Nettogewinns und rücke neben der China-Krise die Abfindungskosten sowie das vorgezogene Aus älterer Modelle in den Mittelpunkt. Anders als die dpa-Meldung nenne er zusätzlich die erwartete operative Marge und die Reaktion der BMW-Aktie.

ZDFheute: „Krise bei BMW: Gewinn bricht im dritten Quartal um 15 Prozent ein“ (04.11.2026)

Der Artikel bestätige die Belastung durch China und beziffere den Absatzrückgang dort mit 24,8 Prozent. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf US-Zölle, die geringeren Margen von Elektroautos und den zunehmenden Wettbewerb chinesischer Hersteller in Europa.

Übereinstimmung bestehe beim Gewinnrückgang und beim Druck aus China. Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung von Personalabbau, Modellwechsel und industriepolitischem Umfeld.

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